Extremes Wetter im Westen

Wetter extrem in NRW: Hitzeschock und tropische Nächte - Unwettergefahr wächst

Jetzt wird’s heiß in NRW: Der Sommer dreht dank Hoch Yona auf - mit über 30 Grad. Auf uns warten extreme Temperaturen. Es drohen schwere Hitzegewitter.

Hamm/NRW – Diese Woche bringt viel Sonne, die ersten tropischen Nächte und zum Wochenende auch schwere Hitzegewitter und sogar Unwetter nach Nordrhein-Westfalen. Die Temperaturen steigen durch Hoch Yona auf mehr als 30 Grad. Freibäder und Gastronomen rechnen mit hohem Andrang. Die Hitze hat auch Schattenseiten.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerungca. 17,9 Millionen
HauptstadtDüsseldorf

Hitzewelle: Hoch Yona bringt extremes Wetter nach NRW

„Wir stehen aktuell unter Hocheindruckeinfluss“, sagt Markus Winkler, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen. „Es ist schön sonnig und in den nächsten Tagen strömt wärmere Luft aus südlicher Richtung nach NRW.“

Vor der ersten großen Hitzewelle des Jahres könne man aber an diesem Dienstag (14. Juni) noch einmal Durchatmen und morgens bei Temperaturen von 14 bis 15 Grad gut Durchlüften, rät der Wetterexperte. Bei leichten Schleierwolken wird es in Hamm und Umgebung, im Kreis Soest sowie im Märkischen Kreis maximal 24 bis 25 Grad warm.

Hitze in NRW im Laufe der Woche immer drückender

Am Mittwoch lockert es dem Wetterfachmann zufolge immer mehr auf und wird nach und nach auch immer schwüler. „Dann können wir in Westfalen schon die 30-Grad-Marke knacken“, sagt Meteorologe Winkler. Auch nachts kühle es nur wenig ab, möglicherweise könne es schon die ersten tropischen Nächte mit Temperaturen von über 20 Grad geben.

„Am Donnerstag wird es richtig unangenehm“, prognostiziert der Experte vom DWD. Mit 33 bis 34 Grad soll es dank Hoch Yona sehr heiß werden, selbst im höher gelegenen Sauerland steigen die Thermometer auf bis zu 32 Grad. Hitzefrei: Dann dürfen Schüler in NRW nach Hause gehen.

Zum Abend hin seien erste Hitzegewitter in Westfalen nicht auszuschließen, heißt es beim Wetterdienst in Essen. Der Schwerpunkt der Niederschläge werde aber zunächst vermutlich noch weiter westlich – in der Eifel, im Rheinland und im Ruhrgebiet – liegen.

Hitzewelle in NRW bringt schwere Gewitter und Unwetter

Nach einer weiteren tropischen Nacht mit Temperaturen um 20 Grad wird das Wetter ab Freitag unbeständiger. „Es besteht die Möglichkeit regional schwerer Gewitter“, erklärt Meteorologe Winkler. Auch Unwetter mit Starkregen und Hagel seien dann möglich, teilte der Wetterdienst mit. Erst vor gut einer Woche flutete ein Unwetter in NRW Straßen und Keller.

Mit 30 Grad bleibt es warm und schwül, bevor die Temperaturen am Wochenende etwas sinken. Für Samstag werden zwischen Münster und Meinerzhagen 25 bis 28 Grad erwartet, am Sonntag soll es maximal 26 Grad warm werden.

Hitzewelle in NRW füllt Freibäder, Cafés und Kneipen

Die Freibäder in NRW stellen sich angesichts der sommerlichen Temperaturen auf zahlreiche Besucher ein. „Wir rechnen mit einer hohen Nachfrage“, sagte eine Sprecherin der KölnBäder GmbH. Für die kommenden Tage hätten Besucher schon Slots gebucht. Eine vorherige Buchung empfehle sich. Das Freibad stehe hoch im Kurs. „Familien wollen planschen, Sportschwimmer wollen Bahnen ziehen“, sagte sie. Am Sonntag seien manche Zeitfenster ausgebucht gewesen.

Hoch Yona bringt die erste Hitzewelle 2021 nach Nordrhein-Westfalen. Erfrischung ist da wichtig.

In Cafés und Kneipen spielt sich derzeit viel im Freien ab. Der ohnehin große Trend zur Außengastronomie sei durch die Corona-Pandemie noch intensiver geworden, sagte der Sprecher des Branchenverbandes Dehoga NRW, Thorsten Hellwig. Das sommerliche Wetter verstärke das noch einmal. „Der Trend ist, möglichst viel draußen anzubieten“, sagte Hellwig.

Die Probleme der Hitzewelle in NRW: Die Mücken kommen

Surren, Jucken, Kratzen: Mücken scheinen in diesem Frühsommer besonders aktiv und aggressiv zu sein. Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg (Brandenburg), kann da beruhigen. „Wir haben keine Mückenplage“, versichert sie.

Das Gefühl, im Freien von vielen Plagegeistern umschwärmt zu werden, liege eher an der Erinnerung an die beiden trockenen Vorjahre. Die waren für die Vermehrung der Blutsauger ungünstiger. Die Regenwochen in diesem April und Mai haben die Insekten dagegen beflügelt. „Im Grunde haben wir jetzt wieder ein ganz normales Mückenjahr“, erläutert Werner. Ob viel oder wenige: Die Mücken kommen. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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