Prozessauftakt am Dortmunder Landgericht gegen Mann aus dem Kreis Unna

Feuerwehrmann aus Selm (27) soll Brände gelegt haben: Teilgeständnis

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[Update 15.50 Uhr] Dortmund - Ein Feuerwehrmann setzt nach eigenen Angaben eine Gartenlaube in Selm im Kreis Unna in Brand und hilft anschließend beim Löschen. Das Motiv: Er wollte Lob und Anerkennung. Zwei weitere Brandstiftungen bestreitet der 27-Jährige jedoch zu Beginn des Prozesses in Dortmund.

Ein Feuerwehrmann aus Selm hat am Dienstag vor dem Dortmunder Landgericht zugegeben, selbst eine Gartenlaube in Brand gesetzt zu haben. "Ich war verzweifelt und hoffte, durch die Löscharbeiten Lob und Anerkennung zu erhalten", sagte der 27-Jährige. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten noch zwei weitere Brandstiftungen an Wohnhäusern in Selm vor. Mit diesen Taten will das Mitglied der freiwilligen Feuerwehr jedoch nichts zu tun haben.

Die Polizei hatte den Mann schon seit Sommer 2016 im Visier. Der leitende Ermittler berichtete als Zeuge von einer Serie von Bränden, die damals in der kleinen Stadt im Kreis Unna gelegt worden seien. Irgendwann habe es dann einen Hinweis aus Kreisen der freiwilligen Feuerwehr gegeben, sagte der Ermittler. Die Polizei solle sich den 27-Jährigen genauer anschauen. Der benehme sich bei Einsätzen merkwürdig und sei zudem fast immer einer der ersten am Gerätehaus der Feuerwehr. Als ob er schon gewusst habe, dass es wieder losgehe.

Ende letzten Jahres wurden demnach die Ermittlungen ausgeweitet. Ein Richter gab grünes Licht, die Telefongespräche des 27-Jährigen zu überwachen. Dabei hörte die Polizei nach Aussage des leitenden Ermittlers unter anderem mit, wie der Selmer einem Bekannten ankündigte, Silvester am Gerätehaus der freiwilligen Feuerwehr verbringen zu wollen.

"Dann kann ich sofort starten, wenn es einen Einsatz gibt", habe der Angeklagte in dem Gespräch gesagt. Und: "Hoffentlich wird es nicht wieder nur so ein Schrott wie zuletzt, wo einer einen Böller in eine Mülltonne schmeißt. So ein richtiger Dachstuhlbrand, das wäre geil."

Im Januar sei dann das Fahrrad des Angeklagten mit einem GPS-Sender versehen worden. Das daraus erstellte Bewegungsprofil stimmt laut Polizei relativ gut mit den Tatorten überein. Bei einer der Brandstiftungen, die der Angeklagte bestreitet, gilt das allerdings nur für den Tag vor der Tat und nicht für die Brandnacht selbst. "Da hatten wir leider einen Technikausfall", sagte der Ermittlungsführer den Richtern.

Nach der Brandstiftung an der Gartenlaube wurde der Feuerwehrmann noch am Gerätehaus festgenommen. Auf die Frage, ob es nach der Festnahme weitere Brandstiftungen gegeben habe, sagte der leitende Ermittler: "Die gab es sicherlich." Allerdings habe die Zahl und die Qualität der Brände seit Ende Januar deutlich nachgelassen. - dpa

Quelle: wa.de

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