Wann bin ich dran?

Corona-Impfungen in NRW: Wann bin ich dran? Diese Impfreihenfolge gilt noch

Bald wird die Impfpriorisierung aufgehoben. Dann sollen auch Kinder und Jugendliche geimpft werden. Noch gilt aber eine Reihenfolge für Corona-Impfungen in NRW.

Hamm – In Nordrhein-Westfalen wird fleißig gegen Corona geimpft. Bereits mehr als 40 Prozent der Bevölkerung hat mindestens eine Erstimpfung erhalten. Ab dem 7. Juni soll laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Impfpriorisierung dann komplett aufgehoben werden. Eine vom Bund festgelegte Reihenfolge solle es dann weder in den Hausarztpraxen noch in den Impfzentren geben. Bis dahin bleiben die Prio-Gruppen allerdings noch bestehen. Aktuell können sich in NRW Menschen, die der Gruppe 3 angehören, impfen lassen. Aber nicht alle dieser Gruppe. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
Fläche34.098 km²
Einwohner17.947.221 (31. Dezember 2019)

Impfpriorisierung in NRW: Corona-Impfungen für Gruppe 3 vor Aufhebung der fixen Reihenfolge

Vor der Aufhebung der Impfpriorisierung gilt nach wie vor Impfreihenfolge, die einst vom Bund in Absprache mit der Ständigen Impfkommission erstellt und laufend angepasst wurde. Seit dem 6. Mai können sich demnach in Nordrhein-Westfalen weitere Personengruppen - insbesondere berufsbezogene - gegen Corona impfen lassen. Wer zur Gruppe 3 gehört und eine Corona-Impfung will, muss seine Berechtigung allerdings mit einem Nachweis bestätigen können. Aktuell darf nicht jeder der Gruppe 3 geimpft werden.

Impfpriorisierung in NRW: Das ist die aktuelle Reihenfolge bei den Corona-Impfungen

  • Gruppe 1: Höchste Priorität in der Corona-Impfreihenfolge haben alle über 80-Jährigen, Bewohner und Personal von Pflegeheimen, Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten, Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und im Rettungsdienst. Neu dazu gekommen sind bettlägerige Menschen über 80 und Personen mit Pflegegrad 4, sie werden zuhause geimpft. Zwei Kontaktpersonen können bei dem Termin mitgeimpft werden. Die meisten Menschen in Gruppe 1 haben bereits den vollen Impfschutz.
  • Gruppe 2: Hohe Priorität haben Personen ab 70 Jahren, Menschen mit Trisomie 21, Demenzkranke, Transplantationspatienten, Bewohner von Obdachlosen- oder Asylbewerberunterkünften und enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren sowie Bereitschaftspolizisten. Auch Kita-Mitarbeiter sowie Lehrer an Grund-, Sonder- und Förderschulen werden der Gruppe 2 zugeordnet. Viele Menschen aus der zweiten Gruppe wurden bereits geimpft.
  • Gruppe 3 (seit dem 6. Mai): Die dritte Gruppe besteht zum größten Teil aus Personen, die über 60 sind. Außerdem gehören Personen dazu, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf einer Corona-Erkrankung haben, Mitglieder von Verfassungsorganen und Menschen aus Unternehmen, die Teil der kritischen Infrastruktur sind. Aber nicht alle aus Gruppe 3 dürfen sich seit dem 6. Mai im Impfzentrum einen Termin machen. Das Land NRW hat die Prioritätengruppe zunächst nur für bestimmte Personen- und Berufsgruppen geöffnet (Übersicht hier).
  • Gruppe 4 (ab dem 7. Juni): Dazu zählen all diejenigen, die in der Verordnung zur Impfreihenfolge bis dato noch nicht erwähnt worden sind. Das betrifft auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Weitere Kategorisierungen und Priorisierungen soll es nicht mehr geben, wenn die bestehende Impfreihenfolge am 7. Juni aufgehoben wird. NRW behalte sich aber das Recht vor, „bestimmten Bevölkerungsgruppen ein Sonderimpfangebot zu unterbreiten“, so das Gesundheitsministerium.

Impfpriorisierung wird im Kampf gegen Corona aufgehoben: Was das für NRW bedeutet

Ab dem 7. Juni sollen zudem Betriebsärzte in die Impfkampagne einbezogen werden. Wie das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen (MAGS) bekannt gab, stellt der Bund die Corona-Impfstoffe für Betriebsärzte zur Verfügung. Das genaue Verfahren zur Verteilung werde laut NRW-Landesregierung ebenfalls vom Bund geregelt. Arztpraxen werden jedoch weiterhin in eigener Verantwortung impfen. Auch wenn es keine behördliche Anordnung zur Impfpriorisierung gibt, können Ärzte also selbst entscheiden, welche Patienten als Erstes einen Impftermin bekommen und dementsprechend einer eigenen Reihenfolge nachgehen.

Ebenfalls gegen Corona geimpft werden können ab dem 7. Juni Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer für diese Altersgruppe. Kinder und Jugendliche sollen aber nicht priorisiert werden, was unter anderem bei SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für Kritik sorgt. Eltern müssen sich wie alle anderen auch um einen Impftermin für ihre Kinder bemühen.

Nach wie vor steht jedoch zu wenig Corona-Impfstoff zur Verfügung, gerade beim Vakzin Biontech kommt es immer wieder zu Engpässen. Das hat Konsequenzen, wie ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums betont: „Daraus folgt, dass auch nach dem 7. Juni nicht alle Impfwilligen, die noch keine Impfung erhalten haben, umgehend eine Impfung erhalten werden können.“ Deshalb gibt es unter anderem sogenannte Corona-Impf-Börsen wie www.sofort-impfen.de, die versuchen, Impfwillige und Ärzte zusammenzubringen.

Eine weitere Hürde bei der Corona-Massenimpfung könnte eine möglicherweise notwendige Drittimpfung werden. Zahlreiche Experten sind sich einig, dass es womöglich schon im Herbst 2021 einer dritten Corona-Impfung bedarf.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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