News-Ticker

Flutkatastrophe in NRW: THW-Helfer sollen beschimpft und mit Müll beworfen worden sein

Nach der Hochwasser-Katastrophe in NRW gibt es Tote und Vermisste. Die Flutopfer können ab sofort Anträge auf Soforthilfe stellen. Die Lage im News-Ticker.

  • Nordrhein-Westfalen kämpft mit den Folgen einer Hochwasser-Katastrophe.
  • Besonders hart vom Hochwasser betroffen sind der Rhein-Erft-Kreis und der Kreis Euskirchen.
  • Das Landeskabinett hat 200 Millionen Euro Soforthilfe für die Betroffenen beschlossen. (Update vom 22. Juli, 14 Uhr)

Update vom 24. Juli, 13.05 Uhr: Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) sollen bei ihren Hilfsmaßnahmen in den Flutgebieten beschimpft und sogar mit Müll beworfen worden sein. Das sagte die Vize-Präsidentin des THW, Sabine Lackner, am Samstag im RTL/ntv-Interview. Hinter den Angriffen seien vor allem Querdenker oder Menschen aus der Prepper-Szene, die sich als Betroffene der Flutkatastrophe ausgäben, sowie einige frustrierte Flutopfer, so Lackner.

Die Polizei Koblenz zeigte sich bestürzt über die Berichte. „Sollte die Polizei von einem solchen Vorfall Kenntnis erhalten, werden wir sofort und mit aller Entschiedenheit dagegen vorgehen“, schrieb sie am Samstag auf Twitter. Derzeit könne die Polizei in Koblenz die Schilderungen aber „in keiner Weise“ bestätigen.

Update vom 23. Juli, 18.41 Uhr: Beim Aufräumen der Hochwasser-Schäden sollten Helfer unbedingt wasserabweisende Schutzkleidung und Handschuhe tragen. Der zurückgebliebene Schlamm sei häufig mit Krankheitserregern verseucht, teilte die Stadt Hagen am Freitag mit. Dort seien bereits Magen-Darm-Erkrankungen und Wundinfektionen im Zusammenhang mit den Reinigungsarbeiten aufgetreten.

Vor dem Kontakt mit Lebensmitteln und vor dem Rauchen sollten die Hände gründlich gewaschen werden, riet die Stadt. Lebensmittel, die in Kontakt mit dem Schlammwasser gekommen sind, dürften nicht mehr verzehrt werden. Das gelte auch für im Garten angebautes Gemüse, das überschwemmt war. Kleinere Verletzungen müssten desinfiziert werden, bei größeren und tieferen Wunden solle man einen Arzt aufsuchen. Helfer sollten ihren Tetanus-Schutz überprüfen und gegebenenfalls auffrischen.

Flutkatastrophe in NRW: Unfall im Hochwassergebiet - drei Arbeiter vergiftet

Update vom 23. Juli, 18.09 Uhr: Im Hochwassergebiet bei Weilerswist sind bei einem Arbeitsunfall in einem Mehrfamilienhaus drei Mitarbeiter einer Firma für Wasser- und Brandschadensanierung aus Bochum verletzt worden. Sie hätten schwere Vergiftungen erlitten, berichtete die Kreispolizei Euskirchen.

Zwei Beschäftigte (46 und 50 Jahre) wurden mit einem Rettungshubschrauber in eine Uniklinik gebracht. Der dritte Mitarbeiter (42) kam in ein anderes Krankenhaus. Auslöser sei eine Wasserpumpe im Keller und ein vor dem Lichtschacht stehendes Stromaggregat gewesen.

Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers hatten die Arbeiter einen benzinbetriebenen Stromgenerator verwendet. Mehrere Personen hätten Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung aufgewiesen und seien kollabiert, berichtete die Zeitung weiter.

Flutkatastrophe in NRW: Rhein-Erft-Kreis hebt Katastrophenfall auf

Update vom 23. Juli, 14.35 Uhr: Gut eine Woche nach dem verheerenden Hochwasser hat der Rhein-Erft-Kreis den Katastrophenfall aufgehoben. Es gebe keine kreisweite Einsatzlage im Sinne des Katastrophenschutzrechtes mehr, unter anderem da die Steinbachtalsperre habe gesichert werden können, teilte der Kreis am Freitag mit. „Es grenzt an ein Wunder, dass wir bis heute keine Vermissten und Toten zu vermelden haben“, sagte Landrat Frank Rock. Er bedankte sich bei allen Helfern für ihren Einsatz im Katastrophengebiet. Die große Hilfsbereitschaft der Menschen habe ihn tief beeindruckt.

Flutkatastrophe in NRW: Klinikchef mit klarer Forderung an die Politik

Update vom 23. Juli, 11.12 Uhr: Der Chefarzt einer vom Hochwasser zerstörten Klinik in Eschweiler bei Aachen hat flankierend zum Wiederaufbau vorbeugende Schutzmaßnahmen gefordert. „Da muss politischer Wille gezeigt werden“, sagte Mediziner Uwe Janssens vom überfluteten Sankt-Antonius-Hospital im WDR-Morgenecho. Jeder Fluss müsse überprüft werden, es brauche zusätzliche Maßnahmen zum Hochwasser- und Katastrophenschutz.

Obwohl seine Klinik baulich über einen überdurchschnittlichen Hochwasserschutz verfügte, seien zwei Geschosse geflutet worden, schilderte Janssens. 300 Patienten mussten evakuiert werden. Es sei ein „unvorstellbarer Schaden“ entstanden - hochwärtige Geräte, Operationssäale und Labore seien verloren. Janssens war bis Ende 2020 Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizinern und als Corona-Experte stark gefragt.

Flutkatastrophe in NRW: Weiteres Todesopfer im Kreis Euskirchen gefunden

Update vom 22. Juli, 18.20 Uhr: Einsatzkräfte haben im schwer von der Unwetterkatastrophe getroffenen Kreis Euskirchen ein weiteres Todesopfer gefunden. Die Leiche sei am Mittwochnachmittag in der Stadt Schleiden in der Eifel entdeckt worden, teilte die Kölner Polizei am Donnerstag mit. Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort, Herkunft und Todesumständen würden nach wie vor nicht veröffentlicht - zum Schutz der Angehörigen.

Zugleich teilte die Behörde mit, dass eine bislang als Hochwasser-Opfer gezählte Person aus dem Kreis Euskirchen nunmehr aus der Statistik der Unwettertoten „rausgerechnet“ werde. Eine Obduktion habe ergeben, dass sie an einer natürlichen Todesursache gestorben sein soll.

Flutkatastrophe in NRW: Noch zwei Personen gelten als vermisst

Im Kreis Euskirchen sind damit der Statistik zufolge weiterhin 26 Todesopfer der Hochwasserkatastrophe zu beklagen. Die Zahl der Menschen, die bei der Flut in ganz Nordrhein-Westfalen ihr Leben verloren, beträgt damit nach bisherigen Erkenntnissen weiterhin 47. Zwei Personen gelten noch als vermisst, wie die Kölner Polizei mitteilte.

Update vom 22. Juli, 14.36 Uhr: Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) fordert eine Warnung der Bevölkerung vor Gefahren per SMS gefordert. Die Information „hinein in eine Funkzelle direkt im Katastrophengebiet“ müsse jetzt ermöglicht werden, sagte Laschet am Donnerstag nach einer Sitzung des Landeskabinetts in Düsseldorf. Das so genannte Cell Broadcasting sollte am besten deutschlandweit eingeführt werden. „Wenn es bundesweit nicht geht, wird Nordrhein-Westfalen den Weg dafür ebnen“, kündigte Laschet an. Daneben seien aber auch weiterhin Sirenen nötig.

Flutkatastrophe in NRW: 200 Millionen Euro Soforthilfe - Anträge jetzt stellen

Update vom 22. Juli, 14 Uhr: Das Landeskabinett hat 200 Millionen Euro Soforthilfe für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe beschlossen. Anträge könnten sofort gestellt werden. Soforthilfen gebe es für vier Gruppen: Privatbürger, Wirtschaft, Landwirte und Kommunen. Für betroffene Bürger gebe es einen Sockelbetrag in Höhe von 1500 Euro pro Haushalt, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Für jede weitere Person stünden 500 Euro bereit. Insgesamt würden maximal 3500 Euro pro Haushalt ausgezahlt. Im Formular könne eine Kontoverbindung angegeben werden, auch Barauszahlungen seien aber möglich. Bedürftigkeits-, Vermögens- und Detailprüfungen werde es nicht geben. „Wir vertrauen hier den Bürgern, dass es keinen Missbrauch gibt“, sagte Laschet.

Zudem hat die Regierung ein „Bürgertelefon Fluthilfe“ eingerichtet. Unter der Nummer 0211/4684 4994 könnten Bürger, Unternehmer und Landwirte von 15 Uhr an Fragen stellen, erklärte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag. Dort werde etwa über die Anlaufstellen für die neuen Fluthilfe-Anträge informiert.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Anwohner kehren nach Blessem zurück - „herzzerreißende Szenen“

Update vom 22. Juli, 12.05 Uhr: Die Anwohner aus dem Krisengebiet Blessem durften heute in ihre Häuser zurückkehren. Der Kölner Stadtanzeiger berichtet von herzzerreißenden Szenen. Die Menschen hätten sich vor Freude über das Wiedersehen umarmt, aber auch Angst vor dem, was sie erwartet, geäußert. Ein Team von Psychologen ist vor Ort.

Update vom 22. Juli, 8.08 Uhr: Zusätzliche Impfmöglichkeiten sollen die Menschen in den Hochwasser-Gebieten von Nordrhein-Westfalen vor der Ausbreitung des Coronavirus schützen. „Wir haben allen Gesundheitsämtern gesagt, sie kriegen zusätzlich auch Impfstoff von Johnson & Johnson, den man ja nur einmal impfen muss und der sich deshalb in dieser Situation auch besonders gut eignet“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Morgen im WDR. In der Städteregion Aachen würden auch Impfbusse eingesetzt. 

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Rhein-Erft-Kreis dementiert Gerüchte

Update vom 21. Juli, 21.20 Uhr: Der Kreis Rhein-Erft dementiert Gerüchte in den Sozialen Medien, bei denen Fotos eines freigelegten Rohres im Stadtteil Blessem in Erftstadt mit dem Hinweis veröffentlicht wurden, an der Katastrophe sei der unterirdische Flusslauf schuld. Bei dem Rohr handle es sich laut Mitteilung des Kreises um einen Mischwasserkanal mit einem Durchmesser von 1,20 Metern. „Er gehört zur städtischen Kanalisation und dient der Wasserableitung“, heißt in der Mitteilung. Die Zuständigkeit liege bei der Stadt Erftstadt und der Bezirksregierung Köln. „Es handelt sich hier somit nicht um einen unterirdischen verrohrten Fluss.“ Erftstadt-Blessem war besonders stark von der Hochwasserkatastrophe betroffen, noch immer laufen die Aufräumarbeiten.

Update vom 21. Juli, 19.01 Uhr:  Anwohner des von einem Erdrutsch betroffenen Ortsteils Erftstadt-Blessem dürfen am Donnerstag zeitweise in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren. Das teilte die Stadt Erftstadt am Mittwoch in einem Facebook-Post mit. Mit Bauzäunen richteten Einsatzkräfte bereits eine Sicherheitszone von 100 Metern rund um die Abbruchkante der Kiesgrube ein. Für die Straßenzüge außerhalb dieses Radius hatte die Stadt geplant, Bewohner einzeln und kurz in ihre Wohnungen zu lassen, um persönliche Gegenstände zu sichern. Aus Sicherheitsgründen sollten Einsatzkräfte die jeweiligen Anwohner aber begleiten. Vor allem an der Abbruchkante bestand weiter „akute Lebensgefahr“, wie der Rhein-Erft-Kreis mitgeteilt hatte. Wann die Begehung am Donnerstag starte, war noch unklar.

Das NRW-Kabinett berät am Donnerstagvormittag über Folgen der Unwetterkatastrophe und Soforthilfen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte im Vorfeld angekündigt, dass NRW 200 Millionen Euro Soforthilfe für die Opfer bereitstellen werde und eine schnelle Abwicklung der Auszahlungen zugesagt. Die Landesregierung will anschließend über ihren Beschluss informieren.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: TV-Sender kündigen Benefizsendungen an

Update vom 21. Juli, 17.26 Uhr: Für die Opfer der Hochwasserkatastrophen in Deutschland ändern die ARD am Freitag und Sat.1 am Samstag das TV-Programm und planen Benefizsendungen. Das Erste präsentiert am Freitag (23. Juli) um 20.15 Uhr die Live-Sendung „Wir halten zusammen - Der ARD-Benefiz-Abend zur Flutkatastrophe“. Am Samstag (24. Juli) moderiert Daniel Boschmann die Sendung „Deutschland hilft - Die Sat.1-Spendengala“. Promis wie Marlene Lufen, Hella von Sinnen und Ralf Schmitz nehmen Spenden von Zuschauenden am Telefon entgegen.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Beliebte Stauseen gesperrt - Polizei korrigiert Zahl der Toten

Update vom 21. Juli, 16.06 Uhr: Der Energiekonzern RWE bietet Menschen, die durch die Unwetter-Katastrophe ihre Wohnungen verloren haben, Unterkunft in leeren Häusern im Braunkohlegebiet an. Konkret gehe es um Häuser, die RWE im Zuge der Umsiedlungen für die Tagebaue angekauft habe und die jetzt leer stünden, sagte ein Unternehmenssprecher. Einige Häuser könnten sofort wieder bezogen werden, andere müssten erst wieder mit Strom und Wasser versorgt werden.

RWE suche aber auch nach anderen Unterbringungsmöglichkeiten. Die Stadt Erftstadt hatte die Bürger auf Facebook über das Angebot von RWE informiert. Damit die Braunkohle-Bagger vorrücken könne, müssen die Ortschaften an den Tagebauen nach und nach weichen. Die Bewohner werden dazu umgesiedelt, oft gemeinsam in ein neuerrichtetes Wohngebiet. Die Umsiedlung trifft aber auch auf heftige Kritik in der Region.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Ausmaß der Schäden an Bahnstrecken wird sichtbar

Update vom 21. Juli, 15.53 Uhr: In einer Großstadt in NRW steigen die Corona-Zahlen deutlich an. Die Hochwasser-Katastrophe gilt als erhöhtes Infektionsrisiko. Auch in anderen Kommunen bereitet das Sorgen.

Update vom 21. Juli, 15.20 Uhr: Erst nach und nach wird das gesamte Ausmaß der Schäden an Bahnstrecken nach der Hochwasser-Katastrophe sichtbar. So seien viele Bereiche im Katastrophengebiet erst jetzt wieder zugänglich, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Mittwoch. Dort laufe die Erkundung der Strecken weiter. Nach Bahnangaben von Dienstag wurden in NRW und Rheinland-Pfalz insgesamt 80 Bahnstationen durch das Unwetter beschädigt. Insgesamt sind Gleise auf einer Länge von 600 Kilometern von den Unwetter-Folgen betroffen. Die Bahn spricht von Reparatur- und Wiederaufbaumaßnahmen, die Wochen bis Monate dauern werden.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: 90 km Autobahn von Schäden betroffen

Update vom 21. Juli, 14.41 Uhr: Bei der Hochwasser-Katastrophe sind in Nordrhein-Westfalen nach bisherigen Erkenntnissen 47 Menschen ums Leben gekommen. Die Kölner Polizei korrigierte ihre Angaben vom Vortag, wonach eine weitere Leiche in Bad Münstereifel gefunden und die Zahl der Toten im Kreis Euskirchen damit auf 27 gestiegen sei. Dies habe sich zwischenzeitlich nicht bestätigt, es gebe 26 Todesopfer im Kreis Euskirchen, teilte die Polizei am Mittwoch mit und entschuldigte sich für ihren Fehler.

Update vom 21. Juli, 14.27 Uhr: Im Rheinland sind etwa 90 Kilometer Autobahn von Hochwasser-Schäden betroffen. Das sagte ein Sprecher der Autobahngesellschaft des Bundes. Dabei handele es sich um Schäden von unterschiedlicher Schwere. Auch Streckenabschnitte, die nach dem Abfließen des Wassers intakt aussehen, könnten nicht sofort freigegeben werden. Wann mit den Reparaturarbeiten etwa an der stark beschädigten Autobahn 61 begonnen werden könne, sei noch nicht abzusehen. Die A61 ist zwischen den Kreuzen Meckenheim und Kerpen in beiden Richtungen voll gesperrt

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Beliebte Stauseen an der Ruhr gesperrt

Update vom 21. Juli, 14.01 Uhr: Die Stauseen an der unteren Ruhr sind für private und gewerbliche Freizeitaktivitäten gesperrt. Das gelte für den Hengsteysee, den Harkortsee und den Kemnader See, teilte die Bezirksregierung Arnsberg am Mittwoch mit. Laut Ruhrverband sind zudem der Baldeney- und Kettwiger Stausee gesperrt. Durch das Hochwasser führe die Ruhr sehr viel Treibgut, darunter auch zerstörte Boote und Wohnwagen, und berge damit „nicht abschätzbare Gefahren“. Bojenketten zur Markierung von gefährlichen und gesperrten Bereichen, etwa vor Kraftwerken und Stauwehren, seien teilweise verschwunden. Auch wenn der Wasserspiegel sich weitgehend normalisiere, sind die Strömungen nach Angaben der Behörde noch „viel stärker und gefahrvoller als zu dieser Jahreszeit üblich“.

Update vom 21. Juli, 13.25 Uhr: In dem massiv vom Hochwasser betroffenen Rhein-Erft-Kreis werden keine Menschen mehr wegen des Unwetters vermisst. Seit Dienstag seien fünf noch vermisste Menschen ermittelt worden. Die Polizei äußerte sich näher zu der Suche.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Warnung künftig als SMS?

Update vom 21. Juli, 12.26 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer davon aus, dass die Bevölkerung vor Gefahren künftig auch per SMS gewarnt wird. Beim Cell Broadcasting wird ähnlich wie bei einer SMS eine Nachricht an Handy-Nutzer verschickt - und zwar an alle Empfänger, die sich zu dem Zeitpunkt in der betreffenden Funkzelle aufhalten.

Update vom 21. Juli, 11.34 Uhr: Die Bundesregierung hat eine Woche nach dem Beginn der Hochwasser-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz eine Soforthilfe von 200 Millionen Euro beschlossen. Mittel in derselben Höhe sollen die betroffenen Länder beisteuern, so dass insgesamt bis zu 400 Millionen Euro bereit stehen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) machte anschließend deutlich, dass der Bund bei Bedarf auch mehr Geld zur Verfügung stellen werde. „Wir werden das tun, was erforderlich ist.“ Außerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Der Aufbau werde Jahre in Anspruch nehmen, sagte Scholz.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Überblick über gesperrte Straßen

Update vom 21. Juli, 10.07 Uhr: Nach dem Hochwasser in NRW sind noch immer zahlreiche Bundes- und Landesstraßen gesperrt. Der Landesbetrieb Straßenbau bietet ab sofort aktuelle Informationen zu Straßensperrungen an. Der Landesbetrieb wies allerdings darauf hin, dass die Aktualität des abgebildeten Sachstands in den einzelnen Regionen noch voneinander abweichen könne.

Update vom 21. Juli, 9.34 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier macht Hoffnung auf schnelle und weitreichende Hochwasser-Hilfen. Der CDU-Politiker sagte dem Deutschlandfunk vor einem entsprechenden Kabinettsbeschluss: „Wir werden heute Klarheit schaffen, dass es am Geld nicht scheitern wird.“ Mit den Soforthilfen sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Beschluss zu Soforthilfen soll heute kommen

Man werde dafür sorgen, dass keine Unternehmen insolvent gehen, versprach Altmaier. Mit Blick auf Privatpersonen, „die alles verloren haben“, sagte er: „Das kann eigentlich nur die Verwaltung vor Ort genau einschätzen, da brauchen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht genaue Förderrichtlinien, sondern da muss zunächst einmal unbürokratisch geholfen werden. Die Leute brauchen ein Dach über dem Kopf, die Leute müssen die Gewissheit haben, dass sie sich wieder Kleider leisten können, dass die Kinder in die Schule gehen können.“

Update vom 21. Juli, 6.45 Uhr: Am Dienstagabend mussten im Kreis Heinsberg zwei Campingplätze evakuiert werden. Das berichtet der WDR. Grund dafür ist ein instabiler Damm gewesen. Mittlerweile ist laut dem Bericht aber so viel Wasser abgepumpt worden, dass kein Dammbruch mehr droht. Die 150 Anwohner konnten bereits wieder zurück. Auch in Leichlingen bei Leverkusen gab es am Abend erneut Evakuierungen wegen eines übervollen Anglerteichs.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Ein weiterer Todesfall - Sofort-Hilfe kommt

Update vom 20. Juli, 18.45 Uhr: Die Zahl der Todesopfer ist gestiegen, das teilt das Kölner Polizeipräsidium mit. Ein Leichenspürhund fand in Bad Münstereifel einen weiteren Toten. Bisher sei die Leiche noch nicht identifiziert worden. Damit steigt die Zahl der Toten durch die Unwetterkatastrophe auf 48.

Mehr als 850 Vermisste hätten die Ermittler mittlerweile telefonisch erreicht. Aktuell suche die Polizei noch nach 14 Menschen aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis und zwei aus dem Kreis Euskirchen, der in NRW die meisten Todesopfer nach dem Starkregen zu beklagen hat.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Fünf Vermisste im Rhein-Erft-Kreis - Sofort-Hilfe noch diese Woche?

Update vom 20. Juli, 17.56 Uhr: 400 Millionen Euro sollen für die Soforthilfe aufgebracht werden. Damit sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden. Die Soforthilfe soll zur Hälfte vom Bund und von den Ländern getragen werden. Schon am Mittwoch soll die Soforthilfe auf den Weg gebracht werden. Außerdem ist ein Aufbaufonds geplant, über dessen Höhe noch nicht entschieden wurde. Die Länder sollen zudem nicht auf den Kosten der Rettungskräfte in Hochwassergebieten sitzen bleiben, der Bund will die Kosten erlassen.

Update vom 20. Juli, 16.29 Uhr: Knapp eine Woche nach dem Hochwasser im Rhein-Erft-Kreis werden dort noch fünf Menschen vermisst. Bei ihnen sei der Aufenthaltsort derzeit noch ungewiss, sagte Landrat Frank Rock. Demnach habe die örtliche Personenauskunftsstelle schon viele Vermisstenfälle klären können. „Viele, viele Leute haben sich bei ihren Verwandten gemeldet und sind wohlauf“, teilte die Polizei mit.

Hochwasser-Drama in NW: Fernverkehr der Bahn wieder ohne Einschränkungen

Update vom 20. Juli, 15.36 Uhr: Der Fernverkehr der Deutschen Bahn läuft nach der Hochwasser-Katastrophe in NRW wieder ohne Einschränkungen. Nach Angaben der Bahn fahren die Züge zwischen Köln, Wuppertal und Hagen als auch im Ruhrgebiet wieder. Auch auf den Strecken Köln in Richtung Rhein-Main-Gebiet sowie zwischen Köln und Brüssel und in Richtung Amsterdam sind die Verbindungen wieder ohne Unterbrechung zu nutzen. Pendler und Reisende im Nah- und Regionalverkehr müssen dagegen weiter mit Einschränkungen rechnen. In den Hochwasser-Regionen sind sieben Brücken und 24 Kilometer Schienen-Strecken laut Mitteilung nicht mehr oder nur noch zum Teil vorhanden. Betroffen sind sieben Regionalstrecken, die zum Teil neu gebaut oder umfassend saniert werden müssen. Insgesamt wurden 80 Bahn-Stationen durch das Unwetter beschädigt. Insgesamt sind Gleise auf einer Länge von 600 Kilometern von den Unwetter-Folgen betroffen. Die Bahn spricht von Reparatur- und Wiederaufbaumaßnahmen, die Wochen bis Monate dauern werden.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Merkel in Bad Münstereifel - Soforthilfe noch diese Woche?

Update vom 20. Juli, 14.24 Uhr: Die Soforthilfen für Flutopfer sollen unbürokratisch organisiert werden. Die Formulare sollten noch in dieser Woche fertig werden, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag nach einem Besuch mit der Bundeskanzlerin im stark von der Unwetterkatastrophe geschädigten Bad Münstereifel. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, die Auszahlung sei über die Städte und Kreise geplant. Sie hoffe, „dass das eine Sache von Tagen ist“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, r) verspricht den Opfern der Hochwasser-Katastrophe schnelle Hilfen.

Update vom 20. Juli, 14.17 Uhr: Die Polizei Köln teilt mit, dass aktuell noch 19 Menschen aus dem Kreis Euskirchen nach der Hochwasser-Katastrophe vermisst werden. Das berichtet der Kölner Stadtanzeiger am Dienstag. Die Zahl der Todesopfer bleibt bislang bei 24.

Update vom 20. Juli, 12.04 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Bad Münstereifel angekommen. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) macht sich Merkel ein Bild von der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zum Auftakt führte die Kanzlerin Gespräche mit dem Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers, und Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian.

Hochwasser in NRW: Minister über Wiederaufbau - „An Geld wird es nicht mangeln, aber ...“

Update vom 20. Juli, 9.54 Uhr: Für Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) kommt es nun auf einen schnellen Wiederaufbau der Infrastruktur nach der Hochwasser-Katastrophe an. „Am Geld wird es nicht mangeln, aber die Umsetzungsgeschwindigkeit ist jetzt das relevante“, sagte Wüst im WDR5 Morgenecho nach den Zerstörungen bei Straßen und Schienenverkehr. Erste Reparaturen laufen an, sagte der Verkehrsminister. Wichtiger aber sei, dass die Prüfingenieure jetzt schauen, ob es substanzielle Schäden gibt.

„An einigen Stellen der A1 kommt das Wasser von unten durch die Fahrbahn, das sah eigentlich völlig unbeschädigt aus. Aber können Sie jetzt nicht einfach Verkehr darauf lassen. Da müssen Bohrungen gemacht werden, um zu schauen, ob es Hohlflächen gibt.“

Hochwasser in NRW: Sorge vor massenhaften Corona-Ansteckungen

Update vom 20. Juli, 7.34 Uhr: Das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen warnt vor einem steigenden Corona-Infektionsrisiko in den Hochwassergebieten. „Eine erhöhte Gefahr der Ausbreitung von Sars-CoV-2 könnte sich vor allem durch die Unterbringung von Personen in Notunterkünften entwickeln“, hieß es laut Redaktionsnetzwerk Deutschland aus dem Ministerium in Düsseldorf. Zusätzlich bereiteten den Behörden die zusammengebrochene medizinische Infrastruktur, etwa durch zerstörte Hausarztpraxen, Sorgen. „Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Bewältigung der Katastrophe nicht zu einem Superspreader-Event wird“, sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz.

Hochwasser in NRW: Angela Merkel kommt erneut in die Katastrophengebiete

Update vom 20. Juli, 7.04 Uhr: Die Aufräumarbeiten gehen nach der Hochwasserkatastrophe in den Kreisen Rhein-Erft und Euskirchen auch am Dienstagmorgen weiter. Der Wiederaufbau nach den Hochwasserschäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wird nach Einschätzung der deutschen Bauwirtschaft mehrere Jahre dauern. „Nach der Elbflut 2002 hat es etwa drei Jahre gedauert, bis die größten Schäden behoben waren, und fünf Jahre, bis die betroffenen Gebiete wieder ordentlich aussahen“, sagte Reinhardt Quast, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes.

In NRW und auch dem Rest von Deutschland ist die Betroffenheit und auch die Bereitschaft zur Hilfe sehr groß. An vielen Stellen werden Sachspenden gesammelt oder Spendenkonten für die Hochwasser-Opfer eingerichtet. Andere nutzen das Hochwasser schamlos für Plünderungen aus. Die Polizei im Märkischen Kreis (Sauerland) hat jetzt zwei Männer erwischt.

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Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa

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