EU-Regeln angepasst

NRW-Nachbar Holland ändern Corona-Regeln – Farbcodes helfen

Die Niederlande passen ihre Corona-Regeln für Reisende aus der EU an. Das NRW-Nachbarland reagiert damit auf die veränderte Pandemie-Lage. Was heißt das für Deutsche?

Dortmund/Den Haag – Holland bewertet seit dem 27. Juli die Corona*-Lage in anderen EU-Ländern nicht mehr nur auf Basis der Corona-Inzidenz. Stattdessen entscheiden nun andere Faktoren darüber, ob die Niederlande vor der Corona-Lage in einem EU-Land warnen. Das wiederum wirkt sich auch auf die Planungen für Urlauber aus NRW* und Co. aus. RUHR24* erklärt, was Reisende jetzt wissen müssen.

LandNiederlande
7-Tage-Inzidenz (Stand 29. Juli)193,3
Bisherige Corona-Fälle insgesamt1,86 Mio.

Niederlande: NRW-Nachbar Holland lockert Corona-Reiseregeln – auch Deutsche betroffen

Die Niederlande beurteilen EU-Länder wie Deutschland in ihrer Corona-Warnskala (grün, gelb, orange, rot) ab sofort nicht mehr nur aufgrund ihrer Corona-Zahlen oder anhand der Inzidenzen. Die vier Warnstufen werden nunmehr nach Faktoren wie den Todeszahlen, den Krankenhauseinweisungen oder neuen Virus-Varianten vergeben.

Als Grund für die Änderung der Reiseregeln nennt die niederländische Regierung im Wesentlichen drei Punkte:

  • Immer mehr Menschen in Europa sind gegen das Coronavirus geimpft,
  • Die Situation in den Krankenhäusern ist relativ entspannt,
  • EU-weit gibt es ein einheitliches Covid-Zertifikat.

„Würden wir weiterhin allein auf der Grundlage der Infektionsraten Reisehinweise erteilen, müssten wir in den kommenden Wochen wahrscheinlich vor unnötigen Reisen in immer mehr Ländern abraten“, so die niederländische Regierung in einer Stellungnahme. Das sei aktuell aber nicht mehr verhältnismäßig.

Holland: NRW-Nachbar Niederlande erhöht die Hürde für Corona-Warnstufe „orange“

Konkret heißt das etwa, dass es für EU-Länder in naher Zukunft wohl nicht mehr die Warnstufe orange („Hochrisikogebiet“) geben wird. Dazu müsste schon eine neue, bedenkliche Virus-Variante entstehen – was in der EU derzeit aber in keinem Land absehbar ist. Im Umkehrschluss heißt das für Deutsche: Wer nach Holland einreist, muss erstmal keine schweren Restriktionen fürchten (hier weitere News aus Holland bei RUHR24 lesen).

Ganz ohne Einreise-Regeln geht es dann aber doch nicht. Ab Warnstufe gelb (Deutschland ist aktuell, Stand 30. Juli, noch grün), gelten folgende Bedingungen für die Einreise in die Niederlande:

  • Reisende ab 12 müssen ein Covid-Impf-Zertifikat vorlegen (etwa via QR-Code in einer Corona-App oder mit dem Zettel, auf dem der QR-Code gedruckt ist).
  • Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss 48 Stunden vor Einreise in die Niederlande einen PCR-Test oder 24 Stunden vor Einreise einen Antigen-Test (Schnelltest) machen lassen. Dieser muss selbstredend negativ sein.

Für Reisende aus „grünen“ Ländern, wie aktuell Deutschland, gibt es keine Restriktionen bei der Einreise. Weder Impfung noch Test sind nötig. Auch eine Quarantäne braucht man als Deutscher derzeit nicht.

Hier gibt es eine Übersicht über die Farbcodes aller Länder weltweit. Die Karte wird einmal pro Woche aktualisiert, normalerweise am Donnerstag oder Freitag. Das bedeuten die Farbcodes:

  • Grün: Keine Maßnahmen für Einreisende.
  • Gelb: Einreise nur mit Impfung oder negativem Test.
  • Orange: Einreise nur mit Impfung oder negativem Test. Evtl. Quarantäne.
  • Rot: Einreise nur mit Impfung oder negativem Test. Evtl. Quarantäne. Evtl. weitere Beschränkungen.
  • Details zu Reisehinweisen für Einreisende aller Länder gibt die niederländische Regierung für jedes Land auf dieser Seite.

Abgesehen von allen Regeln für Einreisende in die Niederlande – egal ob aus grünen, gelben, orangen oder roten Gebieten – empfiehlt die niederländische Regierung jedem Reisenden, sich vor Ankunft in Holland auf das Coronavirus testen zu lassen – ob geimpft oder nicht. Denn auch Geimpfte können das Virus in sich tragen und andere damit anstecken*.

Corona: Reise nach Holland kann für Deutsche bei Rückkehr in Quarantäne führen

Anders sehen die Corona-Regeln bei der Rückreise aus den Niederlanden nach Deutschland aus. Das NRW-Nachbarland gilt in Deutschland seit dem 27. Juli wieder als „Hochinzidenzgebiet“*. Heißt: Wer aus Holland zurück nach Deutschland kommt, muss schon bei der Einreise einen Nachweis über eine Impfung, eine Genesung oder einen aktuellen negativen Schnelltest vorzeigen können.

Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen sich zudem nach Einreise aus den Niederlanden grundsätzlich für mindestens fünf Tage in Selbstisolation begeben und können diese erst dann durch ein negatives Testergebnis beenden. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN-DIGITAL.

Rubriklistenbild: © Dean Mouhtaropoulos/AFP

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