Sicherer und effizienter

Flüchtlingsaufnahme neu organisiert: Zentrale Anlaufstelle in Bochum

+
Landes-Erstaufnahme für Flüchtlinge Bochum

Bochum - Die Erstaufnahme von Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen wird von diesem Montag an neu organisiert. Dann müssen alle Flüchtlinge zunächst die neu gegründete Landeserstaufnahme in Bochum ansteuern. Dort werden ihre Daten aufgenommen und erste Schritte des Asylverfahrens eingeleitet. Auch medizinische Untersuchungen sind möglich. Nach wenigen Stunden sollen die Geflüchteten auf die bestehenden acht Erstaufnahmen im Land verteilt werden, teilte die Bezirksregierung Arnsberg mit.

Das Land will mit der schnellen Datenerfassung die Sicherheit erhöhen und eine bessere Belegungsverteilung in den Erstaufnahmen erreichen. Bislang hatten sich Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen direkt in einer der acht Erstaufnahmen angemeldet. Durch die zentrale Erfassung wollen die Behörden unter anderem schneller Flüchtlinge identifizieren, die ihren Antrag zum Beispiel in einem anderen Bundesland stellen müssten.

Wie bisher sollen Flüchtlinge künftig nach wenigen Tagen in eine zentrale Übergangseinrichtung gebracht werden. Nach rund drei Monaten sollen sie in kommunale Unterkünfte verteilt werden.

Die Landeserstaufnahme geht als Provisorium an den Start. Da das ursprünglich vorgesehene Gebäude, eine ehemalige Polizeikaserne, noch nicht fertig umgebaut ist, arbeitet die Einrichtung zunächst in Leichtbauhallen und Bürocontainern nebenan. Der Umbau soll nach mehreren Verzögerungen im Sommer 2018 beendet sein. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-Betrieb.

Die Erfassungskapazität liegt zunächst bei 850 Flüchtlingen pro Tag. Im späteren Regelbetrieb können bis zu 1600 Personen pro Tag betreut werden. Allerdings kommen im Moment nur noch etwa 900 Flüchtlinge pro Woche nach Nordrhein-Westfalen. In Hochzeiten waren es 16 000. Die Zahl der Mitarbeiter liegt zum Start bei rund 80. Sie soll auf 200 steigen. - dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare