Im öffentlichen Raum

Raus aus dem Corona-Lockdown: Das sind die beschlossenen Öffnungsschritte

Im Corona-Lockdown soll es Schritt für Schritt Lockerungen geben - auch bei hoher Inzidenz. So sehen die einzelnen Öffnungsschritte für den öffentlichen Raum aus.

Hamm - Beim Corona-Gipfel haben Bund und Länder über Lockerungen im Lockdown beraten, die auch für NRW Konsequenzen haben. Nachdem Friseure bereits wieder öffnen durften, können sich jetzt auch andere Betriebe darauf einstellen, wieder loszulegen. Klar ist aber: Weitere Öffnungen sind nach wie vor vom Corona-Geschehen, konkret von der 7-Tage-Inzidenz abhängig. Allerdings sind auch bei höherer Inzidenz Lockerungen möglich. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Lockerungen im Corona-Lockdown: Die einzelnen Öffnungsschritte im öffentlichen Raum

Beim Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer wurde am Mittwoch neun Stunden lang intensiv über Lockerungen beraten. Demnach wird der Lockdown zwar bis Ende März verlängert. Doch neben neuen Corona-Regeln und Lockerungen bei Kontakt-Beschränkungen für private Treffen sind auch im öffentlichen Bereich einzelne Öffnungsschritte drin - und das zum Teil trotz hoher Corona-Inzidenz. Das betrifft unter anderem geplante Lockerungen im Sport, die insbesondere Teamsportlern neue Hoffnung gibt. Wo Bund und Länder bisher keine neuen Regelungen vereinbart haben, sollen bis zum 28. März die bisherigen Regeln weiter gelten.

  • Kontakte: Ab dem 8. März sollen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Paare sollen generell als ein Hausstand zählen. Sinkt die Inzidenz unter 35, können Treffen von bis zu zehn Personen aus drei Haushalten erlaubt werden. Kinder bis 14 Jahre kommen jeweils hinzu.
    Wenn die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, greift eine Notbremse. Dann gelten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag wieder die Regeln, die bis zum 7. März griffen. Das heißt in diesem Fall: Ein Haushalt und eine weitere Person dürfen sich treffen, Kinder bis 14 Jahre ausgenommen.
  • Öffnungen, Stufe zwei: Nachdem im ersten Schritt schon ab dem 1. März Schulen und Friseure geöffnet wurden, sollen nun (ab 8. März) auch Buchläden, Blumengeschäfte und Gartenmärkte sowie der Einzelhandel des täglichen Bedarfs öffnen dürfen. Bei größerer Ladenfläche sind mehr Kunden erlaubt. In manchen Bundesländern gibt es solche Öffnungen bereits.
    Sogenannte körpernahe Dienstleistungen wie etwa Massagen sollen wieder erlaubt werden. Was genau gemeint ist, kann sich von Land zu Land unterscheiden. Auch der Unterricht in Fahr- und Flugschulen soll wieder losgehen. Kunden müssen einen tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest vorweisen, falls sie bei ihrem Termin die Maske nicht aufbehalten können (zum Beispiel bei Kosmetik oder Rasuren).
  • Stufe drei (frühestens ab 8. März): - Stabile 7-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner: Weitere Öffnungen landesweit oder regional im Einzelhandel, Museen, Galerien, Zoos, botanischen Gärten und Gedenkstätten möglich. Maximal 10 Personen sollen an frischer Luft kontaktfrei zusammen Sport treiben dürfen.
    - Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen bei mehr als 50 Neuinfektionen ODER stabile oder sinkende Inzidenz von unter 100: Einzelhandel sowie Museen, Galerien, Zoos, botanische Gärten und Gedenkstätten können Termine zum Einkauf oder Besuch vergeben. Die Terminvereinbarung kann laut NRW-Wirtschaftsministerium auch in einem persönlichen Gespräch vor Ort sowie unmittelbar vor dem Geschäftsbesuch geschehen. Maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten können draußen gemeinsam Sport treiben. Bei Kindern bis 14 Jahren ist eine Gruppe von bis zu zwanzig erlaubt.
  • Stufe vier (frühestens ab 22. März): Voraussetzung ist eine 7-Tage-Inzidenz, die sich in der dritten Stufe 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.
    - Inzidenz stabil unter 50 Neuinfektionen: Öffnung von Außengastronomie, Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos. Kontaktfreier Sport drinnen, Kontaktsport draußen erlaubt.
    - Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen bei mehr als 50 ODER Inzidenz stabil oder sinkend unter 100 Neuinfektionen: Öffnung der Außengastronomie mit Terminbuchung. Ein tagesaktueller Covid-19-Test ist nötig, wenn sich mehrere Haushalte einen Tisch teilen, für den Besuch von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos. Das Gleiche gilt für kontaktfreien Sport drinnen oder Kontaktsport draußen.
  • Stufe fünf (frühestens ab 5. April): Voraussetzung ist eine 7-Tage-Inzidenz, die sich in der vierten Stufe 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.
    - Inzidenz stabil unter 50 Neuinfektionen: Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmern an frischer Luft, Kontaktsport drinnen.
    - Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen bei mehr als 50 ODER stabile oder sinkende Inzidenz unter 100 Neuinfektionen: Weitere Öffnung des Einzelhandels mit Kundenbegrenzung, kontaktfreier Sport drinnen, Kontaktsport ohne Testzwang draußen.
    Für die Stufen drei bis fünf gibt es - ähnlich der Kontaktregelung - eine NOTBREMSE: Wenn die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei über 100 liegt, gelten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag wieder die Regeln, die bis zum 7. März griffen.
  • Die Öffnungsschritte drei bis fünf liegen in der Entscheidung der Länder.
Das sind die fünf Öffnungsschritte.

Lockerungen und Öffnungen im Corona-Lockdown: Gastronomie und Sport trotz hoher Inzidenz

Die Lockerungen sind eng geknüpft an eine neue Test- und eine verbesserte Impfstrategie. So soll schon aber der kommenden Woche allen Bundesbürgern wöchentlich ein kostenloser Schnelltest angeboten werden. „Regelmäßige Corona-Tests stellen einen wichtigen Baustein dar, um mehr Normalität und sichere Kontakte zu ermöglichen“, heißt es in dem Beschluss von Bund und Ländern. Personal in Schulen und Kitas sowie Schülerinnen und Schüler sollen pro „Präsenzwoche“ mindestens einen kostenlosen Schnelltest erhalten. Beschäftigten, die nicht zu Hause arbeiten, soll in Unternehmen ein Test angeboten werden.

Die Pflicht für Arbeitgeber, ihren Beschäftigten wann immer möglich das Arbeiten daheim im Homeoffice zu erlauben, soll bis zum 30. April verlängert werden.

Die Impfkampagne soll deutlich an Fahrt gewinnen. Dafür soll unter anderem der maximale Zeitraum zwischen der ersten und der zweiten Impfung möglichst ausgeschöpft werden. Bund und Länder gehen zudem davon aus, dass ältere Menschen bald auch mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft werden können - bislang wurde das Vakzin nur für unter 65-Jährige empfohlen. Ab Ende März oder Anfang April sollen zudem die Hausärzte „umfassend“ in die Impfungen eingebunden werden.

In bestimmten Bereichen sollen Lockerungen und Öffnungen vollzogen werden - trotz hoher Inzidenz.

Am 22. März wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen beraten. Es soll dann um Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Reisen und Hotels gehen.

Auch für die Schulen in NRW hat Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) inzwischen weitere Öffnungen und mehr Präsenzunterricht fest im Blick, nachdem sie diese zunächst ob des Infektionsgeschehens ausgeschlossen hatte. - mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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