Gegenvorschläge bei Corona-Regeln

Mega-Lockdown: NRW-Expertenrat um Hendrik Streeck grätscht dazwischen – Politik überzeugt nicht mehr

Am Dienstag (19. Januar) entscheiden Bund und Länder über den Mega-Lockdown. Der NRW-Expertenrat rund um Virologe Hendrik Streeck hat andere Vorschläge.

Düsseldorf – Die Entscheidung um den Mega-Lockdown* fällt am Dienstag (19. Januar), wie RUHR24.de* berichtet. Bund und Länder sind sich weitestgehend einig, dass die Regeln in der Coronavirus-Pandemie* noch einmal verschärft werden müssen. Der NRW-Expertenrat sieht jedoch eine große Gefahr.

VirusCoronavirus (Sars-CoV-2)
ErkrankungCovid-19
Maßnahme zur Eindämmung der PandemieLockdown

Mega-Lockdown: NRW-Expertenrat rund um Hendrik Streeck warnt vor Gefahr

Neben Virologe Hendrik Streeck, der während der Coronavirus-Krise durch zahlreiche Auftritte in Talkshows und als Berater von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bekannt geworden ist, gehören acht weitere Wissenschaftler dem NRW-Expertenrat an (alle News zu Corona in NRW* auf RUHR24.de).

Aus ihrer Sicht sei der bisherige Lockdown gescheitert. Man habe die gefährdeten Gruppen nicht schützen können und der Wirtschaft nachhaltig geschadet. Man laufe Gefahr, die Bevölkerung nicht mehr als Ganzes zu überzeugen (alle News zu Corona im Live-Ticker* auf RUHR24.de).

Der Politik müsse es in Zukunft gelingen, die Strategie besser einzuordnen, zu begründen und sich an realistischen Zielen zu orientieren. Die Entscheidung am Dienstag (19. Januar) solle daher aus einem Verständnis künftiger Normalität abgeleitet werden, privat und öffentlich mit dem Coronavirus leben zu können.

Mega Lockdown: Was der NRW-Expertenrat rund um Hendrik Streeck fordert

Der NRW-Expertenrat rund um Virologe Hendrik Streeck stellt daher die Frage: Wie gestalten wir den Lockdown, für die nächsten Monate? Wie kehren wir Stück für Stück ins normale Leben zurück? Und wie verhindern wir einen dritten Lockdown?

Hendrik Streeck, Virologe aus NRW, und der Expertenrat des Bundeslandes haben alternative Vorschläge.

Virologe Hendrik Streeck und der NRW-Expertenrat stellen in ihrer Stellungnahme zum Mega-Lockdown drei Punkte vor. Man will die Struktur und Dynamik der Coronavirus-Pandemie besser erfassen, eine andere Strategie in der Bekämpfung dieser ermöglichen und ein besseres Krisenmanagement herbeiführen.

Das fordert der NRW-Expertenrat:

  • Ein besseres und vom Bund koordiniertes Monitoring des Infektionsgeschehens und eine Weiterentwicklung der Corona-App inklusive sogenannter Tracing-Tools.
  • Eine differenzierte Strategie, bei der Eingriffe in die Alltagspraktiken der Menschen plausibel, konsistent, praktisch handhabbar sind. Zudem eine Öffnungs-Strategie, bei der es nicht erneut zu einem erneuten Ausbruch kommt.
  • Ein besseres Krisenmanagement, bei der öffentliche Verwaltungen technisch auf den neusten Stand gebracht werden (Stichwort Digitalisierung). Das Ziel: Gesundheitsämter sollen die Infektionsketten nachverfolgen können. Gefährdete Branchen sollen ihre Hilfen ohne großen Aufwand bekommen. Aus Sicht des NRW-Expertenrates würde das aufgrund unzureichender technischer Kompetenz und Stringenz sowie aufgrund von mangelnder Führung nicht passieren.

Der Mega-Lockdown könnte für die Bevölkerung in NRW massive Einschränkungen bedeuten. Zwar ist die 15-Kilometer-Regel erst am Montag (18. Januar)* aufgehoben worden. Doch im Zuge des neuen Lockdowns in der Corona-Krise* könnte es zum Beispiel zu Ausgangssperren kommen.

Im Laufe des Tages (19. Januar) wird eine Entscheidung über die neuen Corona-Regeln in Deutschland erwartet. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert; Marcel Kusch; dpa / dpa

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