Drei Verletzte

Messerstecherei an Gesamtschule: So ist der aktuelle Stand der Ermittlungen

Messerstecherei an an der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop
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In Finnentrop gab es am Montag eine Messerstecherei an der Bigge-Lenne Gesamtschule. Drei Schüler wurden verletzt. Eine Mordkommission ermittelt.

Schock an einer Gesamtschule in Finnentrop im Kreis Olpe (NRW): Bei einer Messerstecherei wurden drei Schüler verletzt, zwei von ihnen schwer. So ist der aktuelle Stand der Ermittlungen.

Update vom 4. Juni, 13.35 Uhr: Die Polizei hat sich am Freitag auf Nachfrage zum aktuellen Stand der Ermittlungen rund um die Messerstecherei an der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop geäußert. Nach derzeitigen Erkenntnissen liegt die Ursache des Streits, der die Messerattacke ausgelöst hatte, schon einige Zeit zurück. „Es war ein Streit unter Jugendlichen, der schon länger schwelt und nun wieder aufgeflammt und eskaliert ist“, sagte Polizeisprecher Michael Klein im Gespräch mit der Redaktion.

StadtFinnentrop
KreisKreis Olpe
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Das sei das Ergebnis der bisherigen Aussagen der Beteiligten. „Die Vernehmungen werden zwar noch fortgesetzt, aber das ist die klare Richtung, in die es geht“, erklärte Klein. Einer der Verletzten habe das Krankenhaus inzwischen verlassen, die Entlassung des anderen sei „entweder ebenfalls bereits geschehen, oder steht kurz bevor“. Ob und wann die beiden Tatverdächtigen an die Bigge-Lenne-Gesamtschule zurückkehren werden, ist der Polizei nach eigenen Angaben nicht bekannt. Sie hätten sich weiterhin nicht zu den Vorfällen auf dem Schulhof geäußert.

Finnentrop: Messerstecherei an Gesamtschule - Zwillingsbrüder festgenommen

Update vom 1. Juni, 12.25 Uhr: Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Dienstagmittag weitere Informationen zu der Messerstecherei an der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop veröffentlicht, bei der am Montag drei Schüler verletzt worden waren. Demnach passierte der Vorfall gegen 12.30 Uhr in der zweiten Pause auf dem Schulhof. Auslöser sei ein Streit zwischen zwei Schülern gewesen, der sich bereits im Laufe des Vormittags ereignet habe.

In der Pause sei die Situation dann eskaliert, wie Polizei und Staatsanwaltschaft erklärten: Aus einem Wortgefecht und einem „leichten körperlichen Gerangel“ habe sich eine Schlägerei mit mehreren Beteiligten entwickelt. Dabei sei ein Schüler zu Boden gegangen, dessen Bruder daraufhin ein Messer gezückt habe.

Zwei Beteiligte der Schlägerei sowie ein vermutlich Unbeteiligter, der schlichten wollte, seien durch Messerstiche verletzt worden. Zwei 16-Jährige hätten schwere Verletzungen erlitten und seien operiert worden. Die zunächst gemeldete Lebensgefahr habe aber „nach ärztlicher Bewertung“ zu keiner Zeit bestanden, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Ein weiterer 15-Jähriger sei bei der Messerstecherei an der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop leicht verletzt worden.

Polizisten hätten den 17-jährigen Bruder eines der Beteiligten sowie dessen gleichaltrigen Zwillingsbruder noch am Tatort festgenommen. „Nach erkennungsdienstlicher Behandlung wurden sie noch am Abend wieder entlassen“, heißt es in der Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft, die nach eigenen Angaben wegen gefährlicher Körperverletzung und nicht mehr wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermitteln. Über die Hintergründe des vorangegangenen Streits liegen den Ermittlern nach eigenen Angaben „keine abschließenden Erkenntnisse“ vor - auch weil die beiden Verdächtigen sich bislang nicht zu den Verwürfen geäußert hätten. „Weitere Vernehmungen von Zeugen des Vorfalls sowie den Geschädigten erfolgen noch“, so die Ermittler.

Finnentrop: Messerstecherei an Gesamtschule - das sagt der Schulleiter

Update vom 1. Juni, 11.35 Uhr: Thorsten Vietor, kommissarischer Schulleiter der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop, hat sich am Tag nach der Messerstecherei auf dem Schulgelände zu den Vorfällen geäußert: „Wir hatten uns gestern alle gefreut, dass es wieder los geht. Und dann dieser Vorfall, der uns alle fassungslos gemacht hat.“ Zudem erklärte der Pädagoge, warum der Schulbetrieb am Dienstag weiter läuft: „Uns war wichtig, den Unterricht heute fortzusetzen, um ein Stück Normalität zu erreichen.“

Das Krisenteam der Bigge-Lenne-Gesamtschule habe noch am Montagabend beschlossen, dass die Lehrkräfte ihre Schüler am Dienstagmorgen an den Bushaltestellen des Schulzentrums an der Kopernikusstraße in Finnentrop in Empfang nehmen. „Die Schüler waren still, gefasst, wirkten aber nicht verängstigt. Dazu hat sicherlich auch der gewohnte Anblick des Schulgeländes beigetragen - ohne Rettungsfahrzeuge und ohne Absperrband“, berichtete Thorsten Vietor vom Tag nach der Messerstecherei.

Finnentrop: Messerstecherei an Gesamtschule - Hintergründe weiter unklar

Update vom 1. Juni, 10.18 Uhr: In der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop geht der Schulbetrieb am Dienstag nach der Messerstecherei unterdessen weiter. Allerdings: „Wir werden morgen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrkräften und sonstigen Beschäftigten Unterstützung anbieten, das Erlebte aufzuarbeiten“, heißt es in einer Mitteilung von Schulleiter Thorsten Vietor, die am Montagabend auf der Homepage der Schule veröffentlicht wurde. Dazu sei auch der schulpsychologische Dienst des Kreises Olpe im Einsatz.

Die gesamte Schulgemeinschaft habe sich auf den „ersten Schultag nach der langen Zeit des Distanz- und Wechselunterrichts“ gefreut. „Dieser Vorfall hat uns alle tief erschüttert und für Verunsicherung gesorgt“, schreibt der kommissarische Leiter der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop. Er betont aber auch, dass es sich bei der Messerstecherei am Montag um eine Einzeltat handele, „die nicht vorhersehbar war und die in der noch jungen Geschichte unserer Schule beispiellos ist“.

Es sei den Lehrkräften, die zum Zeitpunkt des Vorfalls Aufsicht hatten, zu verdanken, „dass die Situation beherrschbar blieb“. Aber auch das „disziplinierte Verhalten“ der übrigen Schüler habe dazu beigetragen. Thorsten Vietor kündigt in seinem Schreiben an, dass die Bigge-Lenne-Gesamtschule die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft „nach Kräften unterstützen“ werde, um die Hintergründe der Messerstecherei in Finnentrop aufzuklären.

Update vom 1. Juni, 9.30 Uhr: Zur Messerstecherei an der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop, bei der am Montag drei Schüler verletzt wurden, gibt es am Dienstagmorgen kaum neue Informationen. Die gute Nachricht: Die beiden Jugendlichen, die durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden waren, sind außer Lebensgefahr, wie Polizeisprecher Michael Klein gegenüber der Redaktion bestätigte. Polizei und Staatsanwaltschaft kündigten an, am Dienstagmittag weitere Erkenntnisse veröffentlichen zu wollen.

Finnentrop: Messerstecherei an Gesamtschule - zwei Schüler lebensgefährlich verletzt

Erstmeldung vom 31. Mai, 16.05 Uhr: Finnentrop/Kreis Olpe - Gegen 12.30 Uhr ging am Montag (31. Mai) der Alarm bei der Polizei ein: Gemeldet wurden mehrere verletzte Personen in der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop im Kreis Olpe.

Die Polizei rückte daraufhin direkt zum Schulgelände an der Kopernikusstraße aus, wo die Beamten drei verletzte Personen feststellten. „Alle drei wiesen Stichverletzungen auf“, wie Polizeisprecher Michael Klein im Gespräch mit der Redaktion erklärte. Zwei Personen seien lebensgefährlich verletzt gewesen, die dritte habe leichte Verletzungen aufgewiesen. Alle seien in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Die beiden Schwerverletzten sind laut Klein nicht mehr in Lebensgefahr, wie die Westfalenpost schreibt.

Die Messerstecherei passierte auf dem Gelände der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop.

Im Bereich der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop nahm die Polizei nach eigenen Angaben zwei Tatverdächtige fest, die nach Informationen der Westfalenpost mit Messern bewaffnet waren. Nähere Angaben zu den Verletzten und den Verdächtigen machte die Polizei noch nicht - außer dass es sich bei den Verletzten um Schüler handelt.

Die Hintergründe des Vorfalls seien aktuell noch unklar, berichtete Michael Klein. Die Vernehmung der beiden Tatverdächtigen laufe in der Polizeiwache in Olpe. Die Staatsanwaltschaft Siegen habe die Leitung der Ermittlungen übernommen, zudem sei bei der Polizei in Hagen eine Mordkommission eingerichtet worden. Ermittelt werde „in alle Richtungen“, wie der Polizeisprecher sagte.

Finnentrop: Messerstecherei an Gesamtschule - Schulpsychologen im Einsatz

Das so genannte Kriseninterventionsteam der Schule in Finnentrop, bestehend aus Lehrern, Schulpsychologen etc., habe sofort seine Arbeit aufgenommen, um den Kindern und Jugendlichen bei der Aufarbeitung dieser Tat in den kommenden Tagen zur Seite zu stehen, schreibt die Westfalenpost mit Berufung auf den kommissarischen Schulleiter Thorsten Vietor.

Zwei weitere Vorfälle mit Messern beschäftigte die Polizei im Sauerland in den vergangenen Tagen: In Arnsberg bedrohte ein Mann einen Café-Mitarbeiter mit einem Messer*. Die Polizei musste Pfefferspray einsetzen, um den 33-Jährigen festnehmen zu können. In Hüsten bedrohten zwei Jugendliche spielende Kinder mit einem Messer*. Die Mütter der Mädchen alarmierten die Polizei. - *sauerlandkurier.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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