Beim "Backesfest" in Freudenberg-Alchen

Zweites Todesopfer nach Explosion bei Dorffest: Frau stirbt in Spezialklinik

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[Update] Die Explosion beim Backesfest in Freudenberg hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Zweieinhalb Wochen nach dem Unglück ist eine 31-Jährige in einer Spezialklinik ihren Brandverletzungen erlegen.

Freudenberg - Am Donnerstagabend (26. September) ist die Frau, die beim Backesfest im Freudenberger Stadtteil Alchen bei der Explosion eines Kartoffelbräters verletzt worden war, in einer Spezialklinik verstorben. Das teilte die Polizei Siegen am Freitagvormittag mit.

Bei der 31-jährigen Frau handelt es sich um die Tochter des ersten Todesopfers, das kurz nach der Explosion starb. Insgesamt wurden sechs Menschen schwer verletzt. Über den Gesundheitszustand der weiteren vier Schwerverletzten gibt es derzeit keine Informationen.

Unser Bericht vom 10. September:

Es sollte ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Dorfes werden, doch jetzt steht der Freudenberger Stadtteil Alchen unter Schock: Nach einer Explosion beim "Backesfest" am Sonntag erlag eine 67-jährige Frau ihren schweren Verletzungen in einer Dortmunder Klinik. Eine Frau schwebe noch in Lebensgefahr, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. 

Nach der Explosion einer riesigen Bratpfanne soll das Gerät nun auf einen technischen Defekt untersucht werden. Die große, gasbetriebene Bratkartoffelpfanne war am Sonntag unter einem Unterstand explodiert. Durch die zur Seite ausweichende Stichflamme erlitten Umstehende schwerste Brandverletzungen, wie ein Polizeisprecher erläuterte. Ein Sachverständiger hat am Montagmorgen (9. September) den Unfall rekonstruiert. Auszuschließen sei, dass es sich um eine Fettexplosion gehandelt habe.

Das ist wohl passiert: Unter der Bratkartoffelpfanne befand sich ein Hohlraum, in dem Öl in einem geschlossenen Kreislauf von einem Gasbrenner erhitzt wurde. Wahrscheinlich aufgrund eines Materialfehlers oder einer Materialermüdung gab es einen Riss in diesem Behälter.Das dadurch unter Druck frei werdende Öl kam mit der Gasflamme in Kontakt und hat sich explosionsartig entzündet.

Weitere Untersuchungen müssten nun zeigen, warum das Material gerissen ist und nachgegeben hat. Das Ergebnis dieser Untersuchungen wird frühestens in einigen Tagen erwartet.

Der Knall der Explosion unter dem bedachten Grillstand war bis in umliegende Dörfer zu hören. Zwischen 100 und 150 Menschen seien zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem ehrenamtlich organisierten Fest gewesen. Notfallseelsorger waren im Einsatz, die Polizei sprach von einer "furchtbaren Tragödie". 

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Geschmolzene Plastiktöpfe, aus denen noch der Stiel einer Schöpfkelle ragt, verrußte Stelltische und angekokelte Stapel Pappteller: Eine Fett-Explosion in einer großen Bratpfanne an einem Grillstand und die daraus resultierende Stichflamme hat nach Erkenntnissen der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein beim Backesfest in Freudenberg-Alchen 13 Personen verletzt.

Sechs Personen im Alter von 31 bis 75 Jahren sind laut Polizei lebensgefährlich verletzt - fünf von ihnen erlitten Brandverletzungen, hinzu kommt ein internistischer Notfall. Die Schwerstverletzten wurden per Hubschrauber - fünf waren im Einsatz - zu Spezialkliniken nach Köln, Dortmund, Bochum und nach Siegen-Weidenau geflogen. Hinzu kamen laut Feuerwehr-Sprecher Dietmar Kalteich sieben weitere Verletzte.

Ein Dorf unter Schock

Zum Zeitpunkt der Explosion gegen 11.52 Uhr besuchten etwa 100 Menschen das Fest. Beim sogenannten "Backesfest" wird traditionell eine alte dörfliche Backstube in Betrieb genommen. "Es herrscht eine große Fassungslosigkeit und Betroffenheit", sagte Freudenbergs Bürgermeisterin Nicole Reschke nach dem schweren Unglück. "Der schlimme Unfall auf dem Volksfest in Freudenberg macht mich sehr betroffen", teilte NRW-Innenminister Herbert Reul mit. "Ich bin in Gebeten bei den Schwerstverletzten."

Zur Unglückszeit soll es in Freudenberg geregnet haben. Ob Regenwasser in das heiße Fett geriet und so die Explosion auslöste, war zunächst unklar. Um eine Gas-Explosion habe es sich aber nach Einschätzung der Behörden wohl nicht gehandelt.

Die Kriminalpolizei hat den Unfallort begutachtet, die Einsatzstelle beschlagnahmt und die Ermittlungen aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft Siegen wurde eingeschaltet. Sachverständige werden hinzugezogen.

Explosion beim Backesfest in Alchen

Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei eilten am Mittag mit einem großen Aufgebot zum Einsatzort. Kräfte aus dem ganzen Kreis Siegen-Wittgenstein sowie Olpe wurden alarmiert. Für die zahlreichen Opfer wurde neben dem Sportplatzgelände Wolfskaute ein Hubschrauber-Landeplatz eingerichtet. Im stetigen Wechsel kamen hier fünf Rettungsflieger zum Einsatz, um die am schwersten Verletzten in Spezialkliniken zu fliegen.

Rund um die Unglücksstelle richtete die Polizei eine Sperrzone ein, so dass die Hauptverkehrsader durch den Ort nicht mehr zu befahren war, damit die Rettungswagen ungehindert an und abfahren konnten. Für diesen, auch psychologisch schweren Einsatz für die Rettungskräfte, wurde das für solche Anlässe aufgebaute PSU-Team der Feuerwehr mit sechs Helfern an den Einsatzort entsandt.

Landrat Andreas Müller, sowie Bürgermeisterin Nicole Reschke machten sich vor Ort von dem schweren Unglück ein Bild, um auch von Seiten der Behörden schnelle Hilfe organisieren zu können. Gemeinsam mit dem stellvertrenden Kreisbrandmeister Dirk Höbener und dem Einsatzleiter Maik Rother dankten sie den zahlreichen Einsatzkräften.

Der Unglücksort muss nach Abschluss der Rettungsarbeiten gesichert werden, gleichzeitig ist der für Montagmorgen geplante Schulbeginn, für die benachbarte Grundschule zu organisieren.

Quelle: wa.de

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