Husten, Schnupfen, Halsschmerzen

Aktuelle Erkältungswelle: Darf mein Kind trotz Symptomen in Schule oder Kita?

In Schulen und Kitas in NRW gibt es eine Erkältungs-Welle. Da die Symptome denen einer Corona-Infektion ähneln, fragen sich Eltern: Muss mein Kind zu Hause bleiben?

Hamm - Husten, Halsschmerzen und Schnupfnase: Erkältete Kinder in Schulen und Kitas sind gerade im Herbst und Winter nichts Ungewöhnliches und eigentlich kein Anlass zur Sorge. Ungewöhnlich ist in diesem Jahr aber, dass viele Kinder in Nordrhein-Westfalen schon jetzt mit Erkältungen zu kämpfen haben. Weil die typischen Symptome davon ähnlich zu denen einer Corona-Infektion sind, stehen immer mehr Eltern vor der Frage, wie sie sich verhalten sollen, wenn ihr Kind Husten und Schnupfen hat.

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme.

Erkältungen in Schule und Kita: Dürfen Kinder trotz Symptomen hin?

„Wir haben in der Ruhrgebietsschiene und der Rheinlandsschiene eine gewisse Erkältungs-Welle“, sagte Klaus Bremen, Landesvorsitzender des Deutschen Kitaverbandes in NRW, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auch Axel Gerschlauer, Sprecher des Berufsverbands Kinder- und Jugendärzte Nordrhein, hat diese Entwicklung beobachtet: „Das ist ein vorgezogener Herbst und Winter.“ Durch Kontaktbeschränkungen, Lockdown und Corona-Regeln habe es eine „künstliche Ruhe an der Infektionsfront“ gegeben. Das Immunsystem reagiere daher nun empfindlicher auf Viren. Daher raten Ärzte erwachsenen Patienten, sich gegen die Grippe impfen zu lassen - zumal das einen positiven Nebeneffekt bei einer möglichen Corona-Infektion haben könnte.

Das empflindliche Immunsystem hat zur Folge, dass Kinder sich leichter mit den Erkältungs-Erregern anstecken und typische Symptome wie Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen entwickeln. Da die aber auch bei einer Infektion mit dem Coronavirus auftreten können, wissen Eltern am Anfang nicht, ob es sich bei ihrem Kind um eine harmlose Erkältung oder um eine Covid-19-Erkrankung handelt.

Damit sich Corona durch nicht entdeckte Infektionen nicht zu stark in Schulen und Kitas ausbreitet, haben die entsprechenden Ministerien Handlungsempfehlungen für Eltern zusammengestellt, anhand derer sie abwägen sollen, ob sie ihr Kind trotz Symptomen in die jeweilige Einrichtung schicken können. „Vor Betreten der Schule, also bereits im Elternhaus, muss abgeklärt werden, dass die Schülerinnen und Schüler keine Symptome einer Covid-19-Erkrankung aufweisen. Sollten entsprechende Symptome vorliegen, ist die individuelle ärztliche Abklärung vorrangig und die Schule zunächst nicht zu betreten“, heißt es in einer Eltern-Information des NRW-Schulministeriums.

Trotz Erkältung in Schule oder Kita? Das sagen die Ministerien

Darin wird beispielsweise vorgeschlagen, dass ein verschnupftes Kind ohne weitere Symptome für 24 Stunden zur Beobachtung zu Hause bleiben soll. Treten in diesem Zeitraum keine weiteren Symptome wie Fieber oder trockener Husten auf, darf es am nächsten Tag wieder in die Schule. Andernfalls muss es zu Hause bleiben und die Eltern müssen entscheiden, ob ein Arztbesuch notwendig ist. Erst wenn das Kind „einen Tag fieberfrei und in einem guten Allgemeinzustand ist“, kann es in die Schule zurückkehren.

Ähnlich sehen auch die Regelungen für Kita-Kinder aus. „Kinder mit Fieber und/oder Symptomen, die nach Einschätzung der Eltern und der Einrichtung oder Kindertagespflegestelle auf eine akute, infektiöse und ansteckende Erkrankung hinweisen, sollen nicht betreut werden“, schreibt das zuständige NRW-Familienministerium in einer Empfehlung für Eltern. Bei einem einfachen Schnupfen gilt auch dort: Einen Tag sollten Kinder zu Hause bleiben. Ohne weitere Symptome können sie dann wieder in die Kita gehen.

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa

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