1. SauerlandKurier
  2. Nordrhein-Westfalen

Corona-„Killervariante“? Das hält man in NRW von der drastischen Lauterbach-Warnung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Hannah Decke

Kommentare

Karl Lauterbach warnt vor einer „absoluten Killervariante“ des Coronavirus. Dafür erntet er Kritik. In NRW ist man über seine drastische Warnung verwundert.

Hamm - Die Corona-Zahlen befinden sich im Sinkflug, es gelten kaum noch Pandemie-Beschränkungen. Die Menschen freuen sich auf einen entspannten Frühling und Sommer. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der die umfassenden Lockerungen Anfang April mitgetragen hatte, ist dennoch besorgt. Er warnt vor einer „absoluten Killervariante“ des Virus. Die drastische Warnung sorgt für heftige Kritik - auch aus Nordrhein-Westfalen.

NameKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 (Alter 59 Jahre), Düren
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Neue Corona-„Killervariante“? In NRW Verwunderung über drastische Warnung

Im Interview mit Bild am Sonntag sagte Lauterbach: „Es ist durchaus möglich, dass wir eine hochansteckende Omikron-Variante bekommen, die so tödlich wie Delta ist. Das wäre eine absolute Killervariante.“ Er rät dazu, weiterhin freiwillig die Maske zu tragen - und kündigt an, das Infektionsschutzgesetz noch einmal verschärfen zu wollen. Dann könne die Maskenpflicht in Innenräumen wiederkommen.

Seine Worte überraschen, hatte sich der Bundesgesundheitsminister zuletzt doch eher vom „Mahner“ zum „Lockerer“ gewandelt und war trotz Kritik der Länder bei seinem Kurs geblieben, die Corona-Regeln fast vollständig aufzuheben. Die Bundesländer können aktuell nur wenige Basisschutzmaßnahmen verhängen und Hotspots ausrufen. Auch die geplante Lockerung der Quarantäne-Regeln überraschte - auch wenn Lauterbach hier schnell wieder zurückruderte.

Der Grund für seine Sorge, so Karl Lauterbach bei Bild, beruhe auf dem Scheitern der Impfpflicht. Nach dem Sommer könne uns die „große Impflücke“ einen harten Herbst bescheren.

Kommt im Herbst eine Corona-„Killervariante“? Prognose sei zu früh

Dass die Pandemie nicht vorbei ist, da sind sich Politiker und Experten durchaus einig. Lauterbachs Warnung vor einer „absoluten Killervariante“ stößt aber auf heftige Kritik und Verwunderung. „Grundsätzlich kann niemand sicher vorhersagen, ob eine neue Virusvariante im Herbst dominant sein wird oder welche Dynamik das Infektionsgeschehen im Herbst haben wird“, sagte ein Sprecher von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der Rheinischen Post. Umso wichtiger sei deshalb ein vollständiger Impfschutz.

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, nimmt seine nach einer Pressekonferenz zur weiteren Entwicklung der Corona-Lage teil.
Karl Lauterbach warnt vor einer „absoluten Killervariante“ des Coronavirus. (Symbolbild) © Carsten Koall/dpa

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KV) hält „etwaige Prognosen über Mutationen des Coronavirus“ für zu früh. Man müsse den Blick auf die aktuelle Lage richten und Maßnahmen wie die Maske in Innenräumen beibehalten, sagte ein Sprecher der Rheinischen Post.

Breite Kritik löste Lauterbachs Sorge vor der „Killervariante“ auch in Fachkreisen aus. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck nannte eine solche Varianten-Entwicklung sehr unwahrscheinlich. Eine Variante so ansteckend wie Omikron und so gefährlich wie Delta sei zwar „nicht unmöglich“, doch sei dies „noch lange keine ‚Killer-Variante‘“, sagte Streeck im Bild-Interview. Die hohe Immunitäts-Quote in Deutschland widerspreche Lauterbachs Prognose. Es gebe hierzulande eine hohe Impfquote sowie etliche Genesene und „damit einen guten Basis-Schutz“. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare