Ablauf noch unklar

Frühere Corona-Impfung für Wahlhelfer: Vorrang bei Terminvergabe in NRW

Wahlhelfer können in Nordrhein-Westfalen von ihrem Ehrenamt profitieren und früher einen Termin für eine Impfung gegen Corona ergattern. Was Sie wissen müssen.

Hamm – Beim Impfen ist Nordrhein-Westfalen schneller als viele andere Bundesländer. Am Dienstag (26. April) gab das NRW-Landesministerium bekannt, dass bereits jeder Vierte in NRW eine Erstimpfung erhalten hat. Wer noch keine Corona-Impfung vorweisen kann, der hat zumindest die Möglichkeit in der Impfpriorisierung in eine höhere Gruppe aufzusteigen. Möglich macht das eine ehrenamtliche Tätigkeit als Wahlhelfer - ein Überblick. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

Frühere Corona-Impfung für Wahlhelfer: Vorrang bei Terminvergabe in NRW

Noch gibt es eine Impfpriorisierung, deren Aufhebung ein Experte für deutlich zu spät hält. Tatsächlich hat die Bundesregierung sich aber dazu entschlossen, die Impfpriorisierung erst im Juni zu beenden. Bis dahin orientiert sich das Land Nordrhein-Westfalen noch an der strengen Impfreihenfolge, die die Bevölkerung in vier Gruppen aufteilt. Wer eigentlich der vierten Gruppe angehört, kann sich durch eine ehrenamtliche Arbeit als Wahlhelfer in Priorisierungsgruppe 3 „befördern“.

Wer nicht aus anderen Gründen eher geimpft wird, kann laut eines Berichts des WDR mit dem Ehrenamt schneller an einen Termin kommen. Nach wie vor bietet ein Online-Tool die Möglichkeit, einen persönlichen Impftermin auszurechnen. Dabei wird klar: Ohne Priorisierung gibt es den Termin zur ersten Impfung erst ab Ende Mai oder Anfang Juni. Als Wahlhelfer könnte ein- und dieselbe Person dagegen schon Ende April die Erstimpfung erhalten.

Corona-Impfung in NRW: Wahlhelfer bei Terminvergabe bevorzugt - Regelrechter Run auf Ehrenamt

Die Bürger in NRW scheinen von den Privilegien für Wahlhelfer bereits Wind bekommen zu haben. Zumindest ist es in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn bereits zu zahlreichen Anfragen für die ehrenamtliche Tätigkeit gekommen. „Wir beobachten, dass Wahlhelfer fragen, ob sie auch priorisiert gegen Corona geimpft werden“, sagte Wahlamtsleiter Dieter Schubert gegenüber dem WDR.

In der größten Stadt des Bundeslandes ist das Interesse nicht weniger groß. In Köln habe es zu diesem Zeitpunkt bereits sechsmal so viele Anfragen für eine Tätigkeit als Wahlhelfer gegeben als zu einem ähnlichen Zeitpunkt für die Kommunalwahl im vergangenen Jahr. Ein Zusammenhang mit der Corona-Impfung liegt auf der Hand. Gut möglich, dass sich dieses Phänomen bald auch in anderen Städten Nordrhein-Westfalen zeigt.

Zwar soll die Bevorzugung von Wahlhelfern beim Impfen dazu beitragen, dass sich mehr Menschen bereit erklären, tatsächlich bei den Bundestagswahlen zu helfen. Doch unter den Wahlamtsleitern macht sich auch Skepsis breit. Demnach sei es nicht vorteilhaft, wenn sich Menschen lediglich für das Engagement als Wahlhelfer interessieren, wenn daraus eine frühere Corona-Impfung resultiert. Anzeichen für ein langfristiges Interesse gingen daraus nämlich nicht hervor.

Rubriklistenbild: © Gollnow/Gentsch

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