Mann kam von der Straße ab / Taucher-Einsatz

51-jähriger Rüthener versinkt mit Mercedes in Möhnesee und stirbt

Möhnesee - Drama in der Möhne: Ein Mann ist am Donnerstagnachmittag mit seinem Auto von der Uferstraße abgekommen und im Wasser versunken. Die Rettungsversuche der Taucher in fünf Metern Tiefe waren vergeblich: Der Fahrer konnte nur noch tot geborgen werden.

Mit einer dramatischen Rettungsaktion haben Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei am Donnerstagnachmittag versucht, den Fahrer eines im Möhnesee versunkenen Autos zu retten. Wegen der schwierigen Umstände vor Ort - unter anderem hatte sich das Fahrzeug am Grund des Sees aufs Dach gedreht und war im Schlick eingesunken - konnten das Fahrzeug und der Tote, ein 51-Jähriger aus Rüthen, erst Stunden später durch den Einsatz von Tauchern und eines Bergungsfahrzeugs mit Kranausleger geborgen werden. 

Gegen 14.55 Uhr hatten mehrere Zeugen – Angler und ein Ehepaar auf Fahrrädern – beobachtet, dass das Auto in dem Bereich zwischen Schnapp’s Hof und dem Surferparkplatz mit hoher Geschwindigkeit nach rechts von der Fahrbahn abkam, kleinere Büsche durchbrach zwischen den hoch gewachsenen Eichen hindurch in den See gefahren war. 

Umgehend alarmierten die Zeugen Feuerwehr und Polizei. Das urlaubende Ehepaar konnte den Einsatzkräften zudem berichten, dass das Auto wohl nur mit einer Person besetzt war. Die Tauchversuche, eines Polizisten, eines Rettungssanitäters und der Feuerwehr zur Rettung des Fahrers blieben trotz des Einsatzes von Atemschutzgeräten letztlich erfolglos.

Die Fotos zum Großeinsatz

Feuerwehr im Großeinsatz: Auto im Möhnesee

Die Einsatzkräfte konnten das Cabrio, das sich im Wasser wegen des Schwerpunkts im Motorraum aufs Dach gedreht hatte, zwar annähernd erreichen. Das Auto lag jedoch mit dem Dach eine Handbreit tief im Schlamm. Und ohne Schutzanzug konnten es die Einsatzkräfte in dem kalten Wasser nur kurze Zeit aushalten. Mit der Zeit schwand die Hoffnung, dass sich in dem Auto noch eine rettende Luftblase befinden könnte.

Taucher aus Dortmund und Hamm können Fahrer nur noch tot bergen

So blieb es den umgehend ebenfalls alarmierten Tauchern der Feuerwehren aus Dortmund und Hamm und von der DLRG aus Lippstadt vorbehalten, an dem Auto aufblasbare Auftriebskörper zu befestigen. Gegen 17.25 Uhr schwebte das Fahrzeug dann knapp unterhalb der Wasseroberfläche, kurz darauf hatten die Taucher den Toten aus dem Auto geborgen. Anschließend wurde der Wagen mit Hilfe eines Bergungsfahrzeugs mit Kranausleger aus dem Wasser gezogen. Auch dies erwies sich wegen der steilen Böschung und zwischen den Bäumen hindurch als schwierig. 

Das Auto wurde auf der Seite liegend an Land gezogen, gegen 19 Uhr stand das Mercedes Cabrio schließlich am Seeufer. Nach dem Heraufziehen bis zur Straße wurde es abtransportiert.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, wird aktuell noch untersucht. Das Fahrzeug wurde sichergestellt. Ein internistischer Notfall bei dem 51-Jährigen während der Fahrt kann nicht ausgeschlossen werden.

Neben Polizei, Kripo, Notarzt, Rettungsdienst, Tauchern und Behördenvertretern war die Feuerwehr Möhnesee mit dem Löschzug eins mit Kräften aus Körbecke und Büecke/Wippringsen und der Löschgruppe Günne vor Ort. Auch die beiden Boote der Feuerwehr wurden zu Wasser gelassen. Unter anderem galt es eine Ölsperre einzurichten, um ausgelaufene Betriebsstoffe aufzufangen. Den Einsatz leitete Brandinspektor Martin Nölle. Während des Einsatzes war die Kreisstraße zwischen Delecke und dem Abzweig Schnapp’s Hof komplett gesperrt.

Die Berichterstattung am Tag danach:

Ertrunkener Autofahrer im Möhnesee: Retter mussten die Hoffnung schnell aufgeben

Unsere Einsatz-Berichterstattung zum Nachlesen

  • Ein Mann ist mit einem Mercedes zwischen Delecke und Körbecke im Bereich "Schnapp's Hof" von der Uferstraße abgekommen und in den Möhnesee gestürzt.
  • Taucher versuchten, den im Auto gefangenen Mann zu retten.
  • Der Insasse konnte nur tot geborgen werden.
  • Das Auto ist aus dem Wasser gezogen worden.
  • Die Linkstraße zwischen Delecke und Körbecke ist gesperrt.

19.04 Uhr: Das Auto ist nun an Land. Es handelt sich um einen schwarzen Mercedes mit Soester Kennzeichen.

Bei dem Auto handelt es sich um einen schwarzen Mercedes mit Soester Kennzeichen.

17.52 Uhr: Zwei Abschleppfahrzeuge machen sich bereit, das Auto aus dem See zu ziehen. Nach Einschätzung der Feuerwehr dürfte sich das wegen des steilen Ufers schwierig gestalten.

17.49 Uhr: Zur Unfallursache gibt es noch keinerlei Erkenntnisse. Aufgrund des von Zeugen geschilderten Unfallhergangs kann zurzeit auch nicht ausgeschlossen werden, dass der Mann sein Auto absichtlich in den See gesteuert hat.

Das Fahrzeug ist an der Winde.

17.47 Uhr: Der Leichnam wird jetzt, nachdem Notarzt und Kriminalpolizei den toten Körper in Augenschein genommen haben, abtransportiert. 

17.44 Uhr: Jetzt herrscht traurige Gewissheit: Die Person, ein Mann, wurde tot aus dem Auto befreit. Weitere Personen befanden sich nicht im Wagen. Die Arbeiten zur Autobergung laufen.

17.26 Uhr: Damit, noch jemanden lebend aus dem Fahrzeug zu retten, rechnet offensichtlich niemand mehr. Ein Leichenwagen ist mittlerweile vorgefahren.

Die Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot vor Ort.

17.21 Uhr: Die Feuerwehr hat um das Fahrzeug herum eine Ölsperre ins Wasser gelassen. Ebenfalls vor Ort ist ein Kranwagen, der später das Auto aus dem See heben soll.

17.02 Uhr: In den nächsten Minuten müsste das Auto im See angehoben sein. Die Kriminalpolizei ist vor Ort.

16.41 Uhr: Die Feuerwehr geht davon aus, dass sich die weitere Bergung wegen der an dieser Stelle steilen Uferböschung sehr schwierig gestalten wird. Für den oder die Insassen des Fahrzeuges gibt es wohl keine Hoffnung mehr.

Die Feuerwehr hat eine Ölsperre errichtet und ist derzeit dabei, das Fahrzeug zu bergen.

16.38 Uhr: Mehrere Taucher sind jetzt im Wasser und versuchen sogenannte Auftriebskörper an dem Wagen zu befestigen. Damit soll das Auto - wahrscheinlich ein dunkles Cabrio neueren Baujahres - angehoben werden.

16.29 Uhr: Die ersten beiden Taucher sind im Wasser, konnten aber bislang noch nichts ausrichten. Weitere Taucher sind zur Verstärkung soeben eingetroffen.

16.04 Uhr: Die Feuerwehrleute versuchen weiter verzweifelt, zu dem Auto vorzudringen, das mit dem Dach nach unten auf dem Seegrund liegt. Diese Lage macht auch wenig Hoffnung, dass sich im Auto eine rettende Luftblase befinden könnte.

15.54 Uhr: Nach Angaben eines Augenzeugen war das Auto von der Uferstraße abgekommen und wohl fast fliegend über die Böschung in den See gestürzt. Ob eine oder mehrere Personen in dem Auto sind, konnte dieser Zeuge nicht sagen.

Ursprungsmeldung: Zunächst versuchten die Feuerwehrleute unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit, den Fahrer, der in dem Auto noch vermutet wird, zu bergen. Wegen der Wassertiefe aber ohne Erfolg.

Alarmiert wurden Feuerwehrtaucher aus Hamm und Dortmund sowie Taucher der DLRG aus Lippstadt. Erste Taucher sind jetzt vor Ort und gehen ins Wasser, darunter zwei von der Berufsfeuerwehr Hamm. Weitere Taucher sind zur Verstärkung eingetroffen.

Die Linkstraße zwischen Delecke und Körbecke ist gesperrt.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © Daniel Schröder

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