Mordkommission eingeschaltet

Baby ertrinkt in Badewanne – Ermittlungen gegen Mutter

In Espelkamp ist ein Baby in einer Badewanne zu Tode gekommen. (Symbolbild)
+
In Espelkamp ist ein Baby in einer Badewanne zu Tode gekommen. (Symbolbild)

Nach einem ungeklärten Baby-Tod in Minden-Lübbecke übernahm eine Mordkommission aus Bielefeld die Ermittlungen in Espelkamp. Das Obduktionsergebnis der Leiche liegt nun vor.

Espelkamp/Bielefeld – In der Wohnung eines Mehrfamilienhauses in Espelkamp kam ein Baby in einer Badewanne zu Tode. Nach dem schrecklichen Vorfall übernahm eine Mordkommission der Polizei Bielefeld die Ermittlungen im Kreis Minden-Lübbecke. Die Beamten wollen herausfinden, warum der Säugling sterben musste. Das Obduktionsergebnis, welches den Ermittlern nun vorliegt, liefert wichtige Anhaltspunkte.

Stadt:Espelkamp (Minden-Lübbecke)
Einwohner: 4.782 (31. Dezember 2019)
Bundesland:NRW

Minden-Lübbecke: Woran starb das Baby? Behörden aus Bielefeld ermitteln

Bei der Untersuchung des Leichnams wurden nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft Bielefeld* keine Anzeichen auf ein Gewaltverbrechen gefunden. Das Ergebnis der Obduktion lässt mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf schließen, dass der Tod des Babys durch Ertrinken einsetzte. Der Säugling war am vergangenen Donnerstag (21. Januar) beim Baden in einer Wanne in Minden-Lübbecke ums Leben gekommen.

Die Mutter des Babys wohnt offenbar allein mit ihren drei Kindern in der Wohnung in Espelkamp. Wie das Westfalen-Blatt berichtet, soll sie unter einer Krankheit leiden. Ihren Säugling, der Berichten zufolge elf Monate alt war, hatte die Frau in die Badewanne gesetzt. Das Wasser habe sie aber nicht angestellt. Stattdessen soll sie ein Medikament eingenommen haben, weil es ihr nicht gut ging.

Minden-Lübbecke: Mutter findet Baby in Badewanne – Nachbarin wählt den Notruf

Später, als sich ihr Gesundheitszustand wieder verbessert hatte, sei der Mutter ihr Baby wieder eingefallen. Als sie jedoch dann in die Badewanne blickte, war diese mit heißem Wasser gefüllt und ihr Kind saß schwer verletzt mittendrin. Daraufhin sei die Frau schreiend zu einer Nachbarin gelaufen, die schließlich den Notruf absetzte, um die Einsatzkräfte aus dem Kreis Minden-Lübbecke zu verständigen.

In der Aufregung soll sie ihre eigene Adresse angegeben haben, was zu einer ganz kurzen Verzögerung des Rettungseinsatzes in Espelkamp führte. Diese sei aber nicht ausschlaggebend für den Tod des Babys gewesen. Ein Notarzt soll über mehrere Minuten vergebens versucht haben, das schwerverletzte Kind wiederzubeleben. Nach dem tragischen Fall schalteten sich die Behörden in Bielefeld ein.

Mordkommission aus Bielefeld ermittelt gegen die Kindesmutter

„Gegen die Kindsmutter wird derzeit wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Bielefeld am Mittwoch (27. Januar) in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Bei der Kripo soll sie angegeben haben, dass eines der beiden Kinder das heiße Wasser aufgedreht haben könnte. Die Ermittler der Mordkommission arbeiten weiter an der Aufklärung des Baby-Tods in Espelkamp.

Das zuständige Jugendamt im Kreis Minden-Lübbecke sei über die Zustände innerhalb der Familie informiert gewesen, berichten mehrere Medien. Hätte das Amt den Tod des Babys verhindern können und die Familie stärker im Fokus haben müssen? Das betroffene Wohngebiet in Espelkamp, indem sich der tragische Vorfall ereignete, gilt offenbar als sozialer Brennpunkt. (*Owl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare