Alltagsmaske hat ausgedient

Verschärfte Maskenpflicht: OP- oder FFP2-Maske? Das sind die Unterschiede

Bund und Länder haben die Maskenpflicht verschärft. Während FFP2-Masken seit Tagen das Thema schlechthin sind, reichen auch OP-Masken aus. Die Unterschiede.

NRW - Die Maskenpflicht ist im Kampf gegen das Coronavirus verschärft worden. Mit dem Beschluss von Bund und Ländern am Dienstag, 19. Januar, ist nun klar: Eine Alltagsmaske aus Stoff reicht nicht mehr aus. Vielmehr müssen in Bus und Bahn, beim Einkaufen, in Gottesdiensten sowie im Büro - wenn schon kein Homeoffice möglich ist - medizinische Masken getragen werden. Während FFP2-Masken in allen Facetten Thema sind und waren, stehen OP-Masken ein wenig in deren Schatten. Was macht OP-Masken aus? Warum sind sie besser als Alltagsmasken? (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
B.1.1.7 und B.1.351Mutationen des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Generell gilt, dass Mund-Nasen-Masken einen Teil der Partikel und Viren in der Luft herausfiltern. Dadurch sinkt deren Konzentration und damit das Infektionsrisiko. Das gilt für alle drei Maskentypen. Es gibt aber Unterschiede.

Maskenpflicht: OP-Masken und ihre Eigenschaften - so steht es im Vergleich zu FFP2-Masken um den Eigenschutz

Bei medizinischen OP-Masken ist die Rede von jenen Masken, die meist eine weiße und eine bläuliche/grünliche Außenfläche haben. Sie kommen laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) normalerweise in Krankenhäusern und Arztpraxen zum Einsatz. Dieser medizinische Mund-Nasen-Schutz besteht in der Regel aus drei Lagen Kunststoff-Vlies. Die Masken müssen bestimmte Anforderungen erfüllen - so müssen sie der Norm EN 14683:2019 entsprechen. Meist haben sie ein CE-Zeichen. Grundsätzlich sind sie zum einmaligen Tragen gedacht.

Wie steht es um die Schutzwirkung von OP-Masken? Darauf gibt es eine klare Antwort: Sie schützen vor allem andere Menschen vor den Tröpfchen, die man beim Sprechen, Lachen oder Husten ausscheidet. Der Eigenschutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist bei den Masken begrenzt, wird aber besser, je enger die Maske anliegt.

Maskenpflicht: Sind OP-Masken besser als FFP2-Masken und Alltagsmasken?

Das wirft natürlich die Frage auf, warum solche OP-Masken dann besser sein sollen als Alltagsmasken aus Stoff. Der Vorteil einer OP-Maske liegt in deren Struktur. „In den OP-Masken sind spezielle Vliese verarbeitet. Das sind in aller Regel nicht-gewebte Stoffe, auch Nonwovens genannt, wo die Fasern wild durcheinander liegen“, erklärt Frank Drewnick vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Sie haben damit in aller Regel nicht so große Poren, durch welche die Partikel sonst durchkommen könnten. „Außerdem sind die Fasern elektrostatisch geladen und scheiden kleine Partikel dadurch noch mal effektiver ab.“

Drewnick leitet eine Forschungsgruppe, die verschiedene Materialien hinsichtlich ihrer Filterleistung untersucht hat, darunter diverse Varianten der Alltagsmaske, aber auch medizinische Masken. „OP-Masken schneiden bei unseren Tests mit Blick auf die Filterleistung im Vergleich zu den Alltagsmasken deutlich besser ab. Das heißt, sie filtrieren deutlich mehr Corona-relevante Partikel aus der Atemluft“, sagt Drewnick.

Maskenpflicht: OP-Maske im Vergleich zur FFP2-Maske

Noch besser also OP-Masken sind FFP2-Masken - auch für den Selbstschutz vor einer Infektion. Denn die dichteren, ebenfalls aus Vlies gefertigten Feinstaubmasken der Klassen FFP2, N95 oder KN95 besitzen in der Regel zusätzlich elektrostatisches Material, an dem kleine Partikel gebunden werden. Die elektrostatische Wirkung verliert sich bei längerer Nutzung.

Doch auch hier steht und fällt der Schutz mit dem Träger. Experten zufolge sind FFP2-Masken nämlich für den Selbst- und Fremdschutz nur dann wirklich gut wirksam, wenn sie korrekt getragen werden. Dafür muss die Maske sehr dicht am Gesicht anliegen. „Durch eine Stoffmaske atme ich immer zumindest zum Teil hindurch, aber wenn bei einer FFP2-Maske irgendwo am Gesicht eine kleine Lücke bleibt, geht fast alle Luft dort hindurch - und mit ihr das Virus“, erklärt der Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Johannes Knobloch. Für Männer gilt zudem: kein Bart, sonst sitzt die Maske nicht und es gibt keine Schutzwirkung.

Den bestmöglichen Schutz erhoffen sich viele Menschen natürlich durch eine Impfung. Deshalb kommt oft die Frage auf: Wann kann ich zur Corona-Impfung? Ein kostenloser Rechner im Internet gibt allen Menschen in Deutschland die Antwort. Die Schließung der Schulen und Homeschooling bringen Familien in NRW unterdessen an den Rand des Zusammenbruchs. Einen ungewöhnlichen Vorschlag macht nun der Familienverband. 

Rubriklistenbild: © Till Simon Nagel/dpa/dpa-tmn

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