Corona-Impfstoff

Hebt auch NRW die Impfpriorisierung für Astrazeneca auf? Das sagt Minister Laumann

Drei Bundesländer haben die Priorisierung für Astrazeneca aufgehoben und den Corona-Impfstoff für alle freigegeben. Zieht NRW nach? Das antwortet Minister Karl-Josef Laumann.

Hamm - Astrazeneca für alle. Drei Bundesländer haben die Impfpriorisierung für den besagten Corona-Impfstoff für alle Altersgruppen freigegeben. Nach Sachsen entschieden am Mittwoch auch Mecklenburg-Vorpommern und Bayern, die Priorisierung für diesen Impfstoff komplett aufzuheben. Bei Menschen unter 60 Jahren ist jedoch vor dem Spritzen eine ausführliche Beratung durch den Impfarzt notwendig, wie die jeweiligen Gesundheitsministerien mitteilten. Hebt auch Nordrhein-Westfalen die Impfpriorisierung für Astrazeneca auf? (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf
Bevölkerungdichte526 Einwohner pro km²

Impfpriorisierung: Astrazeneca für alle in NRW? Karl-Josef Laumann antwortet deutlich

Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich dazu ganz klar positioniert. „Nein, das werden wir jetzt noch nicht brauchen“, sagte der NRW-Gesundheitsminister am Donnerstag (22. April) bei WDR2. „Der Astrazeneca-Impfstoff, den wir haben, können wir zurzeit noch sehr gut an die Menschen verimpfen, die über 60 Jahre alt sind.“ Noch gebe es im Land viele Menschen über 60 Jahren, die das Impfangebot mit Astrazeneca gerne annähmen.

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister verwies darauf, dass in dieser Woche die Terminbuchung für alle Menschen ab 70 Jahre in Nordrhein-Westfalen freigeschaltet werde.

Gänzlich ausschließen sollte Karl-Josef Laumann eine Aufhebung der Impfpriorisierung für Astrazeneca in NRW allerdings nicht. Sollte sich die Situation ergeben, dass besagter Corona-Impfstoff nicht mehr gewünscht sei, „muss man auch solche Überlegungen machen“, sagte der CDU-Politiker. Aktuell sehe er diesen Schritt jedoch noch nicht.

Drei Bundesländer heben Impfpriorisierung auf: Astrazeneca jetzt für alle Altersgruppen

Zuletzt hatten die drei Bundesländer Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern den Corona-Impfstoff von Astrazeneca für alle Altersgruppen freigegeben. Bei Menschen unter 60 Jahren ist jedoch vor dem Spritzen eine ausführliche ärztliche Beratung notwendig. In der Regel soll der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland wegen sehr seltener Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) seit dem 31. März eigentlich nur noch bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden.

Eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums sagte derweil der Rheinischen Post: Wenn in den Impfzentren Dosen übrig blieben, sollten diese „niedrigschwellig“ weitergegeben werden. „Sofern kleinere Mengen an Impfstoff am Ende einer Impfaktion übrig bleiben, sind die Impf-Teams angehalten, diese niedrigschwellig für Personen mit höchster Impfpriorität zu verwenden, entsprechend der in der Impfverordnung festgelegten Anspruchsberechtigten“, erläuterte sie.

Impftempo in NRW: Karl-Josef Laumann gibt Prognose

Zuletzt hatte sich Karl-Josef Laumann für NRW optimistisch bezüglich eines raschen Impffortschritts geäußert. Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministers könnte bis Juli rund 60 Prozent der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen gegen Corona geimpft werden. Im Mai sei die Menge an Impfstoffen zwar noch begrenzt, aber im Juni werde man aber über „erhebliche Impfstoffmengen verfügen“, sagte Karl-Josef Laumann am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags.

Dann müsse das Impfsystem auch für Betriebsärzte geöffnet werden. Das bedeute, dass spätestens dann die Priorisierung in der Impfreihenfolge „faktisch nicht mehr greift“, so der CDU-Politiker. „Wir können es schon schaffen, dass wir bis Juli 60 Prozent der nordrhein-westfälischen Bevölkerung impfen können.“ (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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