Massentests

Corona-Ausbruch: Entscheidung zu Lockdown in Euskirchen nach Massentests

Explosive Mischung: Das Coronavirus ist bei einer Großfamilie nach einem Gottesdienst ausgebrochen. Die Bewohner plagen böse Sorgen - Die Entscheidung über einen möglichen Lockdown ist gefallen.

  • Das Coronavirus* ist im Kreis Euskirchen (NRW) ausgebrochen.
  • Nachdem 13 Familienmitglieder infiziert sind, befürchtete die Region in NRW den Lockdown wegen des Coronavirus.
  • Nach Massentests steht eine Entscheidung fest.

Euskirchen - Die Unsicherheit war groß, als 13 Familienmitglieder in einer freikirchlichen Gemeinde im Kreis Euskirchen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Bevölkerung befürchtete einen Lockdown wie in den Kreisen Warendorf und Gütersloh. In Euskirchen wurden in einer Familie das Elternpaar und elf ihrer Kinder positiv auf Corona getestet. Alle - rund 1000 - Mitglieder ihrer freikirchlichen Gemeinde in NRW mussten in Quarantäne. Es wurden Massentests durchgeführt. 

Kreis Euskirchen

Bevölkerung

193.656 (Stand 31. Dezember, 2019)

Fläche

1.248,73 Quadratkilometer

Landrat

Günter Rosenke

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Update, 10. Juli, 16.07 Uhr: Nach weiteren niedrigen Infektionszahlen aus einer freikirchlichen Gemeinde sind die befürchteten Einschränkungen im Kreis Euskirchen vom Tisch: Von den neuen rund 220 Corona-Testergebnissen waren nach Angaben des Kreises von Freitag elf positiv.

Die Quarantäne für alle negativ Getesteten werde damit aufgehoben, sagte ein Sprecher des Kreises Euskirchen. Insgesamt seien 870 Mitglieder der mennonitischen Gemeinde getestet worden und Menschen aus dem direkten Umfeld. Davon seien insgesamt 25 positiv. Damit seien die Tests abgeschlossen.

Der knapp 200.000 Einwohner zählende Kreis Euskirchen hätte bei fast 100 Infizierten in kurzer Zeit eine entscheidende Marke erreicht: Ab dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen müssen Einschränkungen im öffentlichen Leben für einen Kreis in Betracht gezogen werden.

Coronavirus in Euskirchen: Entwarnung nach Massentests

Update, 10. Juli, 11.35 Uhr: Entwarnung in Euskirchen: Nachdem sich eine 13 Familienmitglieder einer Großfamilie der Mennoniten-Gemeinde mit dem Coronavirus infiziert hatten, wurden alle rund 1000 Mitglieder der Gemeinde getestet. Insgesamt wurde bei nur 25 das Coronavirus festgestellt. Die Quarantäne für alle negativ Getesteten werde damit aufgehoben, sagte der Sprecher des Kreises Euskirchen Wolfgang Andres. Dem Kreis in NRW hätte der Lockdown gedroht, wenn 100 positiv getestet worden wären.

Update, 10. Juli, 8.44 Uhr: Nachdem bei einer Familie 13 Familienmitglieder im Kreis Euskirchen mit dem Coronavirus infiziert waren, wurden rund 1000 Gemeindemitglieder getestet. Heute erwartet der Kreis in NRW die rund 300 ausstehenden Testergebnisse. Am Vortag hatte die Behörde mitgeteilt, dass es nur wenige Infizierte in einer freikirchlichen Gemeinde gibt - 14 von 648 Tests waren positiv. Landrat Günter Rosenke rechnete vorerst nicht mit Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen einer zu hohen Infektionskennziffer, verwies aber auf die noch ausstehenden Ergebnisse. 

Coronavirus in Euskirchen: Entwarnung im Kreis - Lockdown kommt nicht 

Update, 9. Juli, 15.54 Uhr: Wie jetzt bekannt gegeben wurde, waren die infizierten Familienmitglieder zwischen 11 und 61 Jahren, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes, Christian Ramolla. Entgegen der Befürchtung die Mitglieder der Mennoniten-Gemeinde hätten sich bei einem Gottesdienst angesteckt, gebe es jetzt Hinweise, dass sich diese Personen nicht in Euskirchen, sondern bei einer Auslandsreise im Baltikum angesteckt haben könnten. Rund 1000 Menschen aus der Gemeinde oder Besucher ihrer Veranstaltungen sind nach Behördenangaben bis zum 18. Juli unter Quarantäne gestellt - ungeachtet, ob sie negativ getestet wurden.
Update, 9. Juli, 13.51 Uhr: Gute Nachrichten aus dem Kreis Euskirchen: Erste Testergebnisse stimmen die Region positiv. Von den 648 bislang ausgewerteten Tests sei l ediglich bei 14 Personen das Coronavirus nachgewiesen worden, sagte Landrat in NRW, Günter Rosenke, am Donnerstag. Gut300 weitere Ergebnisse würden an diesem Freitag erwartet. Insgesamt sind also 27 Personen mit dem Coronavirus infiziert - zuvor waren 13 Mitglieder einer Familie an Covid-19 erkrankt. 
Update, 9. Juli, 11.03 Uhr: Seit Mittwoch werden Massentests an den rund 1000 Mitgliedern der Mennoniten-Gemeinde durchgeführt. Um 13.30 Uhr will der Kreis Euskirchen (NRW) bei  Pressekonferenz über die aktuellen Ergebnisse informieren. Nachdem das Coronavirus bei einer Großfamilie ausgebrochen ist, befinden sich die Gemeindemitglieder in Quarantäne. 

Coronavirus im Kreis Euskirchen: Nächster Lockdown in NRW möglich

8. Juli: Sind die ersten 13 Infektionen nur der Anfang? Bereits bei 100 positiven Test-Ergebnissen könnte auf die Region in NRW mit 200.000 Einwohnern das Gleiche zukommen wie zuletzt auf die Kreise Warendorf und Gütersloh: der Lockdown, also erneute Einschränkungen des öffentlichen Lebens, berichtet wa.de*. Denn wenn 100 Personen mit dem Coronavirus infiziert sind, ist die wichtige Infektionskennziffer von 50 erreicht - dann würde es dem Kreis in Nordrhein-Westfalen ähnlich ergehen wie schon dem Kreis Gütersloh.  

Coronavirus in Euskirchen (NRW): Kreis bald im Lockdown?

Am Mittwoch haben die Tests auf das Coronavirus in der Region in NRW begonnen - und gehen am Donnerstag, 9. Juli, weiter. Mit ersten Ergebnissen rechnet der Kreis schon am Freitag. Dann könnte sich nach Angaben des Sprechers Wolfgang Andres zeigen, in welche Richtung es geht. "Wartet mal ab, vielleicht machen wir uns ja alle viel zu viel Gedanken. Wir wissen es einfach nicht", sagte Andres am Mittwoch. Und dennoch: Nach dem Ausbruch bei einer Familie in dem Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen steht die Sorge vor dem Lockdown im Raum.

Der Ursprung geht zurück auf eine große Familie in der kleineren Stadt Euskirchen (NRW) am Rand der Eifel: Die Mutter kam mit Krankheitssymptomen ins Krankenhaus. Bei ihr wurde das Coronavirus festgestellt. Danach auch beim Vater und bei elf der 13 Kinder - jetzt wird befürchtet, dass in der ganzen Region der Lockdown ausgerufen wird. Die Familie gehört zur Euskirchener Mennoniten-Brüdergemeinde.

Gottesdienst ohne Teilnehmerliste: Coronavirus bricht nach Regelverstoß im Kreis Euskirchen aus - Lockdown steht im Raum

Die meisten der in Euskirchen lebenden Mennoniten kamen nach Angaben des Kreises in den neunziger Jahren aus der Sowjetunion und leben in ihrer Gemeinde eher für sich: "Kein Kind ist im städtischen Kindergarten angemeldet. Die bleiben bis zur Schulpflicht in der Familie. Danach gehen die in die eigene Schule, in die Menno-Simons-Schule", so Andres. Zentrales Problem der Corona-Situation in Euskirchen (NRW): Es gibt keine Listen von Gottesdienstbesuchern. "Das Entscheidende ist, dass die Mennoniten keine Liste geführt haben", sagte Behördensprecher Andres - damit hätten sie gegen die Coronaschutzverordnung verstoßen. Der Region könnte jetzt ein Lockdown bevorstehen, sollten bei den Massentests mehr als 100 Personen infiziert sein.

Bald ein normales Bild in der Gemeinde in Euskirchen in NRW? Nachdem das Coronavirus bei einer Familie ausgebrochen ist, fürchtet der Kreis jetzt den Lockdown.

Die Gemeinde habe das für sich anders organisiert: Zu einer bestimmten Zeit durften Mitglieder mit dem Anfangsbuchstaben im Namen etwa von A bis K in die Messe gehen. Zu einem anderen Zeitpunkt die von L bis Z. Angeblich seien auch die Hygienemaßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus erfüllt worden, die das Land NRW vorgeschrieben hat. Aber es sei eben unklar, welche Gemeindemitglieder mit der infizierten Familie aus Euskirchen in der Kirche waren.

Lockdown in Euskirchen möglich: Nach Verstoß der Schutzmaßnahmen laufen Massentests

Damit ist der Fall eingetreten, den die Behörden mit der oft als lästig empfundenen Dokumentation in Kirchen, Gaststätten oder etwa auch Hotels verhindern will: Teilnehmer und Gäste müssen sich auch mit Uhrzeit eintragen, damit im Ernstfall Infektionsketten verfolgbar sind. In Euskirchen (NRW) steht daher nun die komplette Gemeinde mit rund 1000 Menschen unter Quarantäne. Die ersten Massentests auf das Coronavirus laufen. Am Freitag werden erste Ergebnisse erwartet - dann ist auch absehbar, wie wahrscheinlich ein Lockdown im Kreis ist.

Bei der Gemeinde in NRW war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Aber in der Kreisverwaltung ist zu hören, wie unangenehm die Sache den Gemeindemitgliedern sei, die als sehr höflich bekannt seien. Sie hätten sofort mit der Behörde zusammengearbeitet. Für den Fall der Fälle - der Lockdown - hat der Kreis laut Sprecher Andres noch keinen Plan in der Schublade -  Dann müsse man sich "neu positionieren." In unserem News-Ticker berichten wir über die aktuellen Entwicklungen des Coronavirus in NRW. - *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa

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