Polizei ermittelt

Mädchen (16) stürzt von Balkon - Drohne behindert Start von Rettungshubschrauber

In Bad Fredeburg (NRW) hat eine Drohne einen Rettungshubschrauber beim Start behindert. Dort war ein Mädchen von einem Balkon gestürzt.
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In Bad Fredeburg (NRW) hat eine Drohne einen Rettungshubschrauber beim Start behindert. Dort war ein Mädchen von einem Balkon gestürzt.

Diese Minuten hätten ein Menschenleben kosten können: Ein 16-jähriges Mädchen stürzte im Sauerland von einem Balkon und verletzte sich schwer. Als ein Rettungshubschrauber sie in eine Unfallklinik fliegen wollte, störte eine Drohne dessen Start.

  • In Bad Fredeburg (NRW) hat eine Drohne den Start eines Rettungshubschraubers behindert.
  • Ein Mädchen war dort von einem Balkon gestürzt und hatte sich schwer verletzt.
  • Die Polizei ermittelt, die Feuerwehr ist empört.

Bad Fredeburg (NRW) - Die Feuerwehr aus Schmallenberg (NRW) veröffentlichte den Vorfall am Sonntag auf ihrer Internetseite. Ereignet hatte er sich demnach bereits am vergangenen Dienstag (19. Mai). 

An diesem Abend wurde der Löschzug Bad Fredeburg um 22.11 Uhr zum ehemaligen Krankenhaus in Bad Fredeburg, einem Ortsteil der Stadt Schmallenberg im Sauerland, alarmiert, um einen Landeplatz für einen Rettungshubschrauber auszuleuchten. 

Bad Fredeburg (NRW): Drohne sorgt bei Feuerwehr für Empörung

Zuvor war nach Angaben der Polizei im Schieferweg in Bad Fredeburg ein 16-jähriges Mädchen von einem Balkon in die Tiefe gestürzt und hatte sich dabei so schwer verletzt, dass der Notarzt einen Hubschrauber anforderte, um die junge Frau in eine Unfallklinik fliegen zu lassen. 

Für die Feuerwehr war das Ausleuchten des Landeplatzes in Bad Fredeburg "eigentlich ein Routineeinsatz", wie es im Einsatzbericht von Dienstag heißt. Dieser habe bei den Einsatzkräften jedoch "durch das völlig unverantwortliche Verhalten Dritter" große Empörung ausgelöst. Denn der Pilot des Rettungshubschraubers habe sich "aus Sicherheitsgründen" geweigert zu starten, weil in unmittelbarer Nähe des Landeplatzes "eine Drohne schwebte und offensichtlich die Situation filmte", schildert die Feuerwehr. 

Eine Drohne behinderte in Bad Fredeburg (NRW) einen Rettungshubschrauber beim Start. (Symbolfoto)


Bad Fredeburg (NRW): Mädchen mit Hubschrauber in Unfallklinik geflogen

Weder den Einsatzkräften der Feuerwehr noch zwischenweitlich angeforderten Polizeibeamten sei es danach gelungen, den "Piloten" der Drohne zu entdecken. Erst als sich die Drohne dann vom Landeplatz in Bad Fredeburg entfernte, konnte der Rettungshubschrauber von NRW aus in Richtung der der Universitätsklinik Marburg (Hessen) starten. 

Die Feuerwehr Schmallenberg findet für diesen Vorfall deutliche Worte: "Durch ein solches unverantwortliches Handeln wird nicht nur gegen das Luftverkehrsgesetz und die Luftverkehrsordnung und gegebenenfalls auch das Strafgesetzbuch verstoßen, sondern es gefährdet Menschenleben", heißt es im Einsatzbericht. 

Bad Fredeburg (NRW): Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Die Polizei hat nach dem Vorfall in Bad Fredeburg die Ermittlungen aufgenommen, wie Sprecher Sebastian Held gegenüber sauerlandkurier.de* bestätigte. Konkret werde unter anderem wegen der Behinderung von hilfeleistenden Personen ermittelt. Aber auch eventuelle Luftverkehrsverstöße seien Bestandteil der Ermittlungen. 

Einen weiteren Vorfall mit einer Drohne hatte es erst vor knapp zwei Wochen in Schmallenberg gegeben: Dort filmte ein Unbekannter mit einer Drohne vor dem Schlafzimmerfenster einer Frau*. 

Drohnen können aber auch für sinnvolle Dinge eingesetzt werden: Im Sauerland gehen Landwirte zum Teil mit Drohne und Wärmebildkamera auf die Suche nach Rehkitzen*, bevor sie ihre Wiesen mähen. Möglicherweise bekommt auch die Polizei in NRW bald Drohnen in Streifenwagen-Optik und mit Blinklicht*. 

*sauerlandkurier.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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