Seltene Kinder-Krankheit

Nach Corona-Infektion bei Kindern droht seltenes  Kawasaki-Syndrom - das rät ein Professor aus Dortmund

Kinder können nach einer Coronavirus-Infektion am seltenen Kawasaki-Syndrom erkranken. Ein Experte aus Dortmund sagt jetzt, was Eltern beachten müssen.

  • Experten diskutieren, ob das Coronavirus eine seltene Erkrankung bei Kindern auslösen könnte.
  • Dabei handelt es sich um das sogenannte Kawasaki-Syndrom.
  • Ein Arzt aus Dortmund erklärt, worauf Eltern achten sollten. 

Dortmund/Köln - Kinder bleiben von einer Coronavirus-Infektion häufig verschont oder zeigen nur einen leichten Verlauf der Krankheit. Jetzt berichten Ärzte aus mehreren Ländern jedoch, dass eine seltene Erkrankung bei Kindern häufiger auftrete. Ein Arzt aus Dortmund erklärt, wie man das sogenannte Kawasaki-Syndrom erkennt und behandelt. RUHR24.de* fasst seine Erkenntnisse zusammen.

Virus

Coronavirus (Sars-CoV-2)

Erkrankung

Covid-19

Fälle weltweit

5,4 Millionen (25. Mai 2020)

Coronavirus könnte bei Kindern zu seltenem Kawasaki-Syndrom führen - Arzt aus Dortmund gibt Tipps

Anhaltendes Fieber, Ausschlag und eine Zunge, die einer Erdbeere ähnelt: Wenn Kinder nach einer Coronavirus-Infektion solche Symptome zeigen*, kann es sich um das seltene Kawasaki-Syndrom handeln.

"In letzter Zeit wurde vermehrt über Kinder berichtet, die zeitnah nach einer Corona-Infektion an einem Syndrom erkrankt sind, das dem Kawasaki-Syndrom ähnelt", sagt Prof. Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Dortmund.

Prof. Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Dortmund

Dabei handelt es sich laut dem Ärzte-Blatt um eine entzündliche Erkrankung der Blutgefäße bei Kleinkindern. Zuletzt habe es wenige Fälle in Dresden, Genf (Schweiz), Spanien und Großbritannien gegeben. Ohne Behandlung kann die Krankheit die Herzkranzgefäße irreparabel schädigen.

Coronavirus bei Kindern: Auslöser für seltene Krankheit?

Das sogenannte Hyperinflammations-Syndrom sei eine sehr starke, überschießende Entzündungsreaktion im Körper, speziell an den Gefäßen, sagt der Kinderarzt aus Dortmund. Die Fälle seien sehr selten, auch unter Kindern, die an Covid-19 erkrankt sind, sagt der Klinikleiter. Nur etwa 300 Mal werde das Syndrom in Deutschland jährlich beobachtet.

Die Ursache der Erkrankung ist bislang laut Ärzte-Blatt noch nicht geklärt. Ausgelöst werden könne das Kawasaki-Syndrom jedoch neben klassischen Erkältungsviren (Rhinoviren) auch durch ungefährliche Coronaviren (alles zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de*).

Coronavirus und Kawasaki-Syndrom: Symptome wie Ausschlag und gerötete Augen bei Kindern

Deshalb wird nun auch diskutiert, ob die Symptome der erstmals von Tomisaku Kawasaki in 1967 beschriebenen Erkrankung auch durch das neuartige Sars-CoV-2 ausgelöst werden können.

Symptome des Kawasaki-Syndroms:

  • Plötzliches Fieber über mindestens fünf Tage
  • Hautausschlag 
  • Verfärbte und geschwollene Hände und Füße
  • trockene Bindehautentzündung
  • Erdbeerzunge und gerissene Lippen
  • Schwellung der Lymphknoten

Experte vom Klinikum Dortmund erklärt, was Eltern beim Kawasaki-Syndrom beachten müssen

Wichtig sei es laut dem Arzt aus Dortmund, das Syndrom von anderen Erkrankungen zu unterscheiden: "Wenn ein Kind hohes Fieber und gerötete Augen oder leicht geschwollene Lymphknoten hat, ist es viel wahrscheinlicher, dass es einen normalen Infekt hat", so Prof. Schneider.

Eltern sollten jedoch darauf achten, wie der Zustand des Kindes sich entwickelt und ob noch weitere Symptome wie etwa ein ungewöhnlicher Hautausschlag dazukommen, wird er in einer Pressemitteilung des Klinikums Dortmund zitiert.

Das Klinikum Dortmund geht aktuell ganz neue Wege und hat einen Escape Room eingerichtet - den können User allerdings nicht vor Ort, sondern via Instagram nutzen. 

Arzt vom Klinikum Dortmund erklärt: So wird das Kawasaki-Syndrom behandelt

Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, können die Symptome erfolgreich behandelt werden. "Dabei helfen zum Beispiel Antikörper-Infusionen, die die Entzündungsreaktion im Körper bremsen können", sagt Prof. Schneider.

"Beginnt man früh damit, werden die Kinder in der Regel schnell wieder gesund und es treten keine Komplikationen auf."

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © RUHR24, dpa/Marcel Kusch; Collage: RUHR24

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare