Prozess endet mit Haftstrafe

Junge stirbt an Darmverschluss: Haft nur für die Mutter

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[Update, 30. April, 14.31 Uhr] Der Zustand eines kleinen Jungen wurde immer schlechter. Die Mutter ging mit dem Fünfjährigen trotzdem nicht zum Arzt. Er starb 2017 an Darmverschluss. Der Prozess in Aachen endete mit einer Haftstrafe.

Aachen - Nach dem qualvollen Tod durch Darmverschluss eines fünfjährigen Jungen aus Eschweiler bei Aachen ist die Mutter zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. 

Die 34-jährige Angeklagte habe sich der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht, stellten die Richter des Aachener Landgerichts am Dienstag in ihrem Urteil fest. Sie ließen Revision zu.

Vier Jahre und neun Monate Haft 

Als ein verschriebenes Medikament gegen Verstopfung nicht half, der Bauch des Jungen am Todestag aufblähte und grün wurde, bei jeder kleinsten Berührung höchst schmerzempfindlich reagierte, spätestens dann habe die Mutter mit dem Kind zum Arzt gehen müssen, erklärte der Vorsitzende Richter Roland Klösges. 

Die Anklage hatte vier Jahre und neun Monate Haft für die Mutter gefordert. Nachdem das Kind zehn Tage lang keinen Stuhlgang gehabt habe, hätte die Mutter Anfang November 2017 die bedrohliche Situation erkennen müssen, sagte Staatsanwalt Boris Petersdorf in seinem Plädoyer. 

Ehemann wird freigesprochen

Die Verteidigung hatte in ihrem Plädoyer von einem "schicksalhaften Geschehen" mit Fehlinterpretationen gesprochen und Freispruch für die Frau gefordert. Der 35-jährige Ehemann und Kindsvater wurde wie von der Anklage im Plädoyer gefordert freigesprochen. 

Das Verfahren habe nicht klären können, in wieweit er über den akuten Gesundheitszustand seines Jungen informiert gewesen sei. Klösges sprach von einem "Freispruch zweiter Klasse, wenn nicht dritter Klasse". -dpa/lnw

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Quelle: wa.de

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