Raserei in der Innenstadt soll enden

So will Dortmund die Raser ausbremsen - Drastische Maßnahmen gegen Tuningszene

Der Wallring in Dortmund ist Treffpunkt von Rasern und Tunern. Einige veranstalten illegale Straßenrennen. Das will die Stadt mit harten Maßnahmen stoppen.

Dortmund - Die Stadt Dortmund will die Raser-Szene mit harten Maßnahmen aus der Stadt vertreiben. Immer wieder liefern sich Raser auf dem Wallring illegale Autorennen. Um das zu beenden, verschärft Dortmund zeitweise die Regeln und die Kontrollen.

StadtDortmund
Einwohner588.250 (Stand: 31.12.2019)
Stadtgliederung12 Stadtbezirke mit 62 Stadtteilen
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Dortmund: Stadt will Raser- und Tuningszene vertreiben

„Die Raserei in unserer Stadt muss aufhören“, sagt Oberbürgermeister Thomas Westphal. „Mit der Kombination unserer Maßnahmen und den polizeilichen Kontrollen und Einsätzen der letzten und auch kommenden Wochen wollen wir den Druck auf die Szene weiter hoch halten und erhöhen.“ Der Verkehr solle tagsüber nicht leiden. Wichtig sei es zudem, die Ängste und Beschwerden der Anwohner ernst zu nehmen.

Das Problem ist akut: Allein in der Nacht zu Donnerstag hatten Polizisten auf dem Wall Fahrer von rund 50 Fahrzeugen mit augenscheinlichem Bezug zur illegalen Raser-, Tuner- und Poserszene angetroffen. Insgesamt sechs Ruhestörungen meldeten Anwohner aus dem Bereich am Schwanenwall.

Die Polizisten verhängten elf Verwarngelder wegen unnützen Hin- und Herfahrens, stellten drei Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung und eine, weil einer der Fahrer ein Rotlicht überfahren hatte. Die Beamten sprachen 19 Platzverweise aus.

Raser in Dortmund: Diese Maßnahmen gelten

Die Stadt Dortmund will jetzt gegenlenken. Mit diesen Maßnahmen und Regeln will sie Raser in der Innenstadt stoppen:

  • Tempo runter: Ab dem Wochenende vom 22. und 23. Januar gilt auf dem gesamten Wall Tempo 30 - und zwar von 21 bis 5 Uhr.
  • Schilder: Um über das Tempolimit zu informieren, stellt das Tiefbauamt 100 Verkehrsschilder auf
  • Blitzer: Die festinstallierten Blitzer werden täglich auf die jeweils geltende Geschwindigkeit umgestellt, außerdem wird geprüft, ob weitere Blitzer aufgestellt werden.
  • Mobile Geschwindigkeitsmessung: Blitzerfahrzeuge sollen künftig auch nachts und am Wochenende in Dortmund unterwegs sein.
  • Schnelle Knöllchen: Die Verwarn- und Bußgeldverfahren sollen künftig schneller bearbeitet werden, heißt es von der Stadt Dortmund.

Wie lange die Maßnahmen genau gelten werden, teilt die Stadt Dortmund noch nicht mit. Auf ihrer Homepage heißt es lediglich, dass es sich um temporäre Maßnahmen handle, die man stetig überprüfen werde.

Hunderte Autos, die der Raser- und Tuning-Szene zugeordnet werden, hat die Polizei bei einem erneuten Großeinsatz an drei Stellen in Dortmund kontrolliert.

In Dortmund war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Vorfällen mit Rasern gekommen. Die Stadt hatte noch am Wochenende kontrolliert. Die Pandemie samt Lockdown schien die Situation verschlimmert zu haben, der Wall habe sich zur Ersatzdisko entwickelt, hieß es von der Polizei. In mehreren Nächten in Folge hatten sich Hunderte Raser und Tuner auf dem Wall getroffen.

In den vergangenen Jahren hatte es deutschlandweit nach illegalen Straßenrennen immer wieder Tote gegeben. Inzwischen sind einige der Raser wegen Mordes verurteilt worden.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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