Cyber-Attacke vermutlich aus Osteuropa

Hacker-Angriff legt großes Sauerländer Unternehmen lahm - Systeme abgeschaltet

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Die Gedia Automotive Gruppe aus Attendorn ist Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. (Symbolfoto)

Attendorn - Der Automobilzulieferer Gedia in Attendorn ist Opfer eines schweren Hacker-Angriffs geworden. Das Unternehmen hat sich deshalb für eine sofortige Systemabschaltung entschieden. So geht es jetzt weiter.

Die Gedia Automotive Gruppe vermeldete den Vorfall am Donnerstagvormittag in einer Pressemitteilung. Demnach habe es zum Wochenanfang einen "schweren Cyberangriff" auf die Zentrale des Unternehmens in Attendorn gegeben.  

Als der Angriff bekannt und untersucht wurde, habe sich die Gedia-Leitung für eine "sofortige, komplette Systemabschaltung" entschieden. "Diese Maßnahme wurde unternommen, um einen Komplettausfall der IT-Infrastruktur zu verhindern", erklärte das Unternehmen. 

Hacker-Angriff auf Gedia: Auswirkungen auf alle Standorte weltweit

Die Abschaltung des Systems habe "weitreichende Folgen" - allerdings nicht nur auf den Standort Attendorn: Weil alle Standorte an die zentrale IT-Struktur im Sauerland angeschlossen seien, betreffe das Ganze auch die weiteren Gedia-Standorte in Polen, Ungarn, Spanien, China, Indien, USA und Mexiko. 

Immerhin steht der Betrieb nicht ganz still: "Ein Notfallplan stellt Produktion, Materialversorgung und die Abwicklung der Kundenbelieferung sicher. Die kritischen Systeme laufen", teilte Gedia mit. Stillstand herrsche dagegen in der Verwaltung in Attendorn: Weil große Teile nicht arbeitsfähig seien, befänden sich nahezu alle Mitarbeiter "innerhalb einer Gleitzeitregelung" vorerst zu Hause. 

Hacker-Angriff auf Gedia: Wiederherstellung kann Monate dauern

Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben von "externen Sicherheitsexperten" bei der Analyse und der Reparatur des Schadens unterstützt. Es gibt auch erste Vermutungen, woher die Hacker-Attacke kam: "Nach ersten Analysen handelt es sich um einen Angriff von mutmaßlichen Cyberkriminellen aus Osteuropa", heißt es in der Pressemitteilung. 

Die Funktionen des Systems sollen nach Angaben der Gedia-Verantwortlichen "nach festgelegter Planung" je nach Notwendigkeit wieder in Betrieb genommen werden. Dieser Prozess könnte aber lange dauern: "Aus heutiger Sicht wird es Wochen und Monate dauern, bis alle Funktionsabläufe wieder vollständig hergestellt sind", so das Unternehmen abschließend. 

Das ist Gedia

Das Unternehmen Gedia Gebrüder Dingerkus GmbH in Attendorn besteht seit mehr als 100 Jahren. Seit 1955 produziert die Firma für die Automobilindustrie. Aktuell arbeiten nach Unternehmensangaben mehr als 4300 Mitarbeiter an acht Standorten auf der ganzen Welt.

Quelle: wa.de

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