Krankenhäuser in Olpe und Lennestadt

Erste Krankenhäuser nutzen Corona-Schnelltest - wie sicher ist der Antigentest?

Corona-Schnelltests sollen künftig in deutlich weniger Zeit Aufschluss über eine Infektion geben. Zwei Krankenhäuser Kreis Olpe haben sie jetzt eingeführt. So funktioniert das Ganze.

Olpe/Lennestadt - Innerhalb weniger Minuten wissen, ob man mit dem Coronavirus* infiziert ist oder nicht. Das sollen sogenannte Corona-Schnelltests bald ermöglichen - und so vor allem in Krankenhäusern und Pflegeheimen das Risiko minimieren, dass das Personal oder Patienten bzw. Bewohner sich mit Covid-19 anstecken.

Im Gegensatz zum PCR-Test, bei dem das Ergebnis frühestens nach 24 Stunden, meistens aber erst nach mehreren Tagen vorliegt, wird bei einem Antigen-Schnelltest kein Labor benötigt - und die getestete Person weiß nach kürzester Zeit, ob sie sich mit Corona angesteckt hat. Eine geplante Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums sieht vor, dass die Schnelltests ab Mitte Oktober flächendeckend in Pflegeheimen und Krankenhäusern zum Einsatz kommen.

Corona-Schnelltest in Olpe und Lennestadt: So funktioniert der Antigentest

Im Kreis Olpe, der seit Mittwoch als Risikogebiet gilt, werden die Corona-Schnelltests ab sofort in zwei Krankenhäusern verwendet: im St. Martinus-Hospital in Olpe und im St. Josefs-Hospital in Lennestadt. Das gab die Katholische Hospitalgesellschaft Südwestfalen, Trägerin der beiden Kliniken, am Mittwoch bekannt.

So funktioniert der Corona-Schnelltest in Olpe und Lennestadt: Medizinisches Fachpersonal nimmt einen tiefen Rachenabstrich, der dann in eine Kontrolllösung gegeben wird, die im Anschluss auf einen Teststreifen geträufelt wird. Vorteil gegenüber dem PCR-Test: Der Antigen-Test kann „unmittelbar vor Ort ausgewertet werden – wir benötigen dazu kein Labor“, erklärt Tobias Quast, Pflegedirektor der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen.

Corona-Schnelltest in Olpe und Lennestadt: Prinzip wie beim Schwangerschaftstest

Das Prinzip der Corona-Schnelltests in den Krankenhäusern in Olpe und Lennestadt sei vergleichbar mit einem Schwangerschaftstest für den Hausgebrauch: Ein Strich auf dem Teststreifen sei der Kontrollstreifen, der anzeige, dass die Funktionalität des Tests gegeben sei. Erscheine dann ein zweiter Strich, bedeute das ein positives Testergebnis. Das Ergebnis des Antigentests liegt nach Angaben der Olper Hospitalgesellschaft bereits nach zehn bis 15 Minuten vor.

Selbst bei PCR-Schnelltests, die im St. Martinus-Hospital in Olpe und im St. Josef-Hospital in Lennestadt vorgenommen und dann im hauseigenen Labor in Olpe ausgewertet werden, gibt es nach frühestens 45 Minuten ein Ergebnis. Müssen die Abstriche aus Lennestadt erst nach Olpe gebracht werden, dauert es entsprechend länger.

„Für uns bedeutet ein schnelleres Ergebnis im Umkehrschluss, dass wir weniger isolieren müssen, also keine Zimmer eventuell unnötig belegen, und somit die Möglichkeit haben, mehr Patienten zu behandeln“, erläutert Johannes Schmitz, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen.

Wie sicher sind Corona-Schnelltests? Das sagt der Hersteller

Doch wie sicher sind die Corona-Schnelltests, die in Olpe und Lennestadt zum Einsatz kommen? „Die liegt laut Hersteller bei 98 Prozent“, weiß Pflegedirektor Tobias Quast. Die Hospitalgesellschaft will aber dennoch auf Nummer sicher gehen: „Unsere Teststrategie sieht vor, dass im Falle eines positiven Testergebnisses nochmal mittels PCR nachgetestet wird“, berichtet Quast. Die PCR-Tests werden dann in einem externen Labor ausgewertet.

Rainer Jäschke, ärztlicher Leiter der zentralen Aufnahme in Olpe, sieht in den Corona-Schnelltests entscheidende Vorteile: „Wir haben damit Gewissheit – das gibt sowohl unseren Patienten als auch den Mitarbeitern mehr Sicherheit, sodass wir uns der medizinischen Versorgung des Patienten widmen können, die nicht im Kontext mit Corona stehen.“

Der Antigen-Test soll bei stationären Patienten sowie denen, die sich in Olpe oder Lennestadt einem ambulanten Eingriff unterziehen, eingesetzt werden. Auch Begleitpersonen sollen auf das Coronavirus getestet werden. Sofern sie allerdings nicht medizinisch indiziert (wie beispielsweise Begleitpersonen bei Kindern) müssen sie die Kosten von 50 Euro für den Schnelltest selbst bezahlen. *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow/dpa

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