Corona in Nordrhein-Westfalen

NRW-Minister dringt auf Öffnungen und Lockerungen - nicht nur für Gastronomie und Einzelhandel

Kommen Corona-Lockerungen? Vor dem Bund-Länder-Treffen werden die Rufe nach Öffnungen lauter. Ein NRW-Minister stellt nun klare Forderungen.

Hamm - Nordrhein-Westfalen und Deutschland warten darauf, dass der Lockdown ein Ende hat und nicht wieder verlängert wird. Entsprechend groß sind die Hoffnungen der Menschen mit Blick auf den Corona-Gipfel zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länderchefs um NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Corona in NRW: Minister plädiert für Öffnungen und Lockerungen des Lockdowns

Angesichts der wieder langsam steigenden Corona-Zahlen in Deutschland warnen die viele Politiker bereits vor zu großen Erwartungen. Dennoch kommt aus Nordrhein-Westfalen nun die Forderung nach Lockerungen. Konkreter: nach Öffnungen.

So plädiert NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) dafür, dass es „möglichst bald“ branchenübergreifende Öffnungen gebe. Zunächst solle aber der Lockdown für den Einzelhandel und die Gastronomie zurückgefahren werden. „In Verbindung mit den bereits bewährten Hygienekonzepten und öffentlich bereitgestellten neuen Werkzeugen zur besseren Identifizierung und Nachverfolgung von Infektionsketten lassen sich diese Bereiche im Laufe des März schrittweise öffnen, dies sollte bis Ostern auch für Ferienwohnungen und Hotels möglich sein“, erklärte Andreas Pinkwart im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Corona in NRW: Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart verweist auf Fortschritt bei Pandemiebekämpfung

In diesem Zusammenhang verwies der Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz darauf, dass anders als im ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 „mittlerweile vielfältige Werkzeuge der Pandemiebekämpfung zur Verfügung“ stünden, „die intelligentere Lösungen als pauschale Schließungen erlauben“, erklärte der FDP-Politiker.

Die angekündigten Schnelltests und dem entsprechenden digitalen Nachweis würden „Spielräume für die wirtschaftlich und sozial notwendigen Öffnungen auch im Kultur- und Sportbereich erschließen“, sagte Andreas Pinkwart. In diesem Zusammenhang sei jedoch eine „belastbare nationale Teststrategie“ nötig. Über die Forderungen von des NRW-Ministers nach Öffnungen berichtet auch Ruhr24.de*.

Corona in NRW: Armin Laschets Regierungspartner legt Zeitplan für Öffnungen vor

Während sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zu möglichen Lockerungen und Öffnungen vage äußerte und im ZDF lediglich davon sprach, dass pauschale Schließungen „zu einer differenzierten, vorsichtigen, angleichenden Öffnung in den 16 Ländern“ zu verändern, wurde sein Regierungspartner deutlicher: Die FDP in NRW hat einen konkreten Zeitplan für Öffnungen und Lockerungen vorgelegt.

Allerdings dürften Bund und Länder vorsichtig sein, was Öffnungen angeht. Wie in Deutschland hielt der Negativ-Trend bei den Corona-Zahlen auch in NRW weiter an.

Verharren im Lockdown für Arbeitgeberpräsident nicht darstellbar - Ärztekammer-Präsidenten warnt

Auch aus anderen Bereichen werden die Rufe nach einem Ende der aktuell strengeren Corona-Maßnahmen immer lauter. NRW-Arbeitgeberpräsident Arndt Kirchhoff sagte der Rheinischen Post, ein Verharren im Lockdown sei nicht mehr darstellbar. In diesem Zusammenhang verwies er auf massive wirtschaftliche, soziale und bildungspolitische Schäden und nachlassende Akzeptanz in der Bevölkerung. Mit „einseitigen Schließungen“ werde man nicht weiterkommen, argumentierte er.

Auf der anderen Seite warnte jedoch Rudolf Henke, der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, vor zu starken Lockerungen. Öffnungen dürfe es „nur mit Vorsicht und Disziplin“ geben. Ein endloser Lockdown sei zwar keine gute Strategie. „Aber ein Kontrollverlust ist noch schlechter“, wie der Ärztekammer-Präsidenten in der Rheinischen Post zitiert wird. Zunächst solle beobachtet werden, wie sich die Öffnungsschritte in Schulen und Kitas auswirkten. *Ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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