"Friederike": Schlimmste Schäden im Forst seit "Kyrill"

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Münster - Der Sturm Friederike vergangenen Donnerstag hat in den NRW-Wäldern die schlimmsten Schäden seit dem Orkan "Kyrill" vor elf Jahren angerichtet.

"Nach ersten unverbindlichen Schätzungen gehen wir davon aus, dass circa eine Million Festmeter Holz durch den Sturm in NRW umgeworfen wurden", sagte Michael Blaschke vom Landesbetrieb Wald und Holz am Montag. Das entspricht etwa einem Fünftel einer Jahresernte aus den NRW-Wäldern. "Kyrill" hatte vor elf Jahren knapp 16 Millionen Festmeter Holz umgeworfen.

Bei "Friederike" starben mindestens acht Menschen, darunter zwei Feuerwehrleute. 2007 hatte "Kyrill" in Deutschland elf Menschen getötet. Durch "Friederike" seien die Wälder jedoch regional stark unterschiedlich betroffen, hieß es. Ein Schadensschwerpunkt liegt bei Paderborn und Höxter.

Wälder dürfen noch nicht betreten werden

Im Münsterland ist laut ersten Schätzungen rund ein Viertel der jährlich nutzbaren Holzmenge umgeworfen worden. In zahlreichen Wäldern haben die Forstämter absolute Betretungsverbote ausgesprochen. So hat etwa das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe die Wälder in den Kreisen Minden-Lübbecke, Herford, Lippe, Gütersloh und der Stadt Bielefeld gesperrt.

Spaziergänger sollten sich unbedingt daran halten, weil Lebensgefahr bestehe. "Die meisten Sperrungen sind bis Ende Januar - ich gehe aber davon aus, dass danach noch nicht alle Sperrungen aufgehoben werden können", sagt Blaschke. Es hänge ganz wesentlich vom Wetter der nächsten Tage ab, wie schnell man mit den Aufräumarbeiten vorankomme.

Zufahrtswege versperrt 

Die Beseitigung der Sturmschäden sei für die Waldarbeiter extrem gefährlich. Nach dem Orkan komme es nun bei der Holzverarbeitung zu Verzögerungen - einige Sägewerke warteten dringend auf neue Lieferungen, erklärte Stefan Befeld von Wald und Holz am Montag. Zufahrtswege für Lastwagen seien durch umgestürzte Bäume versperrt.

Bereitgestellte Stämme könnten teils nicht abgeholt werden. Wenn Holz aus dem vergangenen Herbst und Winter länger liegen bleibe, könne es durch Verfärbung oder Schimmelbefall an Wert verlieren. Wie hoch die Verluste am Ende sein werden, lasse sich erst am Ende des Jahres beurteilen.

Wegen der feuchten Witterung der vergangenen Monate seien viele Waldböden so vollgesogen mit Wasser, dass die Forstmaschinen nicht in alle Bereiche der Wälder kommen würden. Laut Befeld kann es noch Monate dauern, bis das Sturmholz aus den Waldgebieten entfernt werden kann. - dpa

Quelle: wa.de

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