Punktlandung auf der A2

Längste Autobahnbaustelle im Land wird pünktlich fertig

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Bergkamen - Autofahrer in Westfalen können ein wenig durchpusten: Die Arbeiten auf der längsten Autobahnbaustelle des Landes biegen auf die Zielgerade ein. Im Sommer soll der 9,3 Kilometer lange Abschnitt der A2 zwischen Kamen-Bergkamen und Dortmund-Nordost fertig sein, versprach der Landesbetrieb Straßen.NRW am Freitag. Komplett staufrei wird es aber auch danach nicht zugehen in diesem Bereich – die nächste Baustelle ist schon in Planung.

Der heiße Asphalt knistert, wieder und wieder rollen die fünf Tonnen schweren Walzen drüber. Hin, her, wieder ein bisschen mehr verdichtet. Wann ist es denn genug? „Das haben die Fahrer im Hintern“, scherzt Herbert Holthaus, der Planer der Mega-Baustelle beim Ortstermin nahe Bergkamen. Gut 15 Zentimeter dick ist die Asphaltschicht schon – am Ende, nach vielen weiteren Arbeitsgängen, werden es mehr als 30 Zentimeter sein. 

Eine besonders dicke Schicht, weil die A2 hier besonders viel Verkehr zu tragen hat. Rund 72.000 Kraftfahrzeuge donnern täglich über die Ost-West-Route, davon fast ein Fünftel schwere Lkw. Extrem viel Verkehr – und eine besondere Herausforderung für die Baustellenplaner. Im März 2015 hatte man damit begonnen, die verschlissene A2 grundhaft zu sanieren.

Wichtigste Prämisse dabei: „Sicherheit für die Autofahrer“, sagt Dieter Reppenhorst, Leiter der Autobahnniederlassung Hamm. Zu frisch waren noch die Erinnerungen an den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn, als die A2 als „Todesstrecke“ traurige Schlagzeilen machte. „Es gab damals sehr viele schwere Lkw-Unfälle und 20 Tote“, erinnert sich Reppenhorst. Und diesmal? „Nur einen schweren Unfall.“ 


Für die Autofahrer besser, für die Bauarbeiter aufwändiger

A2-Zahlen

Die Arbeiten an der A2-Baustelle waren aufwendig. Einige Zahlen: 

- 90.000 Meter Gelbfolie mussten zur Fahrbahnmarkierung aufgeklebt werden 

- 28 Kilometer Schutzplanken werden montiert.

- 80.000 Kubikmeter alter Asphalt wurden weggefräst. 

- 55.000 Kubikmeter Asphalt werden neu eingebaut. 

- 220.000 Quadratmeter misst neu die asphaltierte Fläche.

Das Erfolgsrezept: Es gab, anders als sonst üblich, zu jeder Zeit drei freie, wenn auch verengte Fahrstreifen in jeder Richtung. Für die Autofahrer besser, für die Bauarbeiter aufwändiger. „Wir brauchten dafür deutlich mehr Zeit als bei anderen Modellen“, so Reppenhorst, „doch unser Modell hat sich bewährt.“ Die geplante Bauzeit und auch die Kosten (34,1 Millionen Euro) halte man zudem exakt ein. 

Nun nehmen die Arbeiter die letzte von acht Bauphasen in Angriff. In Fahrtrichtung Hannover müssen noch der Stand- und der rechte Fahrstreifen asphaltiert werden. Dann kommen noch Schutzplanken und letzte Arbeiten am Mittelstreifen, es wird auch noch einmal Sperrungen der Abfahrt Dortmund-Lanstrop (drei Wochen ab 20. März) und im Kreuz Dortmund-Nordost (eine Woche nach den Osterferien) geben. Dann könnte wieder freie Fahrt sein auf der A2. 

"Nach der Baustelle ist vor der Baustelle"

Könnte, denn „nach der Baustelle ist vor der Baustelle“, wie Reppenhorst sagt. Nahe Bergkamen müssen zwei kleinere Autobahnbrücken komplett ersetzt werden. Diese Arbeiten konnte man nicht gleichzeitig mit den Fahrbahnarbeiten erledigen, weil man dafür zeitweise die Fahrbahnen in eine Richtung komplett sperren muss. Die Brückenarbeiten sollen etwa ein Jahr dauern und entsprechend Mitte 2018 abgeschlossen sein.

Quelle: wa.de

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