Messerattacke: Beschuldigter bittet um Verzeihung

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Dortmund - Der Angriff kam hinterrücks, das Opfer hatte keine Chance: Im Mai wurde ein angehender Lehrer in einem Dortmunder Kaufhaus von einem wildfremden Mann mit einem Messer attackiert und lebensgefährlich verletzt.

Seit Dienstag beschäftigt die Bluttat das Dortmunder Schwurgericht. Wie sich später herausstellte, ist der mutmaßliche Täter psychisch krank und befand sich wegen schwerer Wahnvorstellungen zur Tatzeit auch in stationärer Behandlung.

An diesem Tag hatten die Ärzte ihm jedoch Ausgang gewährt. Mit ruhiger, fester Stimme berichtete das Opfer vor Gericht von dem Angriff: Er habe plötzlich einen harten Schlag auf den Rücken bemerkt und dann registriert, dass die Leute in seiner Umgebung sehr hektisch geworden seien. "Irgendwann lief mir das Blut dann aus Mund und Nase", sagte der 29-Jährige. Er habe versucht, so ruhig wie möglich zu bleiben. "Mein Herz sollte nicht noch schneller schlagen."

Der Mann überlebte nur dank einer Notoperation. Seine Chancen, wieder ganz gesund zu werden, seien aber gut, sagte er. Der mutmaßliche Messerstecher bat das Opfer zu Prozessbeginn um Verzeihung. "Es tut mir leid", hieß es in einer vom Verteidiger verlesenen Erklärung. Der 50-Jährige ist bereits für schuldunfähig erklärt worden. Das Gericht muss allein die Frage klären, ob er zum Schutz der Allgemeinheit unbefristet in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen werden muss. - dpa

Quelle: wa.de

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