Büttenredner stirbt auf der Bühne

Hermann Jesses Tod überschattet Belecker Karneval

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Auf tragische Weise ist Hermann Jesse (links) beim Karnevalsvortrag an der Seite von Heinz-Josef Wessel zu Tode gekommen.

Belecke - Der Belecker Karneval wird überschattet vom plötzlichen Tod Hermann Jesses. Der Senator der Großen Belecker Karnevalsgesellschaft (GBK) war während seiner Büttenrede am Mittwoch Nachmittag an der Seite von Hans-Josef Wessel beim Seniorenkarneval plötzlich zusammengebrochen und trotz sofortiger Reanimierungsversuche später im Krankenhaus gestorben.

Die Sitzung war nach dem Unglück abgebrochen worden. Am Donnerstag verzichtete die GBK auf ihren traditionellen Rathaussturm. Der Kostümball am Samstag und der Umzug am Rosenmontag werden wie geplant stattfinden. Allerdings werden insbesondere die Musikgruppen gebeten, in der Belecker Altstadt mit Rücksicht auf die Familie des Verstorbenen bedächtiger vorzugehen.

Hermann Jesse stand mit seinem Freund Hans-Josef Wessel beim traditionellen Seniorenkarneval auf der Bühne, als ihn die Herzattacke überraschte. Helfer waren sofort zur Stelle, er wurde reanimiert und mit dem Rettungswagen ins „Maria Hilf“ gebracht. Dort verstarb er mit nur 62 Jahren. Für alle Karnevalisten, die in der Schützenhalle einen schönen und lustigen Nachmittag erleben wollten, wurde es ein bitterer Tag.

Viele Jahre engagierte sich Hermann Jesse im Belecker Jugendkarneval, übernahm 14 Jahre lang das Amt des Sitzungspräsidenten der GBK und stand immer wieder gerne in der Bütt. Dabei brachte er das Narrenvolk mit seinen Witzen, teilweise in plattdeutsch, zum Lachen und hatte selbst große Freude daran. 

Der selbstständige Malermeister engagierte sich nicht nur im Karneval, zuletzt im GBK-Senat, er war ein Vereinsmensch. So führte er bei unzähligen Festumzügen der Belecker Bürgerschützengesellschaft zusammen mit seinem Zwillingsbruder Rolf die Ostkompanie in der ersten Reihe an, sang beim Belecker Männerchor, dann beim „kleinen Thekenchor“ und seit einigen Jahren auch im Projektchor mit. 

Es lag ihm sehr viel daran, dass die Belecker Nachtwächterzunft beim Weihnachtssingen an seinem Haus Station machte. Dann war seine Familie in Belecke, alle seine Freunde, Nachbarn und Belecker, dann fühlte er sich wohl.

Das Malerunternehmen übernahm er 1975 von seinem Vater Albert Jesse, und übergab es vor einigen Jahren an seinen Sohn Ludger. In seiner Zeit als Unternehmer wuchs ein Betrieb, er errichtete im Wiebusch die „Galeria EigenArt“ und erwarb eine Halle für seinen Malerbetrieb. In seiner knappen Freizeit engagierte er sich auch im Kultur- und Heimatverein Badulikum. 

Er übernahm das Amt des Schnoadmeisters von August Blecke und kontrollierte die Belecker Grenzen viele Jahre. Dabei unterhielt er die Belecker und die Gäste aus den Nachbarorten mit seinen plattdeutschen Einlagen.

Die Belecker Nachtwächterzunft und Sturmtagskanoniere unterstütze er im vergangenen Jahr beim Wiederaufbau des kleinen Speichers an Stütings Mühle. Sein Wissen war gefragt, ganz gleich ob es beim Gerüstbau oder beim Innenausbau des Gebäudes war. Die Belecker verlieren eine engagierte Persönlichkeit mit einem Herz für Belecke. - msp

Quelle: wa.de

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