Schuljahr 2021/2022

NRW-Schulen starten nach den Sommerferien mit Corona-Besonderheit

NRW startet seinen Betrieb in den Schulen nach den Sommerferien mit einer Corona-Besonderheit. Ministerin Gebauer verspricht: „Arbeiten mit voller Kraft daran.“

Düsseldorf – Am Montag (5. Juli) beginnen in NRW* nach einem anstrengenden Schuljahr unter widrigen Coronabedingungen die Sommerferien. Schon jetzt stehen die Pläne für das neue Schuljahr. Dabei weiß niemand, wie sich die Delta-Variante des Coronavirus* in den sechs Wochen Ferien entfalten wird. Und dann gibt es da noch eine Corona-Besonderheit, die im neuen Schuljahr greift. RUHR24* erklärt die Hintergründe.

NameYvonne Gebauer
ParteiFDP
PostenBildungsministerin Land NRW

NRW: Schulen gehen trotz Gefahr durch Delta-Variante von Coronavirus unverändert ins neue Schuljahr

Wichtigste Botschaft für alle Schüler: Es bleibt im Großen und Ganzen im neuen Schuljahr alles so, wie es jetzt ist – also bei vollem Präsenzunterricht und Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln.

Heißt konkret:

  • Unterricht nach Stundentafel für alle Schüler bei vollem Präsenzunterricht,
  • Einhaltung der bestehenden Hygieneregeln,
  • zwei Corona-Tests pro Woche für alle Schüler und das Personal,
  • Maskenpflicht im Schulgebäude, keine Maskenpflicht auf dem Schulhof.

Neu im Schuljahr 2021/2022 ist jedoch, dass Einschulungsfeiern, Klassenfahrten und Schüleraustausche wieder stattfinden dürfen. Doch all das scheint unter einem großen Vorbehalt zu stehen: Die Delta-Variante darf nicht wieder für stark steigende Inzidenzen sorgen.

Ein Blick nach Israel, das Land, das als „Impfweltmeister“ bezeichnet wird, bereitet auch dem Schulministerium in Düsseldorf Sorge. Denn die Delta-Variante breitet sich dort stark aus. Viele der neuen Ausbrüche ereigneten sich in Schulen.

Corona in NRW: Blick nach Israel gibt Aufschluss für Strategie an Schulen

Der Unterschied zu Deutschland ist in Israel allerdings, dass dort zuletzt alle Corona-Maßnahmen aufgehoben wurden. Also auch die Maskenpflicht in Innenräumen. Weil das Infektionsgeschehen dort in der Folge wieder zunahm, herrscht jetzt drinnen wieder Maskenpflicht.

Und: Wie auch in Deutschland gab es in Israel zuletzt keine strenge Impfanweisung für Kinder zwischen zwölf und 15 Jahren. Kein Wunder, dass sich viele Ausbrüche dort an Schulen ereigneten.

NRW: Impfung gegen Corona nur für vorerkrankte Schüler unter 17 Jahren

Nun will Israel verstärkt dafür sorgen, dass Kinder in jenem Alter geimpft werden. In Deutschland hält die Stiko dagegen noch an der Empfehlung fest, Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren nur zu impfen*, wenn sie eine Vorerkrankung haben.

Für unter 12-jährige Kinder ist bislang noch kein Impfstoff zugelassen. Sollte dies eines Tages der Fall sein, werde die Stiko diese Daten bewerten und eine weitere Empfehlung aussprechen.

NRW: Delta-Variante von Corona – Ministerium will Auswirkungen der Ferien „genau beobachten“

Bis dahin also will und muss die NRW-Landesregierung die weitere Entwicklung des Infektionsgeschehens weiter „genau beobachten“, wie es zuletzt aus Düsseldorf hieß. Vor allem mit Blick auf mögliche Auswirkungen des Reisens in den Sommerferien und die Delta-Variante.

„Wir bleiben achtsam und werden daher in das neue Schuljahr mit Tagen der Vorsicht starten“, lässt sich NRW-Gesundheitsministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einer Mitteilung zitieren. Vor Beginn des Schuljahrs 2021/2022 wolle das Ministerium alle Schulen über etwaige Änderungen informieren.

NRW-Politiker Karl Lauterbach (SPD) sieht vierte Corona-Welle auf uns zurollen

Politiker wie SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach prophezeien in Deutschland indes eine vierte Wellte im Herbst*, die besonders Kinder und Ungeimpfte treffen werde. Zugute komme Deutschland dabei lediglich, dass die Delta-Variante bei uns erst dann die dominierende Variante sein werde, wenn viele Menschen geimpft sein werden und die Fallzahlen niedrig seien.

NRW-Politiker Karl Lauterbach (SPD) sieht im Herbst eine vierte Corona-Welle auf Deutschland zukommen.

Schon jetzt steht fest, dass NRW-Schüler aufgrund der Pandemie einiges an Lernstoff aufzuholen haben. Das NRW-Schulministerium hat dafür ein Programm auf die Beine gestellt, das sich „Extra-Zeit zum Lernen NRW“ nennt. Bis zum Sommer 2022 fließen 36 Millionen Euro in das Projekt. Damit sollen außerschulische Bildungs- und Betreuungsangebote finanziert werden (Hier weitere Corona-News aus NRW* bei RUHR24 lesen).

NRW: Land pumpt Millionen Euro in Corona-Aufholprogramm für Schüler

5,2 Millionen Euro wurden bereits zwischen März und Mai 2021 abgerufen, daraus entstanden 2800 Gruppen- und Individualmaßnahmen, wie das NRW-Bildungsministerium aufzählt.

Neben dem NRW-Aufholprogramm hat auch der Bund eine ähnliche Aktion gestartet – mit demselben Ziel, nämlich Verpasstes an Schulen aufzuholen. Das Programm heißt „Aufholen nach Corona“. 215 Millionen Euro fließen daraus nach NRW. Das Land stockt die Mittel um dieselbe Summe auf. Das Geld aus NRW- und Bundesprogramm soll gebündelt und auf drei Säulen aufgeteilt werden:

  • für Budgets für Schulträger und direkt für Schulen zur Förderung der Schüler,
  • für zusätzliche Mittel für mehr Personal in Schulen zur Verstärkung des pädagogischen Personals,
  • für weitere Kooperationsprojekte des Landes mit weiteren Partnern.

Im Idealfall startet NRW sein neues Schuljahr also mit einer gewissen Normalität und mehr Geld für Schüler. Läuft es schlecht und Delta sorgt für steigende Infektionszahlen, muss Yvonne Gebauer die Pläne wohl wieder anpassen. Der Blick nach Israel könnte sich daher als Warnung erweisen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © David Young/dpa

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