Kein Metallschrott - Zerstörter Schaltkasten legt Ruhrtalbahn lahm

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Symbolfoto

Meschede - Ein ungewöhnliches Missverständnis hat zwei Linien der Linien der Ruhrtalbahn im Sauerland zwei Tage lahm gelegt und Pendler auf eine harte Geduldsprobe gestellt.

Ein kurdischer Kulturverein aus Meschede hatte einen Teil eines alten Schuppens am Bahnhof abgerissen, der eigentlich seit 2013 ihm gehört. Kurz darauf meldete die Bahn, zwei Regionallinien fielen von Dienstag bis zum Donnerstag wegen "Vandalismusschäden" am Mescheder Bahnhof im Hochsauerlandkreis aus. 

Auslöser der massiven technischen Störungen war allerdings offenbar ein als vermeintlicher Metallschrott vom Kulturverein zerstörter Schaltschrank der Bahn. Darüber hatte der WDR zuvor berichtet. "Der Schuppen wird gerade abgerissen, am Dienstag kam dann der Schrotthändler und hat alles Metall weggeflext und mitgenommen", sagte der Vorsitzende des Kulturvereins, Murat Celik, auf dpa-Anfrage.

Zum angeblichen Metallschrott gehörten demnach auch der für den Bahnbetrieb wichtige Schaltschrank und mehrere Kabel, mit denen einem Bahnsprecher zufolge Signale und Weichen gesteuert wurden. Die Bahn habe beim ersten Verkauf des Gebäudes 1999 die Bedeutung und Erhaltung des Kastens vertraglich festgelegt - der Kulturverein sei aber beim Kauf vor fünf Jahren weder vom Vorbesitzer des Schuppens noch von der Bahn informiert worden. 

"Uns war überhaupt nicht bekannt, dass der Kasten für die Bahn irgendeine Bedeutung hat", sagte Celik. Erst ein neues Steuerkabel außerhalb des Gebäudes sorgte am Donnerstagmittag dafür, dass Züge rund um Meschede wieder fahren konnten, sagte der Bahnsprecher weiter. Es sei jedoch weiterhin mit Verzögerungen zu rechnen.

Quelle: wa.de

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