Verein distanziert sich

"Hanau lebt!": Zuschauer mit üblem Ausruf bei Fußballspiel - Staatsschutz ermittelt

Bei einem Fußballspiel in Finnentrop hat ein 33-Jähriger einen üblen Ausruf getätigt. Der Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung.
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Bei einem Fußballspiel in Finnentrop hat ein 33-Jähriger einen üblen Ausruf getätigt. Der Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung. (Symbolfoto)

[Update 17.03 Uhr] Übler Vorfall bei einem Fußballspiel im Sauerland. Ein Zuschauer soll während der Partie eine unglaublich geschmacklose Äußerung getätigt haben. Der Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung. Der Verein distanziert sich entschieden.

  • In Finnentrop hat es einen üblen Vorfall bei einem Fußballspiel gegeben.
  • Während des Westfalenliga-Spiels der SG Finnentrop-Bamenohl gegen YEG Hassel hat ein 33-Jähriger einen mehr als geschmacklosen Ausruf getätigt.
  • Der Staatsschutz ermittelt nun wegen Volksverhetzung.

Finnentrop - Der Fußball schrieb am zurückliegenden Wochenende nicht nur in der Bundesliga sehr negative Schlagzeilen. Beim Westfalenligaspiel zwischen der SG Finnentrop/Bamenohl und YEG Hassel gab es am Sonntag eine Äußerung eines Zuschauers, die sämtliche Grenzen überschritt.

Es lief die zweite Halbzeit des Duells zwischen dem Spitzenreiter und dem Tabellenletzten der Westfalenliga 2 auf dem Sportplatz in Finnentrop-Bamenohl, das die SG Finnentrop/Bamenohl am Ende mit 2:0 gewann, als das sportliche plötzlich in den Hintergrund rückte. Denn gegen 16.30 Uhr, so berichtet die Polizei, habe ein 33-jähriger Zuschauer gerufen: "Hanau lebt! Hoffentlich passiert das auch hier!". 

Finnentrop: Ordner verweisen 33-Jährigen des Platzes

Der Mann sei nach dieser geschmacklosen Äußerung von den Ordnern des Platzes verwiesen worden. Die hinzugerufenen Polizeibeamten schrieben eine Anzeige gegen den 33-Jährigen. Der Staatsschutz der Polizei in Hagen hat die Ermittlungen wegen Volksverhetzung aufgenommen. 

Die SG Finnentrop/Bamenohl hat sich in einer Stellungnahme auf seiner Internetseite zu dem Vorfall geäußert. Dort ist die Rede von einem "inakzeptablen und nicht zu tolerierenden Ausruf", den ein Zuschauer "in Richtung der Gästefans" getätigt habe. "Die SG Finnentrop/Bamenohl distanziert sich mit aller Schärfe von jeglicher Art der Diskriminierung, Rassismus und Fremdenhass. Die getätigten Aussage, sind im Rahmen eines Fußballspieles als auch in anderen Situationen des öffentlichen Lebens zu verurteilen", heißt es. 

Finnentrop: Hausverbot gegen Zuschauer "erst der Anfang"

Die sofortige Verweisung von der Platzanlage in Bamenhol sowie das ausgesprochene Hausverbot seien "erst der Anfang unserer Bemühungen, einen gesellschaftlichen Beitrag im Kampf gegen jegliche Form von Rassismus zu leisten". Die SG Finnentrop/Bamenohl werde den ermittelnden Behörden "alle nötigen Informationen und sachdienlichen Hinweisen zur Verfügung stellen, die einer zügigen Aufklärung des Sachverhaltes dienen".

Leider war das nicht der einzige unschöne Szene auf Fußballplätzen in der Region am Wochenende: Bei einem Kreisliga-Spiel in Kirchhundem-Albaum soll ein Spieler seinem Gegner eine Kopfnuss verpasst haben - auch dort soll es rassistische Beleidigungen gegeben haben. Ein Bezirksliga-Spiel in Marsberg wurde abgebrochen, weil ein Spieler der Gastmannschaft rassistisch beleidigt worden sein soll und sein Team daraufhin den Platz verließ.

Quelle: wa.de

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