Einbruch in Zeche Heinrich Robert

Einbruch in Bergbau-Relikt: Unbekannte toben durch beliebten "Lost Place"

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Stillgelegte Relikte des Bergbaus im Ruhrgebiet sind ein beliebter Ort für die Lost-Places-Szene. Allerdings ziehen die geheimnisvollen Orte auch Einbrecher an - selbst dann, wenn sie inzwischen wieder genutzt werden, wie die Zeche Heinrich Robert.

  • Im CreativRevier Heinrich Robert in Hamm kam es zu Vandalismus.
  • In die alte Zeche im Ruhrgebiet wurde eingebrochen.
  • Das Bergbau-Relikt war schon Ziel für die internationale Lost-Places-Szene.

Hamm - Das CreativRevier Heinrich Robert in Hamm nahe Dortmund hat über Pfingsten ungebetenen Besuch erhalten. Das hat den Eigentümer dazu veranlasst, Anzeige wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zu erstatten. Nach Angaben der Polizei wurden die Eingangstür zur Lohnhalle der alten Zeche sowie zwei Fenster eingeschlagen. Der Schaden beläuft sich auf rund 1500 Euro.

Entdeckt worden war die Tat am späten Sonntagabend. Auswertungen haben ergeben, dass sechs Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene beteiligt waren. Ob genau diese Gruppe auch schon am Nachmittag auf dem Gelände des Ruhrgebiet-Relikts war, müssen die Ermittlungen zeigen. Von ihrem Besuch auf Heinrich Robert in NRW hat die jedenfalls Fotos auf Instagram eingestellt. Wie Eigentümer Jürgen Tempelmann berichtete, hätten sie sich dabei in Lebensgefahr begeben. Denn: Mittels Feuerwehrschlauch hätten sie sich vom Dach der Maschinenhalle abgeseilt.

Einbruch in Bergbau-Relikt: In die alte Zeche Heinrich Robert in Hamm drangen Vandalen ein.

Lost Place im Ruhrgebiet: Unbekannte stellen Fotos vom Bergwerk auf Instagram

Die Polizei hatte indes den Tipp erhalten, dass sich die randalierende Gruppe später bei Burger King in Hamm nahe Dortmund, wie einer Unterhaltung zu entnehmen war, treffen wollte. Wie Polizei-Sprecher Hendrik Heine sagte, sei man dem Hinweis auch nachgegangen. Angetroffen habe man aber niemanden mehr.

Offensichtlich ist die Gruppe auch außerhalb des Geländes des Bergwerks negativ aufgefallen. So berichtete ein Anwohner der nahe gelegenen Straße Röttgersbank, ebenfalls in Hamm (NRW), davon, dass er und weitere Nachbarn gegen 1 Uhr durch Lärm auf ihrer Straße aufgewacht seien und nachgeguckt hätten.

 Vermutlich die gleiche Gruppe habe unter anderem das Straßenschild herausgezogen und mehrfach auf die Straße geschlagen. Später sei sie in Richtung der Firma Riba geflüchtet. Hinweise auf eine lärmende Gruppe kamen auch aus der Robertstraße.

Einbruch in Bergbau-Relikt: Die Unbekannten zerstörten einige Teile der alten Zeche in Hamm.

Lost Place im Ruhrgebiet: Zeche erhielt oft in der Nacht Besuch

Seitens des CreativReviers Heinrich Robert wurden die Hinweise auf die Tatverdächtigen weitergeleitet, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die stillgelegte Zeche im Ruhrgebiet hatte zuletzt einige Male nächtlichen Besuch erhalten. In zwei Fällen hatten Vandalen den Inhalt von Feuerlöschern im Lichthof verteilt, in mindestens einem Fall haben sich Besucher vom Förderturm abgeseilt. Beliebt in der Szene ist das Areal auch als „Lost Places“. Diese Besucher randalieren in der Regel aber nicht und wollen den verlassenen Ort „nur“ entdecken.

Quelle: wa.de

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