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Serie von Geldautomaten-Sprengungen in NRW: Fünf Taten in drei Tagen - Häuser geräumt

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Von: Daniel Großert

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Experten der Spurensicherung stehen vor einer Sparkassenfiliale in Zülpich, in der ein Geldautomat gesprengt wurde.

NRW - Eine Serie von Geldautomaten-Sprengungen beschäftigt die Polizei in Nordrhein-Westfalen. In drei aufeinanderfolgenden Nächten haben unbekannte Täter Automaten gesprengt, einmal blieb es beim Versuch. Zum Teil mussten Häuser geräumt werden.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Serie von Geldautomaten-Sprengungen in NRW: Fünf Taten in drei Tagen

Den aktuellsten Fall meldete die Polizei Hagen: In der Nacht zu Mittwoch wollten zwei maskierte und schwarz gekleidete Täter den Geldautomaten in der Kaufland-Filiale im Stadtteil Hohenlimburg sprengen. Nachdem sie in den Supermarkt eingebrochen waren, hantierten sie bereits an dem Automaten. Doch dann löste der Sicherheitsdienst einen Alarm aus und die Täter machten sich aus dem Staub.

Vor Ort fand die alarmierte Polizei ein kleines Päckchen. Ein Sprengstoffexperte des Landeskriminalamts untersuchte den Inhalt und stellte nach Polizeiangaben fest, dass es sich dabei um „ein zündfähiges Gemisch“ handelte. Das Paket wurde daraufhin kontrolliert gesprengt. Die Täter entkamen unerkannt.

In den beiden Nächten zuvor gelang es Kriminellen, Geldautomaten in NRW zu sprengen: in der Nacht zu Montag in Neuss und Zülpich, einen Tag später in Weilerswist und Vettweiß. Besonders viel Schaden richteten die Täter in Weilerswist und Zülpich an. Dort wurden durch die Wucht der Detonationen jeweils Gebäude beschädigt.

Geldautomaten in NRW gesprengt: Häuser geräumt

In Zülpich seien durch die Explosion Fensterscheiben zersprungen, wie ein Polizeisprecher erklärte. 14 Mietparteien aus dem Gebäude, in dem der gesprengte Geldautomat stand, mussten vorübergehend ihre Wohnungen verlassen. Ein Statiker musste prüfen, ob das Haus möglicherweise einsturzgefährdet war.

Experten der Spurensicherung stehen vor einer Sparkassenfiliale in Zülpich, in der ein Geldautomat gesprengt wurde.
In Zülpich (NRW) richteten die Täter großen Schaden an, als sie einen Geldautomaten sprengten. © Sebastian Klemm/dpa

Auch in Weilerswist war ein Statiker im Einsatz: Zehn Menschen mussten wegen der Schäden, die die Sprengung des Geldautomaten verursacht hatte, evakuiert werden. Als klar war, dass keine Einsturzgefahr besteht, konnten sie in ihre Wohnungen zurückkehren.

In allen fünf Fällen flüchteten die Täter mit zum Teil PS-starken Autos. Bei der Geldautomaten-Sprengung in Neuss hatten die Täter die am Fluchtwagen angebrachten Kennzeichen kurz zuvor in Tatortnähe gestohlen, wie die Polizei mitteilte. Ob und wie viel Beute die Täter jeweils machen, stand noch nicht fest.

Vor wenigen Wochen war die Situation nach einer Geldautomaten-Sprengung in Castrop-Rauxel (NRW) eskaliert: Es kam zu einer Schießerei zwischen den Tätern und der Polizei. Ein Mann wurde von einer Kugel getroffen.

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