1. SauerlandKurier
  2. Nordrhein-Westfalen

Dortmund verliert großen Carsharing-Anbieter – Partei hat Idee

Erstellt:

Von: Kathrin Ostroga

Kommentare

Dortmund verliert einen großen Carsharing-Anbieter. Das gefällt den Grünen im Rat gar nicht. Sie fordern die Verwaltung zum Handeln auf, wie RUHR24 weiß.

Update, Donnerstag (7. Juli), 10 Uhr: Dortmund – Mittlerweile hat sich der Carsharing-Anbieter auf die Anfrage von RUHR24 zurückgemeldet. In einer E-Mail heißt es: „Leider werden alle Stationen von Greenwheels bis Ende September geschlossen.“ Gründe für die Schließung nennt das Unternehmen nicht.

UnternehmenGreenwheels
Gründung1995
SitzDortmund

Dortmund verliert größten Carsharing-Anbieter – die Reaktion der Stadt ist verhalten

Erstmeldung, Mittwoch (6. Juli), 7.30 Uhr: Mittwoch Carsharing ist eine gute Möglichkeit auch ohne eigenes Autos durchs Leben zu kommen. Nicht überall fahren Busse und Bahnen immer zuverlässig hin. Durch die Möglichkeit sich unkompliziert ein Auto leihen zu können, wird es leichter auf ein eigenes Auto zu verzichten. Für viele Dortmunder könnte diese Option bald wegfallen, wie RUHR24 berichtet.

Mit Greenwheels zieht sich laut einer Pressemitteilung der Grünen der größte Carsharing-Anbieter der Stadt zurück. Sie beziehen sich auf eine Information, welche der Anbieter an seine Kunden geschickt haben soll. Demnach ist im Herbst Schluss für Greenwheels, nicht nur in Dortmund. Das Unternehmen plant, sich komplett aus Deutschland zurückzuziehen. 2016 war Greenwheels noch in 22 deutschen Städten vertreten.

Laut der Ratsfraktion der Grünen würde damit ein Großteil der Carsharing-Stationen in der Stadt Dortmund wegfallen. Warum der Anbieter aufhört, ist nicht klar. RUHR24 hat eine Anfrage an Greenwheels gestellt (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Dortmund: Aus für Carsharing-Anbieter – neue Anbieter im Gespräch

„Carsharing ist ein kleiner, aber nicht unwichtiger Teil der notwendigen Verkehrswende. Statt einer Verringerung der Angebote brauchen wir mehr davon. Es sollte längst ein stadtweites Carsharing-Konzept entwickelt und der Politik vorgelegt werden. Das ist bis jetzt nicht passiert. Vor diesem Hintergrund sollte die Verwaltung nach dem Rückzug von Greenwheels nun schnellstmöglich mit anderen Anbietern in Kontakt treten“, meint Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der Grünen Ratsfraktion.

Carsharing in Dortmund: Wichtig für Menschen ohne Auto

Carsharing gilt als klimafreundlich, weil viele Menschen sich ein Auto teilen und deshalb theoretisch weniger Autos produziert werden müssen. Durch weniger belegte Parkplätze in der Stadt ist außerdem mehr Platz für zum Beispiel Fahrräder. Zudem werden Menschen unterstützt, die kein eigenes Auto haben können – zum Beispiel aus finanziellen Gründen.

Eine weitere Möglichkeit ohne Auto in der Stadt auszukommen sind Bus und Bahn. Mit dem 9-Euro-Ticket sind sogar ferne Reisen von Dortmund aus möglich.

Carsharing
Carsharing ist eine gute Möglichkeit, auch ohne Auto auszukommen. © Michael Gestettenbauer/Imago

Dortmund: Parkplätze wurden zu Stellplätzen für Autoverleiher

Seit 2017 gilt in Deutschland das Carsharing-Gesetz. Mit diesem können Unternehmen gefördert werden – besonders, wenn ihre Autos schadstoffarm fahren. 2020 hat die Stadt Dortmund deshalb einige Parkplätze in Stellplätze für Carsharing-Anbieter umgewandelt.

„Ein Konzept macht allerdings nur dann Sinn, wenn es die entsprechenden Anbieter gibt. Dabei liegt Dortmund bundesweit schon jetzt beim Carsharing-Angebot weit hinten. Wir werden deshalb das Thema Carsharing unmittelbar nach den Sommerferien auf die Tagesordnung der entsprechenden Ausschüsse setzen“, so Ingrid Reuter.

Auch interessant

Kommentare