Keine Absteiger

Fußball in Westfalen: Das sind die Aufsteiger der Corona-Saison

Amateur-Fußball in Westfalen: Verband empfiehlt Abbruch - ohne Absteiger 
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Amateur-Fußball in Westfalen: Verband empfiehlt Abbruch - ohne Absteiger 

Der Saison-Abbruch bei den Amateur-Fußballern dürfte besiegelt sein. Geht es nach dem Verbands-Ausschuss, wird die Saison ohne Absteiger gewertet.

  • Die Saison im Amateur-Fußball in Westfalen wird abgebrochen
  • Das FLVW-Präsidium hat dem VFA-Vorschlag zugestimmt
  • Es gibt Aufsteiger, aber keine Absteiger

Update, 6. Mai, 12 Uhr: Der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) hat dem Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) seine endgültige Entscheidung zur Wertung der Saison 2019/20 vorgelegt. Diese sieht einen Abbruch der aktuellen Corona-Spielzeit mit Aufsteigern und ohne Absteiger von der Oberliga bis zur Kreisliga D vor.

Zur Berechnung der Aufsteiger hat der VFA ein Modell entwickelt, wonach sowohl der aktuelle Tabellenführer als auch der Hinrunden-Erste aufsteigen werden. Bei einer unterschiedlichen Anzahl absolvierter Spiele greift eine Quotienten-Regelung. Das FLW-Präsidium folgte der Empfehlung einstimmig. Jetzt muss noch ein Außerordentlicher Verbandstag entscheiden. Die gesamte Mitteilung gibt es hier zu lesen.

"Der VFA hat nach Auffassung des Präsidiums die bestmögliche und fairste Lösung für den Großteil der Vereine gefasst. Es war keine leichte Aufgabe, schließlich reden wir hier von 6.641 Männer- und Frauen-Mannschaften in 233 Staffeln", wird FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski in einer FLVW-Mitteilung zitiert. Die Regelung führt zu größeren Ligen und zu mehr Staffeln in der Saison 2020/21.

Dass die Aufstiegsregelung zu Härtefällen führen würde, war klar. In der Fußball-Oberliga Westfalen steigt neben dem aktuellen Spitzenreiter und Hinrunden-Ersten SC Wiedenbrück aufgrund des minimal besseren Quotienten RW Ahlen auf. Der aktuelle Tabellenzweite RSV Meinerzhagen schaut in die Röhre.

Diese überkreislich spielenden Mannschaften haben ein Aufstiegsrecht:

Oberliga Westfalen: SC Wiedenbrück, RW Ahlen

(kommende Saison 20 Oberligisten, vorher 18)

Westfalenliga 1: SpVgg Vreden, Victoria Clarholz

Westfalenliga 2: SG Finnentrop/Bamenohl

(kommende Saison insgesamt 33 Westfalenligisten, vorher 32)

Landesliga 1: FC Preußen Espelkamp

Landesliga 2: FC Borussia Dröschede

Landesliga 3: SV Wacker Obercastrop

Landesliga 4: SC Westfalia Kinderhaus

(kommende Saison insgesamt 76 Landesligisten, vorher 64)

Bezirksliga 1: RW Kirchlengern

Bezirksliga 2: TuS Dornberg

Bezirksliga 3: SV Heide-Paderborn, SCV Neuenbeken

Bezirksliga 4: FC Arpe-Wormbach

Bezirksliga 5: TSV Weißtal, SV Attendorn

Bezirksliga 6: SC Berchum/Garenfeld, RW Lüdenscheid

Bezirksliga 7: SG Bockum Hövel, SV Drensteinfurt

Bezirksliga 8: Türkspor Dortmund

Bezirksliga 9: Erler Sportverein

Bezirksliga 10: SG Welper, SW Wattenscheid 08

Bezirksliga 11: TuS Haltern II

Bezirksliga 12: Borussia Münster, Vorwärts Wettringen

(kommende Saison insgesamt 223 Bezirksligisten, vorher 193)

Frauen-Westfalenliga: Sportfreunde Siegen

Frauen-Landesliga 1: SC Borchen, Phönix 95 Höxter

Frauen-Landesliga 2: SpVg Berghofen II

Frauen-Landesliga 3: SV Borussia Emsdetten

Frauen-Bezirksliga 1: TuRa Löhne

Frauen-Bezirksliga 2: TuS Wadersloh

Frauen-Bezirksliga 3: SG Albaum/Heinsberg

Frauen-Bezirksliga 4: SV Fortuna Herne

Frauen-Bezirksliga 5: SuS Legden, SpVgg Vreden

Frauen-Bezirksliga 6: DJK Wacker Mecklenbeck II

So wurden die überkreislichen Aufsteiger ermittelt (nach Wunsch des VFA sollen die 29 FLVW-Kreise analog verfahren):

1.) Die Vereine, die nach der aktuellen Tabelle auf dem ersten Tabellenplatz stehen, steigen in die nächsthöhere Spielklasse auf.

2.) Sollten nach dem aktuellen Tabellenstand Mannschaften nicht die gleiche Anzahl an ausgetragenen Spiele haben, wir die Platzierung für einen möglichen Aufstiegsplatz (zB. Oberliga Westfalen Tabellenplatz 2) durch eine Quotientenregelung ermittelt.

- Punkte geteilt durch Anzahl der ausgetragenen Spiele

- Bei Quotientengleichheit ist die Tordifferenz entscheidend. Sollte auch diese gleich sein, zählen die meist geschossenen Tore.

3.) Sollte diese ermittelte Mannschaft nicht mit dem Tabellenersten der Hinrunde übereinstimmen, dann steigt auch zusätzlich der Tabellenerste der Hinrunde mit auf. Bezüglich der Ermittlung des Tabellenersten der Hinrunde wird Ziffer 2 zugrunde gelegt.

4.) Bei Verzicht oder Nichtzulassung eines Aufsteigers nimmt die nächstbeste, aufstiegsbereite und zugelassene Mannschaft […] deren Platz ein.

Unsere urprüngliche Berichterstattung vom 30. April:

Westfalen - Der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) hat in einer am Donnerstagmittag veröffentlichten Pressemitteilung erklärt, dass er am 5. Mai eine Empfehlung zur Saisonwertung an das Präsidium und die Ständige Konferenz aussprechen wird. 

Der VFA spricht sich für eine Wertung der Saison mit Aufsteigern und ohne Absteiger aus. Und hat dafür wohl mittlerweile auch Rechtssicherheit. Denn das vom FLVW in Auftrag gegebene externe Rechtsgutachten unterstützt die Empfehlung des Ausschusses. Heißt: Der Verband sieht sich gegenüber möglichen Klagen von Klubs oder Sponsoren gewappnet.

Fußball in Westfalen: Mehrheit für Saison-Abbruch

Zuvor hatte das Gremium mit allen überkreislich spielenden Vereinen Videokonferenzen durchgeführt. Die überwältigende Mehrheit hatte sich dabei ebenfalls für einen Saison-Abbruch ausgesprochen*. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sind Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt. Die weiterhin geltende Kontaktsperre und die anhaltende Schließung von Sportstätten machen auch ein Mannschaftstraining unmöglich.

„Die zuständigen Rechts-Experten haben ganz klar formuliert, dass ein Saison-Abbruch – auch bei höherer Gewalt wie der Corona-Pandemie – nicht zum Nachteil der Vereine gewertet werden soll“, wird FLVW-Vizepräsident Amateurfußball Manfred Schnieders zitiert. Eine komplette Annullierung der Saison 2019/20 sei keine Option mehr für den Verband. Der VFA werde deswegen eine Wertung der Spielzeit mit Aufsteigern vornehmen. Wie diese final aussehen wird, steht aktuell noch nicht fest.

Fußball in Westfalen: Zwei Modelle stehen wohl noch zur Auswahl

„Wir werden uns alle Ligen genau anschauen und natürlich versuchen, die Empfehlungsgrundlage so fair wie möglich für die potenziellen Aufstiegskandidaten zu gestalten. Aufgrund einiger besonderer Situationen in einzelnen Staffeln wird es leider Härtefälle und Vereine geben, denen wir nicht gerecht werden können“, kündigt der VFA-Vorsitzende Reinhold Spohn an.

Zur Auswahl stehen wohl noch zwei Modelle. Zum einem die Wertung der Tabelle nach Abschluss der Hinrunde. Zum anderen die Wertung der aktuellen Tabelle, dann aber wohl mit Hilfe einer Quotienten-Regelung (Norweger-Modell), wie sie auch im Handball angewendet worden ist*. So wird sichergestellt, dass Teams, die weniger Spiele absolviert haben, nicht benachteiligt werden.

In der Fußball-Oberliga Westfalen ist die Situation kurios: Während das sieglose Schlusslicht Hammer SpVg über den Klassenerhalt jubelt*, wird an der Spitze gezittert: Der SC Wiedenbrück führt die Tabelle vor dem RSV Meinerzhagen und RW Ahlen an. Zwei Vereine steigen auf - Ahlen hat jedoch zwei Partien weniger gespielt. Sollte die Quotienten-Regelung zum Tragen kommen, hätten Wiedenbrück und Ahlen einen Vorteil vor Meinerzhagen.

Fußball in Westfalen: Mehr Staffeln in Landes- und Bezirksliga

Fest steht hingegen bereits, dass der VFA für die kommende Saison die Bezirksliga-Staffeln von derzeit zwölf auf 14 erhöhen wird. Zudem soll es eine weitere Landesliga-Staffel geben (bislang vier). Damit wolle der Verband zu große Staffeln und längere Fahrtwege für die Vereine vermeiden. Die endgültigen Staffelanzahlen und die dazugehörigen Einteilungen könne der Verband jedoch erst dann bestimmen, wenn der VFA das Datum für einen neuen Saisonstart kennt.

Einen zusätzlichen Aufstiegsplatz in die Bezirksliga erhalten die Kreise, die über einen „halben Aufsteiger“ (X,5) verfügen - zum Beispiel der Kreis Unna/Hamm (1,5) der Kreis Dortmund (2,5), der Kreis Siegen (1,5) oder der Hochsauerland-Kreis (1,5). In den Kreisen Olpe und Arnsberg gibt es brisante Härtefälle*.

Diese Relegationsspiele können nicht ausgetragen werden, so dass der halbe in einen direkten Aufstiegsplatz umgewandelt wird“, erläutert Spohn. Dabei werde es Härtefälle und Vereine geben, „denen wir nicht gerecht werden können.“

Fußball in Westfalen: So geht es bei Frauen weiter

Ähnlich soll auch im Frauenfußball verfahren werden: Statt der üblichen 18 wird es 23 Aufsteiger aus den Kreisen geben. Wie Marianne Finke-Holtz (Vorsitzende Kommission Frauenfußball) bestätigte, soll eine zusätzliche Bezirksliga-Staffel (7) eingerichtet werden.

Die bisher getroffenen Überlegungen betreffen die Meisterschaftsspiele der Männer und Frauen von der Kreisliga bis zur Oberliga. Der Verbands-Jugend-Ausschuss (VJA) berät derzeit ebenfalls über die Wertung der Saison. FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski: „Wir sind uns alle einig und plädieren für ein Saisonende, was im Juni formell und rechtskräftig beschlossen werden soll. Für die Wertung der Spielzeit hoffe ich auf das Verständnis der Vereine.“

Fußball in Westfalen: Weitere Gremien müssen noch zustimmen

Über die Empfehlung des VFA wird das Präsidium am Dienstag, 5. Mai, beraten. Am Montag, 11. Mai, tauschen sich die Mitglieder der Ständigen Konferenz – die sich aus den 29 Kreisvorsitzenden und den acht Präsidiumsmitgliedern zusammensetzt – über die Empfehlung aus. Anschließend wird diese auf einem Außerordentlichen Verbandstag zur finalen Abstimmung gestellt.

Aufgrund von Fristeinhaltungen wird dieser im Juni stattfinden. Die Zustimmung der weiteren Gremien sollte als Formsache gelten - schließlich waren sämtliche Klubs und Kreisvorstände bereits in den Entscheidungsprozess eingebunden.

„Wir sind uns alle einig und plädieren für ein Saisonende, was dann spätestens auch im Juni formell und rechtskräftig beschlossen werden soll. Für die Wertung der Spielzeit – wie immer sie dann final aussehen wird – hoffe ich ebenfalls auf das Verständnis der Vereine – hierfür bedanke ich mich noch einmal ausdrücklich“, so FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski.

*WA.de und Sauerlandkurier.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital- Redaktionsnetzwerks.

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