Rückkehr nach vier Monaten

„Endlich dürfen wir wieder rein“: Räumung in Bergkamen aufgehoben

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Die ersten Bewohner kehren zurück: Margit Hauswirth brachte schon am Donnerstagmittag die ersten Sachen zurück in ihre Wohnung.

[Update] Die Räumung der beiden Hochhäuser an der Töddinghauser Straße ist aufgehoben worden. Nach vier langen Monaten dürfen die Bewohner wieder zurück. Es ist eine langersehnte Rückkehr in das eigene Zuhause.

Bergkamen - Die Erleichterung war deutlich in allen Gesichtern zu erkennen: Um kurz nach 11 Uhr am Donnerstagmorgen gaben Dr. Hans-Joachim Peters und Felix Heusner von der Stadt und Verwalter Jörg Berchem bekannt, dass die geräumten Hochhäuser an der Töddinghauser Straße wieder bezogen werden dürfen.

Nur wenig später standen schon die ersten Bewohner vor den Türen. Manche von ihnen wollten eigentlich nur ein paar Sachen aus ihren Wohnungen holen, als sie erfuhren, dass sie wieder zurückkönnen. Die Erleichterung – sie ist auf beiden Seiten groß: Verwaltung und Bewohner freuen sich über die Entwicklung.

So richtig können die Eigentümer und Mieter das Glück kaum fassen. Über vier Monate währte ihre Heimatlosigkeit: Einige mussten in städtische Notunterkünfte ziehen, andere kamen provisorisch bei Verwandten oder Freunden unter. Immer begleitet von der unsicheren Frage, ob und wann sie nach Hause zurückkehren können. Jetzt ist es soweit: Mit der abschließenden Begehung durch den Brandschutz-Sachverständigen Dirk Hagebölling und einer Unterschrift ist ihre Odyssee durch verschiedene Wohnungen beendet.

Ausgelassene Freude und Erleichterung bei den Bewohnern

„Ich werde direkt packen gehen“, sagte Mieterin Bettina Marschall erfreut. Aufgeregt rief sie direkt einem Nachbarn zu: „Pack deine Sachen, wir dürfen nach Hause.“ Denn eigentlich wartete die 51-Jährige nur auf den normalen Einlass in ihre Wohnung, wie jeden Tag. Sie kam vor vier Monaten in der städtischen Notunterkunft unter und lebte zusammen mit einer Nachbarin in der kleinen Wohnung. In ihrem Zuhause zog sie sich nur noch um.

„Wir sind alle glücklich, darauf haben wir vier Monate lang gewartet“, so ist auch Margit Hauswirth zugleich erfreut und erleichtert, „endlich dürfen wir wieder rein.“ Sieben Mal hat die 72-Jährige ihre Unterkunft in den vergangenen vier Monaten wechseln müssen: Mal kam sie bei einer Freundin in Dortmund unter, dann wohnte sie bei ihrem Sohn in Saarbrücken oder bei der Tochter in Hessen. 

Vier Monate lebten sie aus Koffern

Seit einem Monat lebt sie in der Wohnung von Ariane Häring, bei ihr hätte sie noch länger bleiben können. „Ich bin ihr unendlich dankbar“, sagt Hauswirth. Die vergangene Zeit hat sie mitgenommen, hoch war die Belastung. Immer wieder musste sie lange Fahrten in Kauf nehmen, um in ihre Wohnung zurückzukehren. „Ich hatte vier Bandscheibenvorfälle, jetzt muss ich endlich keine Koffer mehr schleppen“, sagt sie.

Seit 23 Jahren besitzt Margit Hauswirth ihre Wohnung in der Töddinghauser Straße 137, die Aufhebung der Räumungsverfügung bedeutet für sie die Rückkehr in ihr vertrautes Heim. Für Andreas Ickeroth hingegen kommt sie zu spät. Er wohnte zur Miete, jetzt hat er seine Wohnung gekündigt und bereits einen neuen Mietvertrag unterschrieben. Aber auch er wirkt befreit, weil er endlich weiß, wie es weitergeht. In der Räumungszeit lebte er eigentlich bei seinen Eltern, doch Vater und Mutter verstarben kürzlich. Nun bedeutet der Wohnungswechsel einen Neuanfang. 

Weitere rechtliche Schritte werden im Oktober besprochen

Dr. Hans-Joachim Peters von der Stadt bat um Verständnis von den betroffenen Bürgern für die Räumung. Auch die Untersuchungen vom dritten Gutachter, Dirk Hagebölling hätten die Notwendigkeit nach dem Turmarkadenbrand bestätigt. Er ist sich sicher, wenn die Konstruktivität, die jetzt mit Verwalter Berchem herrsche, schon eher dagewesen wäre, dann wäre es schneller gegangen.

Endlich gute Nachrichten für die Bewohner der Töddinghauser Straße.

Wie es rechtlich und finanziell für die Bewohner weitergeht, wird sich im Oktober zeigen. Verwalter Jörg Berchem kündigte eine Eigentümerversammlung an. Ob Gutachter Thomas Albrecht, Rechtsanwalt André Picker und Klaus-Jürgen Schäfer mit dabei seien werden, wusste Berchem noch nicht. In Zukunft werden wohl sicherheitshalber alle drei bis sechs Jahre Brandschauen in den Hochhäusern stattfinden.

12.08 Uhr: "Wann können wir wieder heim?" haben die Bewohner der geräumten Häuser auf einem Plakat gefragt. Die Antwort ist: Jetzt sofort! Die Ersten haben bereits kurz nach der Verkündung ihre Koffer gepackt und kehren in ihre Wohnungen zurück. 

„Wir sind alle glücklich, darauf haben wir vier Monate lang gewartet“, so ist auch Margit Hauswirth zugleich erfreut und erleichtert, „endlich dürfen wir wieder rein.“ Sieben Mal hat die 72-Jährige ihre Unterkunft in den vergangenen vier Monaten wechseln müssen: Mal kam sie bei einer Freundin in Dortmund unter, dann wohnte sie bei ihrem Sohn in Saarbrücken oder bei der Tochter in Hessen. Seit einem Monat lebt sie in der Wohnung von Ariane Häring, bei ihr hätte sie noch länger bleiben können. „Ich bin ihr unendlich dankbar“, sagt Hauswirth. Die vergangene Zeit hat sie mitgenommen, hoch war die Belastung. Immer wieder musste sie lange Fahrten in Kauf nehmen, um in ihre Wohnung zurückzukehren. „Ich hatte vier Bandscheibenvorfälle, jetzt muss ich endlich keine Koffer mehr schleppen“, sagt sie.

11.33 Uhr: Welche rechtlichen Folgen die Räumung und die Zeit ohne Zuhause haben wird, ist noch unklar. Berchem sagt, dass dies in der Eigentümerversammlung im Oktober besprochen wird.

11.31 Uhr: Für die Restmängel gibt es bald ein Schriftstück. Mit dabei wird wieder Dirk Hagebölling als Sachverständiger sein. Dazu erfolgt noch ein formeller Erlass, sagt Peters.

Felix Heusner kündigt an, dass alle drei bis sechs Jahre Brandschauen in den Hochhäusern an der Töddinghauser Straße stattfinden werden. Es sei sinnvoll, dass ein Brandschutz-Beauftragter von Seiten der Eigentümer bestimmt wird, der permanent kontrolliert.

11.29 Uhr: Auch ein Brand im Keller des Gebäudes hätte die Räumung auslösen können. 

11.26 Uhr: Das Ursache-Prinzip greift, sagt Peters, gerade was Kosten der Sicherheits. Die zwischen 13 und 15 Bewohner, die in Notunterkünften unterkamen, können aufatmen: Die Verwaltung wird ihnen nur die verbrauchten Nebenkosten berechnen. Es sei eine besondere Form der Obdachlosigkeit gewesen, sagt Peters.

11.24 Uhr: Ob die Telefon- und Internet-Probleme aufgehoben wurden, steht noch nicht fest. Die Telekom hatte Probleme damit gemeldet. Berchem kündigt aber an, dass die Wohnungen eine eigene Glasfaser-Leitung bekommen.

11.23 Uhr: Berchem rechnet damit, dass die ersten Bewohner schon heute wiederkehren werden. Ab 12 Uhr dürfen die Bewohner eh für die tägliche Begehung wieder in ihre Wohnungen. 

11.23 Uhr: Der Krisenstab der Eigentümer stehe nun mit Aufhebung der Räumung vor der Auflösung, sagt Berchem.

11.22 Uhr: Im Oktober wird es eine weitere Eigentümerversammlung geben. Dort wird entschieden, wie es für sie weitergehen. Ob Gutachter Albrecht und Brandschutz-Experte Klaus-Jürgen Schäfer dabei sein werden, weiß er noch nicht. 

11.21 Uhr: Berchem möchte nun alle Eigentümer und Mieter informieren, dass sie wieder zurückkönnen.

11.20 Uhr: Peters bittet um Verständnis von den betroffenen Bürgern. Er ist sich sicher, wenn die Konstruktivität, die jetzt mit Verwalter Berchem herrsche, schon eher dagewesen wäre, dann wäre es schneller gegangen.

11.18 Uhr: Verwalter Berchem hat somit auch schriftlich den Antrag zur Aufhebung der Räumung zurückgezogen. Seitdem die persönliche Kommunikation gegeben sei, hätte sich alles verbessert, sagte Peters. Auch die Behörden hätten durch die Situation viel "Leid und Kummer" erlebt.

11.15 Uhr: Die Verwaltung hat das Okay gegeben: Die Bewohner dürfen sofort zurück. "Ohne jede Verzögerung", sagt Peters. Seit Abschluss der Begehung dürfen die Wohnungen wieder benutzt werden. Die Begehung war zugleich die Brandverhütungsschau. Die Ergebnisse dieser gibt es bald. Die Nutzung ist aber unabhängig von dieser wieder erlaubt.

11.15 Uhr: Peters verteidigt die Räumung. Er betont, dass Hagebölling die Entscheidung zur Räumung richtig war. Die größten Mängel seien nun behoben.

11.13 Uhr: Nunmehr sei ein Zustand erreicht worden, der erlaubt, dass die Bewohner zurückkehren können! Hagebölling sagt aber, dass noch weitere Maßnahmen erfolgen müssen.

11.12 Uhr: Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden durchgeführt und auch ergänzt, sagt Hagebölling in seiner schriftlichen Stellungnahme.

11.10 Uhr: Die Kellerersatzräume wurden leergeräumt, die Mängel an diesen wurden behoben. Die vorhandene Türen zum Flur mussten rauchdicht werden. Es gibt noch kleinere Dinge, die noch behoben werden müssen, sagt Heusner, jedoch sei für diese nicht nötig, die Räumung aufrecht zu erhalten.

11.09 Uhr: Felix Heusner wiederholt die drei Hauptpunkte: die Müllabfuhrschächte sollte feuerbeständig und rauchdicht verschlossen werden. In den nächsten Wochen soll noch etwas an den Schächten installiert werden, sodass sie weiter genutzt werden können. Momentan sind sie vollkommen verschlossen.

11.07 Uhr: Peters bedankt sich ausdrücklich bei Jörg Berchem. Herr Michalik von der Feuerwehr Bergkamen unterstützte die Eigentümer in der Feinabstimmung immer wieder während der Umbauarbeiten.

11.05 Uhr: Peters spricht von einem Erfolg. Mehr ist noch nicht bekannt.

11.04 Uhr: Die Begehung fand um 7.30 Uhr am Donnerstag statt. An der Pressekonferenz nehmen Dr. Hans-Joachim Peters und Felix Heusner von der Stadt teil und Jörg Berchem teil.

Die Häuser waren nach einem Brand im angrenzenden Einkaufszentrum Turmarkaden geräumt worden. Seitdem sind die rund 90 Bewohner ohne festen Wohnsitz, einige sind in Notunterkünften untergekommen.

Lange gab es Streit um die notwendigen Brandschutzmaßnahmen. Die Stadt stellte einen unabhängigen Experten, Dirk Hagebölling ein, um die Reparaturarbeiten der Eigentümer zu begutachten. Er forderte drei Nach-Arbeiten, die Ende vergangener Woche abgeschlossen wurden.

Heute Mittag wird in einer Pressekonferenz das Ergebnis verkündet. Ist die monatelange Odyssee zu Ende und dürfen die Bewohner noch heute zurück in ihre Wohnungen?

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Quelle: wa.de

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