1. SauerlandKurier
  2. Nordrhein-Westfalen

Mein Kind hat Corona: Darf ich zu Hause bleiben oder muss ich zur Arbeit?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Tobias Hinne-Schneider

Kommentare

Kinder und Jugendliche müssen bei einem positiven Corona-Test in Quarantäne. Aber was ist dann mit den Eltern? So sind die aktuellen Regeln in NRW.

Hamm - Die Corona-Variante Omikron sorgt für zahlreiche Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen. Immer mehr Schulen und Kindergärten sind vom Virus betroffen: Folglich müssen auch immer mehr Kinder und Jugendliche mit einem positiven Test oder als Kontaktperson in Quarantäne oder Isolation. Was bedeutet das für Eltern und andere Familienangehörige? Dürfen sie zum Arbeitsplatz? Zahlt der Arbeitgeber, wenn das Kind zu Hause betreut werden muss? Das sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
MinisterpräsidentHendrik Wüst (CDU)
Einwohner17,9 Millionen (2020)

Mein Kind ist Corona positiv: Darf ich zu Hause bleiben oder muss ich arbeiten?

Kinder und Jugendliche werden unter anderem dann in Quarantäne oder Isolation geschickt, wenn der Corona-Test in Schule oder Kindergarten ein positives Ergebnis zeigt - oder weil sie engen Kontakt mit einer mit Covid-19 infizierten Person hatten. Ist das Kind lediglich „enge Kontaktperson“, müssen Eltern und alle weiteren Familienmitglieder des jeweiligen Haushalts nicht zwingend in Quarantäne und dürfen weiterhin zur Arbeit, Kita oder Schule.

Bei einem positiven Corona-Test stellt der Kinderarzt für die Zeit der Quarantäne eine Krankschreibung aus. Die Schule informiert währenddessen das Gesundheitsamt über den Verdachtsfall und informiert die Mitschüler. Die Eltern des positiv getesteten Kindes müssen beim Kind einen PCR-Test durchführen lassen. Fällt der PCR-Test positiv aus, wird eine mehrtägige Quarantäne verhängt.

Mein Kind ist Corona positiv: Wer muss in Quarantäne oder Isolierung?

Eine Pflicht zur Isolierung bzw. Quarantäne gilt gemäß der Corona-Test-Verordnung automatisch und direkt, heißt es vom Land NRW, für folgende Personen:

Von einer Isolierung wird immer dann gesprochen, wenn sich eine Person mit dem Coronavirus infiziert hat, also ein positives PCR-Testergebnis vorliegt. Eine Quarantäne ist erforderlich, wenn nicht sicher ist, ob sich eine Person mit Corona angesteckt hat.

Mein Kind ist Corona positiv: Es gibt Ausnahmen

Haushaltsangehörige und andere Kontaktpersonen müssen aber nicht zwingend in Quarantäne - also auch nicht Eltern. Ausnahmen gibt es, wenn Personen entweder:

„Treten Krankheitssymptome auf, sind die Personen verpflichtet, sich in Selbstisolierung zu begeben und eine Testung durchzuführen“, heißt es zudem vom Land. Erlässt das Gesundheitsamt vor Ort zusätzliche Anordnungen, haben diese Vorrang vor den generellen Regelungen.

Eltern und Familienangehörige müssen also nicht grundsätzlich in Quarantäne, wenn sich ein Kind mit dem Coronavirus infiziert hat. Allerdings wird empfohlen, sich freiwillig zu isolieren, um eine mögliche Ausbreitung zu verhindern. Eltern und Familienangehörige dürfen sich weiter frei bewegen. Deshalb sind sie auch verpflichtet, trotz Quarantäne des Kindes zu arbeiten.

Nach einem positiven Corona-Test wird Quarantäne angeordnet - auch bei Kindern und Jugendlichen. Müssen Eltern ebenfalls in Isolation? Diese Regeln gelten.
Nach einem positiven Corona-Test wird Quarantäne angeordnet - auch bei Kindern und Jugendlichen. © Óscar J.Barroso/dpa/Europa Press

Mein Kind ist Corona positiv: Eltern können auf Kinderkrankengeld zurückgreifen

Wer sein Kind in der Quarantäne-Zeit weiter betreuen muss, der kann auf das Kinderkrankengeld zurückgreifen. „Für erwerbstätige Personen, die wegen der Betreuung ihrer Kinder vorübergehend nicht arbeiten können, gibt es einen Entschädigungsanspruch“, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium. Pro Elternteil stehen 30 Tage für jedes Kind im Jahr 2022, für Alleinerziehende 60.

Auch Eltern, die aus dem Homeoffice arbeiten, können das neue Corona-Kinderkrankengeld in Anspruch nehmen. Die Höhe der Entschädigung beträgt 67 Prozent des Netto-Verdienstausfalls. Eltern können die Regelung allerdings nur in Anspruch nehmen, wenn das Kind jünger als zwölf Jahre ist.

Sollten die Kinderkrankentage für die Betreuung des Kindes nicht ausreichen, sollten Eltern versuchen, gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber eine Lösung zu finden. Durch Homeoffice, bezahlten oder unbezahlten Urlaub bzw. einer Umverteilung der Arbeitszeit lässt sich die Betreuung des Kindes häufig sichergestellen.

Die vierte Corona-Welle wirkt sich in den Grundschulen aus. Dort hat der Mangel an PCR-Tests Folgen: Es gibt Änderungen beim Lolli-Test für die Schüler. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare