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Dortmunder Bäckermeister in ARD-Talkshow: Preise steigen, doch „Brötchen bleiben bezahlbar“ 

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Von: Daniele Giustolisi

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Der Dortmunder Bäckermeister Jürgen Hinkelmann, Chef der Kette „Grobe“, sprach in der ARD-Talkshow, „Hart aber fair“ Tacheles über steigende Preise.

Dortmund – Der Blick auf den Kassenbon schockt derzeit viele Dortmunder: Viele Lebensmittel sind deutlich teurer geworden, als noch vor ein paar Monaten. Bei „Hart aber fair“ in der ARD äußerte sich nun der Dortmunder Bäckermeister Jürgen Hinkelmann (Bäckerei Grobe) zur Explosion der Lebensmittelpreise – und sprach von einer „Spitze des Eisbergs“. RUHR24 fasst seine wichtigsten Aussagen zusammen.

SendungHart aber fair
AusstrahlungMontag, 23. Mai 2022 in der ARD
Zu GastJürgen Hinkelmann, Chef der Bäckereikette Grobe aus Dortmund

Dortmunder Bäckermeister Jürgen Hinkelmann bei „Hart aber Fair“ in der ARD: Käse immer teurer

Der 1964 in Dortmund geborene Hinkelmann ist Chef von 60 Grobe-Bäckereien im Ruhrgebiet, kennt also die Preisentwicklung auf dem Lebensmittelmarkt bestens. Der Grobe-Geschäftsführer betreibt Filialen in Dortmund, in Bochum, in Castrop-Rauxel, im Kreis Unna, in Iserlohn, in Schwerte und in Witten.

Nicht nur das Mehl für seine Brötchen und Brote sei zuletzt deutlich teurer geworden, sondern auch der Käse. „Die Märkte in China nehmen immer mehr Molkereiprodukte ab“, sagte Hinkelmann bei „Hart aber fair“. Einen Grund dafür sehen Experten in dem steigenden Pro-Kopf-Verbrauch an Milchprodukten der Chinesen, der mit einem bewussteren Lebensstil einhergehe.

„Hart aber fair“ in der ARD: Bäckermeister Jürgen Hinkelmann aus Dortmund erklärt hohe Preise für Käse, Eier und Mehl

Ein Grund für steigende Käsepreise sei zudem, dass die Futtermittelpreise gestiegen seien, was wiederum mit dem Ukraine-Krieg und dem dort aktuell lahmliegenden Getreide-Export zusammenhängt.

Der Preis habe sich verdoppelt, was auch auf die Preise für Eier zutreffe. Viele Betriebe hätten Hühner geschlachtet, weil das Futtermittel nicht mehr bezahlbar gewesen sei, im Umkehrschluss gäbe es weniger Eier für die nach wie vor hohe Nachfrage, was wiederum zu einer Preissteigerung führe.

Käse und Eier seien laut dem Dortmunder Bäckermeister aber nur „die Spitze des Eisbergs“. Das für den Bäcker wichtige Mehl sei deutlich teurer geworden – nicht zuletzt wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der gestoppten Getreide-Exporte. Hinkelmann befürchtet: Wenn ein Bäcker noch einen alten Vertrag hat, drohe ihm bald eine Verdopplung des Preises.

Jürgen Hinkelmann ist Bäckermeister, Geschäftsführer der Bäckereikette „Grobe“ in Dortmund, Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks.
Jürgen Hinkelmann ist Bäckermeister, Geschäftsführer der Bäckereikette „Grobe“ in Dortmund und Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. © Das Erste

Bäckerei-Kette Grobe in Dortmund: Preise für Brötchen haben sich in 20 Jahren fast verdoppelt

Bei der von Hinkelmann geführten Bäckereikette „Grobe“ (600 Mitarbeiter) musste der Preis für normale Brötchen im Vergleich zum Vorjahr um zwei Cent angehoben werden, auf 40 Cent. In diesem Jahr soll der Preis noch einmal um 2 Cent steigen. Vor 20 Jahren habe das Brötchen noch 25 Cent gekostet.

Während die Preise für Brötchen weiter steigen, nimmt Hinkelmann gleichzeitig die Angst vor einem Horror-Szenario: „Ich wehre mich dagegen zu sagen, im nächsten Jahr kosten die Brötchen einen Euro. Das ist völliger Humbug.“ Gegenüber RUHR24 ergänzt der Grobe-Chef: „Die Brötchen bleiben bezahlbar.“

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