Züchter äußern Kritik nach Angriff in Drensteinfurt

Drei Doggen und ein Kater: So leben die Maszczyks in Walstedde

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Angelika Maszczyk mit Kater Gatzekt und den drei Doggen der Familie.

Walstedde - Der fast tödliche Angriff von vier Doggen auf eine 53-jährige Drensteinfurterin in Mersch hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Auch Familie Maszczyk aus Walstedde züchtet Doggen – Erfahrungen mit aggressiven Vertretern dieser Art hat sie bisher aber nicht gemacht.

Isabella Maszczyk schätzt an ihren Vierbeinern eher Eigenschaften wie Gutmütigkeit und Ausgeglichenheit. Dennoch: Dass eine Person allein mit vier Doggen spazieren geht, kann die Hundezüchterin nicht nachvollziehen.

Was letztlich genaue Ursache für das extreme Verhalten der Hunde war, lässt sich wohl nicht mehr klären. Lag es an Alter, Geschlecht, Zucht, Erziehung, Lebenssituation oder dem Umstand der Begegnung? Das alles könne bei dem Vorfall in Mersch eine Rolle gespielt haben, sagt die Züchterin. Sie und ihr Mann Roman Maszczyk sowie Tochter Angelika wohnen seit eineinhalb Jahren auf dem Gestüt Lükens in Walstedde. Doch die drei leben nicht allein dort, ihre Wohnung teilen sie sich mit drei Doggen und einem Kater. Unzählige Preise und Pokale haben die Tiere bereits gewonnen.

"Geeignet auch für Familien mit ganz kleinen Kindern"

Als ausgeglichen und gutmütig bezeichnen die Züchter aus Wal-stedde ihre Tiere, würden aber nie mit allen Hunden gleichzeitig spazieren gehen.

„Doggen sind richtige Familienhunde und trotz ihrer Größe und ihres Gewichtes gut geeignet auch für Familien mit ganz kleinen Kindern“, versichert Isabella Maszczyk. Hunde, die in der Familie aufwachsen und liebevoll betreut werden, seien nicht aggressiv. Dieses Problem kenne sie eher von Doggen, die im Zwinger geboren werden und von Anfang an nicht richtig an Menschen gewöhnt werden. Kommen Fremde zu Besuch, seien die Hunde zuerst misstrauisch und könnten auch wohl bellen, dann aber ganz schnell anhänglich werden. „Vorsichtig kommen sie und wollen gekrault werden. Richtige Schoßhunde sind das, wäre da nicht die Größe“, berichtet Isabella Maszczyk schmunzelnd.

Die zweijährige schwarze Dogge Buka mit der weißen Blesse auf der Brust ist die größte der Doggen auf dem Gestüt Lükens. Sie wiegt etwa 60 Kilogramm und damit 10 Kilogramm mehr als die vierjährige braungestromte Batumi. Die Maszczyks züchten Doggen. „Es geht aber nicht, dass die Hunde jedes Jahr gedeckt werden, die müssen sich auch ausruhen“, erklärt die Besitzerin.

Vom letzten Wurf haben sie Dosia behalten, die „Kleine“ ist sieben Monate und ihrer Mutter Batumi wie aus dem Gesicht geschnitten. Sie ist ungestüm und richtig verspielt. Zur Familie gehört noch Gatzek, ein Perserkater, der sich ganz gut unter den Hunden behaupten kann. Beide erwachsenen Hunde sind europäische Meister sowohl in Deutschland als auch in Polen. Die vielen Pokale und Abzeichen im Wohnzimmer sprechen für sich.

Die 22-jährige Angelika arbeitet in Drensteinfurt mit Pferden, sie hat die Hunde gut im Griff. Aufstellen fürs Foto in einer Reihe, sogar mit Besucherhund Fantasia, ebenfalls eine schwarze Dogge, ist kein Problem. Die Hunde gehorchen aufs Wort. Trotzdem, so versichert Isabella Maszczyk, gehe sie mit den Hunden nur einzeln spazieren. Beide zusammen nehme sie nur, wenn noch jemand mitgeht. Sie hat die Hunde in der Regel an der Leine.

"...dann wird der Hund sofort angeleint"

Auf dieser Straße hatte sich das Drama abgespielt.

Ab und zu, wenn kein Passant zu sehen ist, werden sie auch auf dem Feld freigelassen, dies sei zum Lernen, beispielsweise um zu apportieren, notwendig. Bei ihr gelte aber die Regel: „Sehe ich jemanden kommen, wird der Hund sofort angeleint.“ Das mache sie nicht etwa so, weil sie ihren Hunden nicht vertraut, aber ein Hund bleibe nun mal ein Hund. Es könnte ja sein, dass der Mensch sich komisch verhält oder aus Angst panisch reagiert, wenn er einen großen Hund sieht.

Dass Spaziergänger nach dem Vorfall in Mersch mehr Angst vor ihren Hunden hätten, sei ihr nicht aufgefallen. „Die Leute haben Respekt vor meinen Hunden, aber keine Angst“, versichert sie. Nicht garantieren könne Isabella Maszczyk für ihre Hunde, wenn in der Nacht ein Einbrecher ins Haus käme. „Das sind ja Beschützerhunde und darum werden sie uns beschützen“, glaubt die gebürtige Polin.

Quelle: wa.de

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