So geht es weiter

Schule in NRW: Diskussion um Abi-Prüfungen 2021 - „Müssen angepasst werden“

Wie geht es den Schulen in NRW nach den Osterferien weiter? Es wird eine Testpflicht geben, die Umsetzung ist aber noch ungewiss. Die GEW fordert angepasste Abiturprüfungen.

Update vom 6. April, 15.07 Uhr: Eine Woche vor Ende der Osterferien spricht sich die Bildungsgewerkschaft GEW für angepasste Abiturprüfungen in NRW aus. Die Landesvorsitzende Maike Finnern sagte bei WDR2, dass Lehrkräfte die Möglichkeit bekommen müssten, „den Schülerinnen und Schülern angemessene Aufgaben zur Verfügung zu stellen“. Die Auswahl der Aufgaben müsste ausgeweitet werden. Dass die Abiturprüfungen komplett ausfallen müssen, wie es GEW-Bundeschefin Marlis Tepe in einem Interview andeutete, sieht Finnern für Nordrhein-Westfalen noch nicht. Dies könne nur der Fall sein, „wenn die Zahlen so hoch gehen, dass alles geschlossen werden muss“. Die aktuell steigenden Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen seien für sie allerdings ein Alarmzeichen, auf das reagiert werden müsse.

PolitikerArmin Laschet
Geboren18. Februar 1961
ParteiCDU
Amt Ministerpräsident NRW und CDU-Bundesvorsitzender

Die von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer verkündete Testpflicht an Schulen nach den Osterferien sieht die NRW-Vorsitzende der GEW noch kritisch. Zwar sei das regelmäßige Testen an sich eine gute Lösung. Bei der Umsetzung wünsche sich die Gewerkschaft aber andere Ideen, etwa mobile Teams oder die Möglichkeit, dass sich die Schüler zuhause testen können.

Wie genau die Testpflicht in den Schulen in NRW umgesetzt werden soll, hat Yvonne Gebauer noch nicht abschließend mitgeteilt. Laut Finnern steht vor dem Schulstart am 12. April noch ein Gespräch zwischen der Gewerkschaft und dem Schulministerium an.

Schule in NRW: Keine Abi-Prüfungen 2021? Drastische Forderung

Update vom 5. April, 8.45 Uhr: Abitur 2021 ja, aber notfalls ohne Prüfungen - das fordert die Lehrergewerkschaft GEW angesichts der neuen Corona-Welle in Deutschland. „Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Grundlage der Abi-Note könnten dann die Leistungen aus dem Unterricht an den Schulen sein, so Tepe.

Update vom 5. April, 8.13 Uhr: Zwei verpflichtende Corona-Tests pro Woche für jeden Schüler in NRW - das hatte Schulministerin Yvonne Gebauer für die Zeit nach den Osterferien angekündigt. Der Städtetag Nordrhein-Westfalen zweifelt allerdings, dass genügend Tests zur Verfügung stehen. Um die versprochenen zwei Selbsttests pro Schüler zur Verfügung zu stellen, seien wöchentlich aber etwa fünf Millionen Test-Sets nötig. „Diese Menge ist bisher bei weitem nicht vorhanden“, sagte Bielefelds OB Pit Clausen. „Die Städte wollen, dass Unterricht an Schulen nicht nur digital, sondern auch wieder mit Präsenz weitergehen kann, sobald es die Infektionslage zulässt.“ Das sei aber nur verantwortbar, wenn die Tests tatsächlich vorhanden seien. „Das Land muss jetzt liefern“, so Clausen.

Schule in NRW: Yvonne Gebauer kündigt Testpflicht nach Osterferien an

Update vom 1. April, 18.53 Uhr: Jetzt ist es offiziell. Nordrhein-Westfalen führt für Schülerinnen und Schüler eine Testpflicht ein, die umgehend nach den Osterferien umgesetzt werden soll. Demnach sollen Kinder und Jugendliche aller Schulen nach den Osterferien zweimal pro Woche Selbsttests durchführen. Das kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) an Gründonnerstag in Düsseldorf an. Wie die Testpflicht genau umgesetzt wird, ist noch unklar. Dies soll rechtzeitig vor Schulbeginn bekanntgegeben werden. Zuvor war darüber spekuliert worden, ob die Schulen in NRW nach Ostern wieder ganz in den Distanzunterricht zurückkehren würden. Ob der Wechselunterricht fortgesetzt wird, ließ die Schulministerin offen.

Update vom 1. April, 16.00 Uhr: Geht Schule in NRW zurück in den Distanzunterricht? Kommt eine Pflicht zum Schnelltest für Schüler? Schulministerin Yvonne Gebauer will sich heute äußern, wie es nach den Osterferien weitergeht. Zumindest kündigte das Schulministerium dies für Gründonnerstag an. Bis zum Nachmittag ist dies allerdings noch nicht geschehen.

[Erstmeldung] Hamm - Viele Kinder waren in NRW seit Weihnachten nur wenige Tage in der Schule. Wahrscheinlich kommen wegen Corona zwischen Osterferien und Sommerferien kaum noch weitere Tage im Präsenzunterricht hinzu. Die Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen ungebremst. Ein Statement von Armin Laschet am Dienstagabend in der TV-Talkshow Markus Lanz lässt Familien aufhorchen. (News zum Coronavirus)

Schule in NRW: Kaum Präsenzunterricht seit Weihnachten

Zwei Wochen Wechselunterricht vor den Osterferien - mehr Präsenzunterricht in der Schule haben viele Kinder in NRW in diesem Jahr bisher nicht gehabt. Besonders leiden die Schüler der Klassen fünf bis neun. Priorität haben seit Mitte Februar die Grundschüler und die Schüler der Abschlussklassen. Sie bekommen den Großteil des Präsenzunterrichts in NRW. Oberstufenkurse werden geteilt, Grundschulen setzen auf ein Wechselmodell.

Doch nach den Osterferien könnte sich dieses Modell in NRW wieder erledigt haben. Denn: Die Corona-Fallzahlen steigen ungebremst. Der Inzidenz-Wert liegt vor Ostern bereits bei über 130. Zum Ferienende erwarten Wissenschaftler einen Wert nahe 200. Ministerpräsident Armin Laschet hat im Gespräch bei Markus Lanz eine klare Andeutung gemacht, wie es mit Schulöffnungen in NRW nach den Osterferien aussieht, berichtet msl24.de*.

Schule in NRW: Wieder Distanzunterricht nach den Ferien?

Ich kann Stand heute - wir werden uns nächste Woche intensiv mit den Schulen beschäftigen müssen - nicht definitiv sagen, dass die nach den Ferien aufmachen“, sagte Armin Laschet am Dienstagabend in der ZDF-Sendung. Die Politik zieht also wieder Schulschließungen in Betracht, um das Infektionsgeschehen zu bremsen. Angela Merkel hatte bereits am Sonntagabend gemahnt, die Bundesländer müssen nun konsequent die Corona-Notbremse ziehen.

Die Kultusminister werden in der kommenden Woche, der zweiten Ferienhälfte in NRW, beraten. Doch offensichtlich ist die Richtung bereits klar, wenn man die Worte von Armin Laschet richtig interpretiert. „Da werden wir uns sehr sorgsam mit beschäftigen müssen“, so Laschet, da „es anders im letzten Jahr“ nicht mehr darum gehe, ob die Kinder gute Bildung bekämen, weil „man zu Hause nicht so gut lernen kann“. „Jetzt geht‘s echt um Gesundheitsschutz“, betonte Laschet. Heißt also: Laschet sieht das Land in Sachen Distanzunterricht gut aufgestellt.

Schule in NRW: Armin Laschet droht mit Testpflicht

Eine weitere Baustelle ist für Laschet das Thema Schnelltest. Auch hier könnte es in den Schulen in NRW eine Änderung geben. Bei Markus Lanz drohte Armin Laschet mit einer Corona-Testpflicht für Schüler. Hintergrund: Ein Teil der Eltern in NRW verweigere einen Test für ihre Kinder in der Schule. SPD, Grüne und Lehrerverband sind ebenfalls für eine Testpflicht.  Der Präsident des NRW-Lehrerverbands, Andreas Bartsch, sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur: „Es ist nicht nachzuvollziehen, warum es in den Klassen eine Durchmischung von nicht-getesteten und getesteten Schülern geben soll, wenn das Ziel ein hoher Infektionsschutz ist.“

Beim Blick auf die Corona-Fallzahlen scheint man dieses Schulhalbjahr abhaken zu können. Die britische Coronavirus-Mutante ist deutlich ansteckender und daher wird es selbst mit einem harten Lockdown so gut wie unmöglich die dritte Welle signifikant zu bremsen. Erst wenn endlich das Impftempo in Deutschland anzieht, werden die Zahlen wieder sinken. Zwischen Mitte April und Ende Juni wird es daher wohl kaum Präsenzunterricht in den Schulen in NRW geben. Alle Hoffnung liegt nun auf ein einigermaßen vernünftiges neues Schuljahr ab August 2021. *msl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mit Material der dpa.

Rubriklistenbild: © Waltraud Grubitzsch/dpa

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