Alle aktuellen Entwicklungen im News-Ticker

Sprengstoff-Fund in Hemer: Bericht im Innenausschuss

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In der Wohnung wurden verschiedene, frei verkäufliche Chemikalien gefunden.

[Update] Hemer - Der im Zusammenhang mit dem Fund explosiver Chemikalien in einer Gartenhütte in Hemer-Westig gesuchte Mann aus Iserlohn ist nach der Vernehmung wieder auf freiem Fuß. Aktuelle Entwicklungen im News-Ticker.

  • In einem Gartenhaus in Hemer-Westig gab es am Dienstag eine Explosion.
  • Eine große Menge selbsthergestellter Sprengstoff wurde dort gelagert.
  • LKA-Experten zerstörten die Chemikalien durch mehrere Sprengungen an zwei Tagen.
  • Der Sohn des verstorbenen Gartenhaus-Besitzers hat sich am Freitag bei der Polizei gemeldet. Er wurde am Samstag auf freien Fuß gesetzt.
  • Bei einer Durchsuchung der Wohnung wurden weitere Chemikalien entdeckt.

+++ Update, Mittwoch, 5. Juni: Der Fall aus Hemer hat zwischenzeitlich auch den Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags beschäftigt. 

In einer Antwort auf einen Antrag der SPD-Fraktion -  "Welche Hintergrpnde snd über die Explosion in Hemer-Westig bekannt?" - hat Innenminister Herbert Reul mit einem schriftlichen Bericht geantwortet. Zitiert wird ein Bericht der Leitenden Oberstaatsanwältin in Hagen an das Ministerium der Justiz vom 28. Mai.

Darin wird der Sachverhalt ausführlich geschildert und der Beschuldigte dahingehend zitiert, dass er kein Terrorist sei und niemandem habe schaden wollen. "Aus Neugier und weil er gut in Chemie gewesen sei, interessiere er sich für das Basteln von Sprengstoffen. Auch für Waffen interessiere er sich, sei aber mit der Einziehung und Vernichtung sämtlicher aufgefundener Gegenstände einverstanden", heißt es weiter. 

Die Untersuchung der sichergestellten Chemikalien und der Speichermedien dauere an. Für eine politisch motivierte Tatbegehung hätten sich bislang keine Anhaltspunkte gefunden. 

+++ Update, Samstag, 13.40 Uhr

Der am gestrigen Tag bei der Polizei erschienene 44-jährige Iserlohner, der der Sohn des verstorbenen Gartenhaus-Besitzers ist, ist am Samstag nach umfangreichen Vernehmungen wieder entlassen worden. Die zuständige Amtsrichterin sah gegenwärtig keine Haftgründe.

Die Ermittlungen der Polizei dauern jedoch an. Gemeinsam mit der Feuerwehr läuft die Analyse der Chemikalien. Es geht etwa um die Frage, ob von ihnen eine Gefahr ausging und ob sie in diesen Mengen legal zu beschaffen waren.

+++ Update, Freitag, 22.45 Uhr

Frei verkäufliche Chemikalien wurden in der Wohnung des Mannes gefunden und sichergestellt, teilt die Polizei mit. Weil eine Gefährdung durch diese Chemikalien nicht vollständig auszuschließen war, wurde eine Chemikerin zur Inaugenscheinnahme hinzugezogen. In Zusammenarbeit mit einem örtlichen Entsorgungsunternehmen wurden die Funde fachgerecht entsorgt. 

+++ Update, Freitag, 18.24 Uhr

Die Durchsuchung läuft zur Stunde noch. Aus der Wohnung werden Chemikalien getragen und transportfähig in Kunststoffbehälter verpackt. Nach groben Polizeischätzungen wird sich die Aktion in den frühen Abend hineinziehen. Neben Kräften der Werkfeuerwehr Hexion ist auch die Feuerwehr Iserlohn vor Ort.

Zum Hintergrund des 44-Jährigen liegen aktuell keine neuen Informationen vor. Die Befragung läuft laut Polizei noch.

+++ Update Freitag, 16.29 Uhr

Der seit Dienstag unauffindbare 44-Jährige, Sohn des verstorbenen Gartenhaus-Besitzers aus Hemer, hat sich am Vormittag telefonisch bei der Polizei gemeldet. Aktuell wird er von Ermittlern in Iserlohn befragt. Das bestätigte soeben die Kreispolizei Iserlohn.

Gleichzeitig läuft mit Zustimmung des Mannes eine weitere Durchsuchung seiner Wohnung an der Westfalenstraße in Iserlohn. Für die fachgerechte Entsorgung von Chemikalien stehen Kräfte der Werkfeuerwehr Hexion (Letmathe) bereit. Experten des Landeskriminalamtes, die am Dienstag und Mittwoch die in der Gartenhütte gefundenen Materialien kontrolliert gesprengt hatten, sind nicht vor Ort. Die Polizei geht nicht von weiteren explosiven Sprengsätzen aus.

Die Aktion gestaltet sich als schwierig, da die Wohnung offenbar extrem unaufgeräumt ist.

Durchsuchung an der Westfalenstraße in Iserlohn.

+++ Update Donnerstag, 11.50 Uhr

Auch am Donnerstag fehlt bislang jede Spur von dem 44-jährigen Mann, dessen Iserlohner Wohnung am Dienstagabend in Zusammenhang mit dem Chemikalien-Fund in Hemer durchsucht worden ist. Er werde weiter als Zeuge gesucht und nicht als Beschuldigter – auf diese Aussage legte man bei der Kreispolizeibehörde in Iserlohn Wert.

Auszuschließen sei es aber nicht, dass er die Chemikalien in der Gartenhütte deponiert habe, die seinem verstorbenen Vater, einem passionierten Jäger, gehörte.

Im Bereich dieser Gartenhütte waren die Chemikalien gefunden worden.

Unklarheit herrscht weiterhin, um welche Substanzen es sich genau handelte, die am Dienstag in dem Gartenhaus gefunden wurden. Die Polizei geht von einem Selbstlaborat aus, laut LKA-Experten HMTD (Hexamethylentriperoxiddiamin) ähnlich. Diese chemische Verbindung  gilt als äußerst wirkungsvoller Initialsprengstoff; die Einwirkung von Schlag, Hitze, Reibung oder Funken kann zur Detonation mit starker Druckwelle führen. Womöglich führte einer dieser Faktoren zur Selbstentzündung am Dienstagmittag. Die Zutaten für die Herstellung von HMTD sind frei erhältlich und für sich genommen ungefährlich. Die Mischung macht‘s.

Wer da gemischt hat, wann und für welchen Zweck – all das ist ungewiss. Antworten erhoffen sich die Ermittler von dem 44-jährigen Iserlohner. Die Suche nach ihm geht weiter.

+++ Update Mittwoch, 18.54 Uhr

Es gibt Entwarnung! Die Sprengungen sind beendet. Feuerwehr und Polizei sind weiter vor Ort. Das teilte die Kreisleitstelle über die Warn-App "Nina" mit. Insgesamt hat es vier Mal geknallt.

+++ Update Mittwoch, 17.48 Uhr 

Die ersten Sprengungen sind erfolgt! Die gefundene Menge an Chemikalien ist etwas geringer, als die am Dienstag entdeckte, so die Polizei. 

+++ Update Mittwoch, 16.21 Uhr

Eine Entscheidung ist gefallen: Das gefundene Material soll im Laufe des Abends kontrolliert gesprengt werden. Das gab die Polizei jetzt bekannt. Die Kreisleitstelle informiert die Bevölkerung außerdem über die Warn-App "Nina" des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe über die Sprengungen. 

+++ Update Mittwoch, 15.59 Uhr

Laut einer neuen Mitteilung der Polizei entscheiden die Spezialisten des LKA, ob die gefundenen Chemikalien tatsächlich erneut vor Ort unschädlich gemacht werden müssen. Als eine weitere Möglichkeit kommt nun in Betracht, den Stoff abzutransportieren. 

Die neuen und möglicherweise explosiven Substanzen waren bereits am Mittwochmorgen gefunden worden. Sie wurden unter Holz gelagert, so die Polizei. 

+++ Update Mittwoch, 15.16 Uhr

Die Polizei hat im Bereich der Gartenhütte in Hemer-Westig weitere Chemikalien gefunden. Diese sollen noch am Nachmittag von Spezialkräften des LKA kontrolliert gesprengt werden. Anwohner in unmittelbarer Nähe müssen ihre Häuser verlassen.

Wie die Kreispolizeibehörde Iserlohn mitteilt, ist mit mehreren lauten Detonationsgeräuschen zu rechnen. Anwohner sollen sich keine Sorge machen: Laut Angaben der Beamten besteht für die Bevölkerung keine Gefahr.

+++ Update Mittwoch, 12.16 Uhr: 

Nach der kontrollierten Sprengung von aufgefundenen Chemikalien in einem Gartenhaus in Hemer-Westig durchsuchte die Polizei in der Nacht zu Mittwoch eine Wohnung an der Westfalenstraße in Iserlohn - nur zwei Kilometer Luftlinie vom Fundort entfernt.

Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der 44-jährige Wohnungsinhaber im Zusammenhang mit dem Fund in dem Gartenhaus steht und in der dortigen Wohnung weitere gefährliche Substanzen vermutet wurden, unterstützten noch die Entschärfer des Landeskriminalamtes vor Ort. Eine ernstzunehmende Bedrohungslage wurde offenbar nicht angenommen, denn in solchen Fällen wird üblicherweise ein Sondereinsatzkommando bemüht.

Die Kriminalbeamten ließen sich von der Feuerwehr Zutritt in die oberste Wohnung des Dreifamilienhauses verschaffen. Die Polizeibeamten stellten bei der Wohnungsdurchsuchung zwei Gewehre sicher. Der Wohnungsinhaber war nicht zu Hause und ist telefonisch nicht erreichbar. Die Polizei sucht nach ihm.

Die Ermittlungen dauern an. Sie gehen angesichts der vielen offenen Fragen in alle Richtungen. Es wird etwa zu klären sein, wie die Chemikalien in die Gartenhütte kamen und wer die böllerartigen Sprengmittel zu welchem Zweck angefertigt hat. Erschwerend kommt hinzu, dass offenbar mehrere Familienmitglieder Zugang zu der Hütte haben.

Bei den in Hemer gefundenen Sprengmitteln handelt es sich nach Angaben der Polizei um "Selbstlaborate". Sie wurden von LKA-Experten am Dienstag durch fünf kontrollierte Sprengungen vor Ort zerstört. Ein Transport wäre zu riskant gewesen. 

Explosion und Sprengstoff-Fund in Hemer

+++ Update Dienstag, 21.15 Uhr

Die Gefahr ist gebannt: Spezialisten des Landeskriminalamtes haben am Dienstagabend die verdächtigen Fundstücke an Ort und Stelle gesprengt. Obgleich die Vorbereitungen dazu wesentlich länger brauchten als zunächst erwartet, konnten umfangreiche Evakuierungen vermieden werden.

Auch kam ein Roboter, mit dem Bombenfunde üblicherweise aus der Ferne untersucht werden, nicht zum Einsatz. Allerdings hat die Notfall-Informations- und Nachrichten-App "Nina" vorsorglich Anwohner vor den kontrollierten Detonationen gewarnt. Diese Warnung wurde gegen 20 Uhr wieder aufgehoben, nachdem in fünf einzelnen Sprengungen die brisanten Funde unschädlich gemacht wurden. 

Für die Polizei geht die Arbeit allerdings weiter. Jetzt muss ermittelt werden, was es mit den Sprengkörpern auf sich hat. Der ursprüngliche Besitzer kann dazu keine Angaben mehr machen, denn der ist vor unbestimmter Zeit verstorben. Angehörige konnten bis zum Nachmittag nicht ausfindig gemacht und erreicht werden. Zu den Gegenständen sind bislang nur vage und nicht verifizierte Angaben durchgesickert. 

Offiziell bestätigt wurde lediglich, dass es sich um fünf Behältnisse handelte und dass die erste Explosion am Dienstagmittag höchstwahrscheinlich durch Selbstentzündung ausgelöst wurde. Auch geht man inzwischen davon aus, dass niemand verletzt wurde. 

Auch das war zunächst nicht sicher. Daher wurden auch Spürhunde angefordert, um nach möglichen Verschütteten zu suchen. Konkrete Hinweise oder Zeugenaussagen, wonach sich Personen vor der Explosion in oder an der Hütte befunden hätten, gab es allerdings nicht. Nun müssen die Experten herausfinden, was genau da heute in der Hütte ans Tageslicht kamen.

Unsere Erstmeldung

Gegen 12.15 Uhr gab es am Glüsingweg einen lauten Knall. Als ein Anwohner aus dem Gartenhaus des Nachbarhauses Rauch aufsteigen sah, informierte er die Feuerwehr. Die rückte an und löschte die qualmende Gartenhütte. Zwei Außenwände waren regelrecht weggesprengt. Bei der Verpuffung wurden keine Personen verletzt.

Im Inneren fand die Feuerwehr drei Kisten mit sprengstoffverdächtigem Inhalt - vergleichbar mit großen Silvesterböllern. Der hinzugerufene Entschärfer des Landeskriminalamts begutachtete die Fundstücke in der Gartenhütte. Um welche explosiven Substanzen es sich handelte, ist noch nicht bekannt.

Die Experten hatten sich entschieden, die Reste an Ort und Stelle kontrolliert zu sprengen. Bereits zuvor wurden die Häuser in unmittelbarer Nähe geräumt. Es gab auch eine Vororganisation für eine weitreichendere Evakuierung, doch eine solche ist offenbar nicht nötig.

Die Ermittlungen zur Herkunft der Gegenstände dauern an. Um 20 Uhr wurde die Entwarnung über die Warnapp Nina vermeldet.

"Die hinzugezogenen Entschärfer des Landeskriminalamtes führten fünf gezielte Sprengungen des aufgefundenen Materials vor Ort durch. Die Ermittlungen dauern an", erklärte die Polizei.

Quelle: wa.de

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