Bescheinigung für Impfberechtigte

Corona-Impfung in NRW: Termine für Gruppe 3 - so funktioniert der Nachweis

In NRW ist die Gruppe 3 für die Corona-Impfungen geöffnet. Das betrifft einige Berufsgruppen. So funktioniert der Nachweis der Impfberechtigung.

Hamm - Nordrhein-Westfalen kommt voran bei den Corona-Impfungen. Seit dem 6. Mai können sich Impfberechtigte der Gruppe 3 einen Termin im Impfzentrum buchen. Jedoch sind nur bestimmte Personen- und Berufsgruppen an der Reihe. Für den Nachweis der Impfberechtigung gelten klare Regeln. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

Corona-Impfung in NRW: Gruppe 3 ist dran - so funktioniert der Nachweis

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) stellte den neuen Impfplan vor. „Die Impfkampagne läuft inzwischen auf Hochtouren. Bis im Juni die Priorisierung voraussichtlich aufgehoben wird, wollen wir in Nordrhein-Westfalen noch einmal ordentlich Strecke machen und so viele Menschen der Priorität 1, 2 und 3 wie möglich geimpft haben“, sagte er.

Seit dem 6. Mai können folgende Personen- und Berufsgruppen einen Impftermin bei den Kassenärztlichen Vereinigungen vereinbaren:

  • Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren: Anspruchsberechtigt sind maximal zwei Kontaktpersonen je schwangere Person bzw. je nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person (d.h. die pflegebedürftige Person muss zu Hause gepflegt werden). Das Alter und die Art der gesundheitlich bedingten Beeinträchtigung der pflegebedürftigen Person sind für die Impfberechtigung unerheblich;
  • Eltern von schwer erkrankten Minderjährigen;
  • Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten: Dazu zählen grundsätzlich alle im Verkauf Beschäftigten inkl. der Teilzeitbeschäftigten, Auszubildenden oder Minijobber;
  • Lehrer sowie weitere Beschäftigte an weiterführenden Schulen;
  • Beschäftigte im Justizvollzug mit Gefangenenkontakten;
  • Gerichtsvollzieherinnen und -vollzieher;
  • Beschäftigte in den Servicebereichen der Gerichte und Justizbehörden, Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte;
  • Beschäftigte im Ambulanten Sozialen Dienst der Justiz.

Wer zu einer der berechtigten Gruppen zählt, muss dies beim Impftermin nachweisen. Dazu hat das NRW-Gesundheitsministerium klare Regeln formuliert.

Corona-Impfung der Gruppe 3: Bescheinigung für impfberechtigte Berufsgruppen

Arbeitgeberbescheinigung: Wer im Lebensmitteleinzelhandel, an weiterführenden Schulen oder einem der anderen aufgelisteten Berufen arbeitet, muss sich dies für seine Corona-Impfung bescheinigen lassen. Dazu stellt das Land online eine Arbeitgeberbescheinigung zur Verfügung. Dort muss neben Daten zum Unternehmen und zur Person vom Arbeitgeber angekreuzt werden, in welchem Bereich der Beschäftigte tätig ist, um die Impfpriorisierung zu erhalten.

Außerdem ist das Arbeitsstättenprinzip für die impfberechtigten Berufsgruppen aufgehoben. Sie können einen Termin in einem Impfzentrum ihrer Wahl vereinbaren.

Corona-Impfung der Gruppe 3: Bescheinigung für Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren

Kontaktpersonen: Wer sich als Kontaktperson von Pflegebedürftigen und Schwangeren einen Impftermin bucht, muss ebenfalls seine Berechtigung für die priorisierte Corona-Impfung nachweisen. Dafür hat das NRW-Gesundheitsministerium eine Bescheinigung der Impfberechtigung als Kontaktperson für Pflegebedürftige oder Schwangere online gestellt.

Kontaktpersonen von Schwangeren haben darüber hinaus eine Kopie des Mutterpasses vorzulegen. Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen müssen eine Kopie des Nachweises der Pflegekasse über den Pflegegrad der pflegebedürftigen Person nachweisen können. Die Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen müssen nicht als Pflegepersonen bei der Pflegekasse benannt sein.

Corona-Impfung der Gruppe 3: Bescheinigung für Eltern von schwer erkrankten Minderjährigen

Eltern von schwer erkrankten Minderjährigen: Da die Corona-Impfstoffe derzeit noch nicht für Kinder unter 12 Jahren zulässig sind, können sich Eltern von minderjährigen Kindern, die unter einer Vorerkrankungen leiden und nicht geimpft werden können, jetzt einen Impftermin buchen.

Als Nachweis muss im Impfzentrum eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden, dass das Kind unter einer Vorerkrankung nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 der Coronavirus-Impfverordnung leidet. Außerdem muss die Bescheinigung der Impfberechtigung als Kontaktperson eines minderjährigen Kindes mit Vorerkrankung mit zum Termin gebracht werden. Eine Pflegebedürftigkeit ist laut NRW-Gesundheitsministerium nicht nachzuweisen.

In der Impfreihenfolge in NRW gehören eigentlich auch weitere Personenkreise zur Gruppe 3, unter anderem alle Menschen über 60 Jahre. Die sind Anfang Mai noch nicht an der Reihe. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bat diese Altersgruppe aber noch einmal eindringlich, sich in den Arztpraxen mit Astrazeneca impfen zu lassen. Er warb dafür, dass über 60-Jährige andere Corona-Impfstoffe wie Biontech erst einmal den Jüngeren überlassen sollen. Portale wie sofort-impfen.de wollen derweil Impfwillige an Arztpraxen vermitteln, die Termine mit Restimpfstoffen frei haben.

Corona-Impfungen in NRW: Atrazeneca freigegeben - Impfung aber nur in Arztpraxen

Derweil wurde der Impfstoff Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren ohne Priorisierung freigegeben. Diese Entscheidung des Bundes habe laut Landesgesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen keine Auswirkungen auf die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen. Personen unter 60 Jahren könnten sich unabhängig von ihrer Priorisierung lediglich in Arztpraxen mit Astrazenaca impfen lassen. Voraussetzung dafür sei eine individuelle Risikoanalyse und die sorgfältige Aufklärung durch den Arzt oder die Ärztin.

Grundsätzlich begrüßt das Land NRW die Entscheidungen der Gesundheitsministerkonferenz zur Aufhebung der Impfpriorisierung für den Impfstoff Astrazeneca. Das hat das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MAGS) bekanntgegeben. „Wir kommen hiermit dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach, bei der Ärztin bzw. dem Arzt ihres Vertrauens geimpft zu werden“, heißt es.

Corona-Impfung in NRW: Gesundheitsminister mit dringendem Appell

Landesgesundheitsminister Karl Josef Laumann hat appelliert, einen vereinbarten Impftermin auch unbedingt wahrzunehmen. „Die Zahlen zeigen: Wir sind bei der Impfkampagne auf einem sehr guten Weg. Allerdings sind die zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen nach wie vor begrenzt, so dass nicht jede und jeder sofort eine Impfung erhalten kann. Vor diesem Hintergrund appelliere ich an alle, die bereits einen Termin zur Impfung erhalten haben: Nehmen Sie die Termine wahr! Und wenn Sie diese nicht mehr wahrnehmen wollen, etwa weil sie woanders bereits einen früheren Termin zur Impfung erhalten haben, sagen Sie den ursprünglich vereinbarten Termin ab. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und der Fairness gegenüber denjenigen Menschen, die nach wie vor auf einen Termin warten”, sagt Gesundheitsminister Laumann.

Laumann verweist in diesem Zusammenhang noch einmal auf die unterschiedlichen Organisationswege bei den Schutzimpfungen gegen das Coronavirus: Die Terminvergabe in den Impfzentren wird über das Land Nordrhein-Westfalen, die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kommunen organisiert. Die Impfstoffe, die dabei eingesetzt werden, werden vom Bund an das Land geliefert.

Die Terminvergabe bei den niedergelassenen Ärzten erfolge dagegen in Eigenregie der Patienten in Absprache mit dem jeweiligen Arzt. Der Bund stellt hierbei die Impfstoffe über die Apotheken den Ärzten direkt zur Verfügung.

„Um das noch einmal ganz praktisch darzustellen: Wer einen Termin im Impfzentrum hat, dann aber noch einen früheren Termin in einer Arztpraxis bekommt, den man dann auch wahrnehmen will, sollte den Termin im Impfzentrum umgehend absagen. Das geht beispielsweise über die bekannten Kontaktmöglichkeiten der Kassenärztlichen Vereinigungen, aber auch über das jeweils zuständige Impfzentrum”, erklärt Laumann.

Rubriklistenbild: © Reiner Mroß/Westfälischer Anzeiger

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