Clubs nach dem Lockdown

Dortmund streicht Sperrstunde: Aufwind für das Nachtleben - aber zeitlich begrenzt

Die Stadt Dortmund schafft die Sperrstunde für das Nachtleben ab - erst einmal zeitlich begrenzt für neun Monate. Hilft das Clubs und Gastronomie nach schweren Corona-Zeiten?

Dortmund - Thomas Westphal (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, hat in einer Pressekonferenz des Verwaltungsvorstandes am Dienstag, 14. September, von dem Pilotversuch zum Ende der Sperrstunde gesprochen. Das Nachtleben in Dortmund sei der Stadt wichtig - und man habe bereits verschiedene Aktivitäten gestartet, um die Nachtclub-Betreiber und andere Anbieter zu unterstützen. „Jetzt kommt ein weiterer Schritt.“

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OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Sperrstunde in Dortmund fällt weg: Neun Monate Modellversuch nach Corona

Die Corona-Zeiten haben auch in Dortmund der Gastronomie zugesetzt. Ob Restaurants, Cafés, Bars, Discos oder Clubs - sie alle haben unterschiedlich schwer unter dem Lockdown gelitten und dürften es nicht allzu leicht haben, wieder auf die Beine zu kommen. Ist das Ende der Sperrstunde eine Möglichkeit, damit sich angeschlagene Betreiber wieder berappeln können?

Norbert Dahmen, Ordnungs- und Rechtsdezernent in Dortmund, sagte: Bereits im März 2021 sei im Rat der Beschluss gefasst worden, die Abschaffung der Sperrstunde in der Stadt zu untersuchen. Die Forderungen stammten seinen Angaben nach teils aus der Politik, zum Teil aus der Nightlife-Szene und aus der Wirtschaftsförderung. Ziel sei es, Dortmund im Nachtleben „interessanter, spannender“ zu machen.

Dortmund: Sperrstunde fällt weg - erst mal zeitlich begrenzt

Die Sperrstunde ist im Land NRW eigentlich noch von 5 bis 6 Uhr morgens gesetzlich vorgesehen - es sei denn, die jeweilige Ordnungsbehörde einer Stadt erlässt eine anderslautende Verordnung. Dahmen erklärte, Dortmund gehöre zu den Städten in NRW, die diese Sperrstunde noch haben. „Viele Städte haben keine Sperrstunde mehr - mit der Konsequenz, dass man am Wochenende 24 Stunden durchfeiern kann.“

Insbesondere Betreibern, die erst zur nächtlichen Stunde öffnen, spielt ein Wegfall der Sperrstunde in die Karten. Trotzdem will Dortmund nicht direkt in die Vollen gehen und die Sperrstunde per Verordnung abschaffen, sondern zunächst einen neunmonatigen Modellversuch durchführen. Der Zeitraum von neun Monaten sei bewusst gewählt, um die Auswirkungen auf das Nachtleben, aber auch auf das Stadt-Geschehen in verschiedenen Jahreszeiten zu beobachten, wie Dahmen erklärte.

Dortmund hebt Sperrstunde im Nachtleben auf - vorerst

Als in Dortmund der Modellversuch beschlossen wurde - im März während des Corona-Lockdowns - sei klar gewesen, dass der Versuch erst starten soll, sobald wieder normale Umstände in Gastronomie und Nachtleben herrschen.

Jetzt, wo das nach und nach der Fall sein wird, soll das Pilotprojekt Ende der Sperrstunde starten - am 1. Oktober 2021. Die neun Monate sind dann am 30. Juni 2022 zu Ende. Danach wollen die beteiligten Akteure laut Dahmen evaluieren, wie es gelaufen ist und dem Rat eine Beschlussfassung vorschlagen. „Wir sind positiv, dass es klappen wird, aber wir müssen natürlich die Entwicklung der nächsten Monate abwarten.“

Dortmund: Nachtleben ohne Sperrstunde nach schwieriger Corona-Zeit

Die ersten Öffnungen im Nachtleben von Dortmund nach Corona sind laut Dahmen jedenfalls reibungslos verlaufen - unter Mitwirkung des Ordungsdienstes, des Nachtbeauftragten und der Betreiber. Dabei hätten alle sehr gut an einem Strang gezogen.

Das Ziel unterm Strich: Die Attraktivität von Dortmund in Sachen Nachtleben steigern. Nach schweren Monaten im Lockdown könnte der Pilotversuch zum Wegfall der Sperrstunde also ein Punkt sein, der dabei hilft.

In Münster gab es nach einer Partynacht mit 2G-Regel zahlreiche Corona-Infektionen - allerdings mit leichten Verläufen. Die Stadt Münster lobte den Veranstalter für sein Hygienekonzept und den engen Austausch mit der Stadt. Die Bundesregierung bereitet sich unterdessen offenbar auf einen Teil-Lockdown vor. Es sind Geheim-Pläne durchgesickert. Die Opposition ist irritiert.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth

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