Opfer stammt aus Dülmen im Münsterland / Prozessauftakt

Frauenleiche nach Jahren in Hagen gefunden - Ehemann schweigt

+

Münster - Eine Frau aus dem Münsterland verschwindet spurlos. Ihre Leiche wird Jahre später in einem Wald bei Hagen gefunden. Jetzt steht ihr Ehemann wegen Totschlags vor Gericht.

Im August 2015 wurde in einem Wald bei Hagen eine skelettierte Leiche gefunden. Später stellte sicher heraus, dass es sich um die sterblichen Überreste einer zweifachen Mutter aus Dülmen im Münsterland handelt. Ihr Ehemann hatte sie fünf Jahre zuvor als vermisst gemeldet. Seit Mittwoch steht der 44-Jährige nun vor Gericht. Der Vorwurf: Totschlag. 

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seine Ehefrau am 18. oder 19. Juni 2010 getötet hat. Das war das letzte Mal, dass die 31-Jährige lebend gesehen wurde. Wie sie umkam, ist unklar. "Die genauen Einzelheiten der Tatausführung sind unbekannt", heißt es in der Anklage. Der Ehemann selbst will zu den Vorwürfen schweigen. 

Laut Anklage hatte es kurz vor dem Tod der zweifachen Mutter einen Streit gegeben. Die 31-Jährige hatte angeblich vor, mit ihrer Tochter in ihre russische Heimat zurückzukehren. Dort hatte sie über das Internet einen anderen Mann kennen gelernt. Damit war der Angeklagte angeblich nicht einverstanden. 

Bei der Polizei hatte der 44-Jährige später erzählt, dass seine Frau am nächsten Tag einfach verschwunden gewesen sei - samt Reisepass, Reisetasche und Kleidung. Sie müsse das Haus verlassen haben, während er auf der Frühschicht war. 

Was gegen den Angeklagten sprechen könnte, ist das Navigationsgerät seines Autos. Damit soll sich die Fahrt von Dülmen nach Hagen - zum späteren Ablageort der Leiche - minutengenau rekonstruieren lassen. 

Außerdem soll es in der Ehe zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen sein. Eine Freundin der Familie berichtete vor Gericht, dass der Angeklagte seine Frau geschlagen und erniedrigt habe. "Deshalb wollte sie nicht mehr mit ihm zusammenleben", sagte die 34-Jährige den Richtern. "Sie wollte die Scheidung." 

Der Angeklagte war nach eigenen Angaben 2010 von Russland nach Deutschland übergesiedelt. Bis zu seiner Festnahme im Dezember 2016 hatte er als Lagerarbeiter und Staplerfahrer gearbeitet. Das Schwurgericht Münster hat für den Prozess zunächst fünf Verhandlungstage bis zum 18. Juli vorgesehen. - dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare