Drei Männer sterben bei Wohnungsbrand

Feuer-Tragödie in Arnsberg: Opfer sind identifiziert - Todesursache steht fest

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[Update Freitag 13.21 Uhr] Arnsberg - Die Feuerwehr war am Mittwoch in Arnsberg im Großeinsatz. Im Gewerbegebiet "Zu den Werkstätten" ist ein Wohnungsbrand ausgebrochen. Dabei sind drei Menschen ums Leben gekommen. Die Feuerwehr war mehr als zwölf Stunden mit den Löscharbeiten beschäftigt. Wir haben alle bislang vorliegenden Informationen zusammengefasst.

  • Bei einem Großbrand in Arnsberg sind am Mittwoch drei Männer ums Leben gekommen.
  • Das Feuer war am Mittag in einem Wohnhaus im Gewerbegebiet "Zu den Werkstätten" ausgebrochen.
  • Insgesamt waren bis zu 147 Kräfte und mehr als 30 Fahrzeuge im Einsatz, der bis 1 Uhr am Donnerstag andauerte.
  • Anwohner wurden wegen der starken Rauchentwicklung zwischenzeitlich aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
  • Gutachter und Brandermittler haben den Unglücksort am Donnerstag unter die Lupe genommen.
  • Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen von "möglicher Fahrlässigkeit" als Brandursache aus.
  • Am Freitag gab die Polizei Informationen zur Identität der Todesopfer bekannt.

Update von Freitag, 15. Februar, 13.21 Uhr: Nun steht fest, wer bei dem schrecklichen Brand in Arnsberg am Mittwoch ums Leben gekommen ist. Wie die Pressestelle der Polizei auf Nachfrage mitteilte, handele es sich bei einem der Todesopfern wie vermutet um den Mieter der Wohnung, einen 53-jährigen Mann aus Polen. Die anderen beiden Verstorbenen seien demnach zwei 55- und 44-jährige Polen, von denen einer in Arnsberg gemeldet und der andere ohne festen Wohnsitz in Deutschland gewesen sei.

Nach der Obduktion ist auch klar, dass die drei Männer durch den Brand ums Leben gekommen sind und nicht vorher schon tot waren. In den Lungen der Toten seien Spuren von Rauchgasen gefunden worden, erklärte die Polizei.

Ursache: Polizei geht von Fahrlässigkeit aus

Update von Donnerstag, 14. Februar, 14.05 Uhr: Nachdem am Vormittag ein Brandermittler und ein Gutachter im Brandhaus waren, gibt es erste Erkenntnisse zur Unglücksursache. "Wir gehen momentan von möglicher Fahrlässigkeit aus", erklärte Polizeisprecher Holger Glaremin im Gespräch mit der Redaktion.

Demnach habe es im Gebäude keine Hinweise auf einen technischen Defekt oder mutwillige Brandstiftung gegeben. Auch ein Brandmittel-Spürhund sei bei den Ermittlungen zum Einsatz gekommen. Laut Glaremin sei das Feuer im Bereich eines Sofas ausgebrochen und habe sich dann in der gesamten Wohnung ausgebreitet. "Eine Nachbarin ist durch das Piepen eines Rauchmelders auf den Brand aufmerksam geworden und hat die Feuerwehr alarmiert", berichtete Glaremin.

"Die Brandstelle ist beschlagnahmt! Betreten polizeilich verboten!", stand am Donnerstagmorgen auf einem Hinweisschild am Unglücksort.

Die Identität der Todesopfer ist allerdings noch nicht zweifelsfrei geklärt. Die Polizei geht aktuell davon aus, dass es sich bei den drei Verstorbenen um den Mieter der Wohnung und zwei Besucher handelt. Ergebnisse der Obduktion seien frühestens am Freitag zu erwarten, teilte die Polizei auf Nachfrage mit.

Feuer im Obergeschoss ausgebrochen

Die Einsatzkräfte wurden am Mittwoch gegen 12.30 Uhr zu einem "Wohnungsbrand mit Menschenleben in Gefahr" alarmiert. Schnell trafen im Gewerbegebiet in der Nähe des Arnsberger Bahnhofs die ersten Feuerwehreinheiten ein. Zu diesem Zeitpunkt drang nach Angaben der Feuerwehr bereits dichter Rauch aus den Fenstern im ersten Obergeschoss.

"Nach ersten Erkenntnissen brach das Feuer im Obergeschoss des Hauses aus und breitete sich auf das Dach auf", erklärte die Polizei am Abend.

Identität der Todesopfer zunächst unklar

Traurige Nachricht: Trupps unter schwerem Atemschutz fanden bei den Löscharbeiten drei tote Männer. Mehr zur Identität der Verstorbenen ist noch nicht bekannt. Weitere Verletzte hat es entgegen erster Meldungen offenbar nicht gegeben. "Wir gehen nach jetzigen Stand nicht davon aus, dass sich weitere Personen im dem Haus befinden", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Nachmittag.

Die Feuerwehr war bis in die Nacht im Einsatz.

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg ordnete eine Obduktion an, diese soll am Donnerstag stattfinden. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. "Die Bewohner kümmerten sich selbstständig um eine vorläufige Unterkunft", erklärte die Polizei. Nach Angaben von Polizeisprecher Holger Glaremin waren acht Personen in dem Gebäude gemeldet.

Für die weiteren Ermittlungen wurde durch die Staatsanwaltschaft ein Brandgutachter beauftragt, der das Gebäude am Donnerstagvormittag gemeinsam mit Brandermittlern der Polizei inspiziert. Wann Ergebnisse zur möglichen Brandursache vorliegen könnten, ist noch unklar.

Die Feuerwehr war nach Angaben von Pressesprecher Wolfgang Becker noch bis 1 Uhr im Einsatz, also insgesamt mehr als zwölf Stunden. Dann rückten alle Einsatzkräfte bis auf eine Drehleiterbesatzung und ein Löschfahrzeug von der Unglücksstelle ab. Diese hielten über Nacht eine Brandwache.

Bis zu 147 Kräfte im Einsatz

Nach Angaben von Feuerwehr-Einsatzleiter Christian Luig sorgte die Dachkonstruktion mit mehreren Schichten (unter anderem Holz, Lehm, Dämmung und Dachpappe) dafür, dass sich die Löscharbeiten über einen so langen Zeitraum zogen. Neben der Drehleiter waren am Mittwochabend im Gebäude Dreiertrupps im Einsatz. "Der dritte Truppmann ist nur dafür da, die Sicherheit der Kameraden im Auge zu behalten", erklärte Luig.

Das Gebäude ist nach Angaben der Feuerwehr nicht einsturzgefährdet. Die weitere Einsatzdauer schätzte Luig gegen 19 Uhr auf weitere zwei Stunden, am Ende dauerte es sogar noch weitere drei Stunden länger. 147 Einsatzkräfte und mehr als 30 Fahrzeuge waren zu Hochzeiten vor Ort. Im Laufe des Einsatzes wurden die Kräfte immer wieder ausgelöst. Der Malteser Hilfsdienst Arnsberg sowie das Deutsche Rote Kreuz aus Hüsten und Sundern hatten zwei Zelte für die Verpflegung der Einsatzkräfte aufgebaut.

Drei Todesopfer bei Großbrand in Arnsberg

Die Bevölkerungswarnung wegen der starken Rauchentwicklung konnte indes zurückgenommen werden. Die Polizei hatte über ihren Twitter-Kanal mitgeteilt, dass Teile des Brandrauchs in Richtung des Schreppenberges zogen, weshalb Anwohner gebeten wurden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch über die Warn-App NINA wurde dazu aufgerufen: "Achtung! Im gesamten Bereich des Bahnhofs in Alt-Arnsberg sind aufgrund eines Brandeinsatzes vorübergehend alle Fenster und Türen geschlossen zu halten!", hieß es dort.

Gewerbegebiet während des Einsatzes komplett gesperrt

Die Feuerwehr ging mit zwei Drehleitern gegen die Flammen vor, die nach ersten Erkenntnissen von der Wohnung auf das Dach übergegriffen haben. "Der Löschangriff wurde von mehreren Seiten durchgeführt, da sich die Flammen immer wieder neu entfachen. Mit einer Motorsäge öffneten die Wehrleute das Dach, um noch effektiver das Feuer bekämpfen zu können", teilte die Feuerwehr mit.

Bis in die späten Abendstunden war immer noch eine große Rauchwolke über dem Gelände zu sehen. Die Feuerwehr hatte daher zweimal Kräfte nachalarmiert, weil vor Ort Atemschutzgeräteträger fehlten.

Neben mehreren Einheiten der Arnsberger Feuerwehr (Wachen Arnsberg und Neheim, Löschzüge Arnsberg, Bruchhausen, Neheim und Oeventrop sowie Löschgruppen Niedereimer, Rumbeck und Wennigloh) waren auch Notärzte, Rettungsdienst, der Malteser Hilfsdienst sowie das Deutsche Rote Kreuz im Einsatz. Auch ein PSU-Team (psychosoziale Unterstützung) war vor Ort. Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner war ebenso zum Einsatzort gekommen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. 

Zeitweise bildete sich eine große schwarze Rauchwolke über dem Haus.

Der Zugverkehr auf der benachbarten Bahnstrecke lief normal weiter, das Gewerbegebiet wurde dagegen vollständig abgesperrt. Daher war auch die wegen der Bauarbeiten an der Ruhrstraße eingerichtete Umleitungsstrecke Richtung Uentrop (Clemens-August-Straße - Zu den Werkstätten) bis in den Abend dicht. Mittlerweile sind die Straßen aber wieder normal befahrbar.

Quelle: wa.de

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