Politischer Aschermittwoch in Lennestadt

Ausgerechnet in der Heimat von Friedrich Merz: So schlug sich Armin Laschet im Sauerland

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Armin Laschet (CDU) beim Politischen Aschermittwoch in Lennestadt im Kreis Olpe. Ausgerechnet im Sauerland - der Heimat von Friedrich Merz - musste sich der Kandidat für den CDU-Bundesvorsitz mit Kanzler-Ambitionen behaupten.

Ausgerechnet Sauerland: Der politische Aschermittwoch führte Armin Laschet, NRW-Ministerpräsident (CDU), in die Heimat von Friedrich Merz. Beide kandidieren für den Bundesvorsitz, beide wollen Kanzler werden. Am Ende seiner Rede machte Laschet deutlich, was ihn von Merz unterscheidet.

Lennestadt – Der politische Aschermittwoch der NRW-CDU findet traditionell in Kirchveischede (Lennestadt, Kreis Olpe) statt. Bereits zum 19. Mal trafen sich am Mittwochabend die Christdemokraten in der Schützenhalle. 

Laschet war nicht zum ersten Mal dort, doch sein Auftritt stieß auf besonders großes Partei- und Medieninteresse. Kein Wunder, nach der Ankündigung, Parteichef werden zu wollen.„So viel war hier noch nie los“, sagte ein CDU-Mitglied aus Lindlar. Schon eine gute halbe Stunde vor Beginn gab es nur noch Stehplätze.

Laschet im Sauerland - umzingelt von Merz-Fans?

„Merz ist ein guter Redner. Und wir brauchen im Kanzleramt eine starke Persönlichkeit gegen Erdogan und Co“, outete sich ein CDU-Mitglied aus Olpe wenig überraschend als Merz-Fan. Das Sauerland steht hinter dem 64-Jährigen. Oder?

Nun, 2018 mag das noch so gewesen sein. Doch das Bild scheint sich gewandelt zu haben. Stellvertretend dafür steht der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Heider. Der Sauerländer bezeichnete Merz 2018 als aussichtsreichsten Bewerber und kündigte seine Unterstützung für den Mann aus Arnsberg an. 

In dieser Woche gab sich Heider, der in Berlin unter anderem den Süden des Märkischen Kreises vertritt, zurückhaltender. Laschet, Merz und auch Norbert Röttgen seien drei sehr erfahrene und respektable Kandidaten. „Es ist zu früh, sich bereits heute auf einen Kandidaten festzulegen“, teilte Heider mit.

Stimmen für Laschet und gegen Merz - "Merz ist kein Teamplayer"

In der Schützenhalle gab es Stimmen für Laschet - und gegen Merz: „Laschet kann integrieren.“ „Die CDU ist mehr als nur die Konservativen.“ „Merz ist kein Teamplayer, er hat sich zweimal beleidigt zurückgezogen.“

Genau diese Karte spielte Laschet am Ende seiner Rede aus. In seinem Kabinett in Düsseldorf sei mit den Ministern Hendrik Wüst, Karl-Josef Laumann und Herbert Reul sowie der Staatssekretärin Serap Güler die ganze Breite der CDU vertreten: christlich-sozial, liberal und konservativ. Das müsse auch im Bund wieder so sein. „Dann werden wir den nächsten Kanzler stellen“, rief Laschet den mehr als 600 Menschen zu. Er sagte wir, nicht ich.

Laschet gibt Merz und Röttgen einen mit - ohne sie namentlich zu nennen

Die Mitbewerber Merz und Röttgen nannte Laschet namentlich nicht. Doch an zwei Stellen gab er ihnen einen mit: Zum einen stellte sich der NRW-Ministerpräsident als Pragmatiker dar, der „einfach nur machen will“ - statt „Theorien“ über innere Sicherheit und andere Themen zu entwerfen. Das durfte man durchaus auf Röttgen beziehen, der als kluger Analytiker, aber nicht als Macher gilt. 

Und beim Thema AfD streute Laschet die Aussage von Merz ein, die Rechten halbieren zu wollen. Das sei ja schön gesagt, aber wie wolle man das machen, fragte Laschet und gab selbst die Antwort: „Wir müssen die Probleme der Menschen lösen.“ Man dürfe nicht die Themen und die Rhetorik der AfD übernehmen

"Standing ovations" für Armin Laschet - für einen Auftritt im Sauerland vielversprechend

Und noch ein versteckter Gruß an Merz: Die von der AfD seien, so Laschet, nicht die, die am konservativen Stammtisch keinen Platz mehr finden, sondern die, die gegen alles sind, wofür die CDU stehe.

Während seiner Rede bekam Laschet häufig zustimmenden Applaus, einmal einen „Bravo“-Ruf und am Ende eineinhalb Minuten „Standing ovations“. Das ist nicht überragend, aber für einen Auftritt im Sauerland vielversprechend. 

Quelle: wa.de

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