NRW-Reserveliste für die Bundestagswahl

Kampfabstimmung: CDU-Bundestagsabgeordnete Voßbeck-Kayser setzt sich durch

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CDU Landesvertreterversammlung NRW zur Bundestagswahl 2017

Bad Sassendorf - Die CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser aus Altena hat sich bei einer Kampfabstimmung über Platz 34 der NRW-Reserveliste für die Bundestagswahl am Samstag in Bad Sassendorf gegen Hans-Jürgen Thies aus Lippetal durchgesetzt.

Die 55-Jährige gewann mit 136 zu 97 deutlich gegen ihren 61-jährigen Mitbewerber, der erstmals für das Parlament in Berlin kandidiert.

Auf Vorschlag des Bezirksvorsitzenden der CDU Südwestfalen, Klaus Kaiser, und CDU-Landeschef Armin Laschet war Thies für den 34. Rang vorgeschlagen worden – damit rutschte Voßbeck-Kayser um 16 Plätze weiter nach hinten. Das sei „völlig unverständlich“ gewesen, verwies die Altenaerin auf Reaktionen – nicht nur von Frauen. „Ich wurde richtiggehend durchgereicht“, so die Bundestagsabgeordnete. Das habe „die Basis sauer gemacht“. Deshalb sei sie gegen Thies als Mitbewerber aus der selben Region angetreten. „Leistung muss sich lohnen“, warb sie in ihrer Rede für Respekt, Anerkennung und Wertschätzung ihrer geleisteten Arbeit in der Bundeshauptstadt. 

CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser aus Altena.

Ihre Rolle als Frau – sie ist die einzige Bewerberin aus Südwestfalen – habe sie nicht als Argument eingebracht. Die Landesvorsitzende der Frauen Union, Ingrid Fischbach, hatte ihre Kandidatur vorgeschlagen und unterstützt, indem sie Voßbeck-Kayser attestierte, fachlich gute Arbeit im Bundestag geleistet zu haben. Für sie sei, so die Siegerin, der Erfolg ein „guter Rückenwind“, um sich im Wahlkampf behaupten zu können. Bei der Bundestagswahl 2013 verlor sie mit nur 54 Stimmen Differenz gegen die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag.

Thies war „enttäuscht“, dass er – trotz der Empfehlungen - „relativ deutlich verloren“ hat. „In der Politik muss man auch mit Niederlagen leben“, will er nun erst recht um den Gewinn des Direktmandates kämpfen. „Jetzt muss ich noch einen Zacken zulegen, denn sonst ist der Kreis Soest nicht direkt durch einen Christdemokraten in Berlin vertreten.“ 

Insofern müsse nun um jede Stimme gekämpft werden, wertet der in Hamm tätige Rechtsanwalt, der auch Vizepräsident des Landesjagdverbandes ist, das Ergebnis als Motivation und als Signal für einen geschlossenen und engagierten Wahlkampf. Ausschlaggebend sei seiner Ansicht nach der Wunsch der Delegierten gewesen, eine Abgeordnete nicht abstrafen zu wollen. Als Neuling in der Politik habe er da einen schweren Stand. Seine Niederlage sei auch „ein kleiner Denkzettel“ für den CDU-Landesvorstand, denn Laschet habe – wie Kaiser – seine ursprüngliche Platzierung verteidigt. Jetzt steht Thies auf Platz 50.

Weitere Überraschungen gab es für die Abgeordneten aus der Region bei der Landesvertreterversammlung nicht: Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak (Iserlohn), steht auf Platz elf, Hubert Hüppe (Werne) auf 18, Sylvia Jörrißen (Hamm) auf 36 und Matthias Heider (Lüdenscheid) auf 46. Auf den Rängen 75 und 76 sind die Hammer Oskar Burkert und Robert Stein vertreten – und damit chancenlos, in den Bundestag einziehen zu können.

Quelle: wa.de

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