Staatsschutz

Fahndung: „Covid-Presse“: Schaufensterpuppe am Galgen – Polizei veröffentlicht Fotos

Mit der Aufschrift „Covid-Presse“ wurde eine Puppe in Minden aufgehängt. Der Staatsschutz aus Bielefeld (NRW) ermittelt. Jetzt wurden Fotos veröffentlicht.

Update: 30. Oktober, 11.21 Uhr. Der Staatsschutz der Polizei Bielefeld sucht nach dem Vorfall in Minden (NRW) weiterhin Zeugen. Wie bereits berichtet wurde eine Schaufensterpuppe mit einem Schild, auf dem „Covid-Presse“ stand, am Samstagmorgen (24. Oktober) gegen 9.10 Uhr an einer Fußgängerbrücke gefunden. Wer sie dort hinterlassen hat, ist nach wie vor unbekannt.

Die Ermittler aus Bielefeld stehen vor einem Rätsel. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet, da wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt werde. Die Polizei geht davon aus, dass die mutmaßlichen Täter Pressevertreter in Minden, die über die Coronavirus-Pandemie berichten, einschüchtern wollten. Mehrere Fotos von der Puppe wurden veröffentlicht.

Die Polizei Bielefeld hat Fotos von der in Minden (NRW) aufgehängten Puppe veröffentlicht.

„Die Puppe ist aus grauem Kunststoff, etwa 1,85 Meter groß und stellt einen Mann dar. Sie weist leichte Gebrauchsspuren auf. Auf den Schultern und an der linken Hüfte werden die Gelenke mit einem schwarzen ca. 4 cm breiten, aufgeschraubten Kunststoffband zusammengehalten“, teile die Polizei in einer Pressemitteilung mit. Wer Angaben zu der Puppe oder zu dem Vorfall in Minden machen kann, möge ich mit der Polizei in Bielefeld in Verbindung setzen. Hinweise werden unter der Rufnummer 0521-5450 oder entgegengenommen.

StadtMinden
Einwohneretwa 84.000
BundeslandNRW

Minden in NRW: Puppe mit der Aufschrift „Covid-Presse“ aufgehängt – Polizei Bielefeld ermittelt

Update: 9.14 Uhr. Das Mindener Tageblatt, dass in der Weserstadt Minden in NRW beheimatet ist, soll offenbar seit Wochen Ziel aggressiver Stimmungsmache sein, berichtete rp-online am gestrigen Sonntag (25. Oktober). Benjamin Piel, der Chefredakteur dieser Tageszeitung ist, hatte bereits bei Twitter das Foto der am Galgen hängenden Puppe geteilt. Die Initiative „Minden gegen Rechts“, hatte das Bild zuvor auf ihrer Facebookseite veröffentlicht. Die Organisation erklärte, dass offensichtlich mit dieser Installierung eine Hinrichtung von Medienschaffenden assoziiert werden solle.

In Minden (NRW) seien bereits im Sommer viele Sticker mit Motiven und Sprüchen aus der Szene der Verschwörungstheoretiker aufgetaucht. Auch Flyer, die in den Briefkästen zahlreicher Haushalte landeten, sorgten für Aufsehen. „Dieses neue Zeichen der Menschenfeindlichkeit sei an niederer Motivation kaum noch zu übertreffen“, schrieb die Organisation bei Facebook. .

Minden/Bielefeld: Portest gegen Coronavirus-Maßnahmen – haben Querdenker die Puppe aufgehängt?

Update: 8.52 Uhr. Der Staatsschutz der Polizei Bielefeld ermittelt weiterhin wegen der aufgeknüpften Schaufensterpuppe, die Samstag (24. September) an der Weserfußgängerbrücke in Minden (NRW) aufgehängt worden war. Wie bereits berichtet, war an der Puppe ein Schild mit der Aufschrift „Covid-Presse“ befestigt. Sie trug außerdem einen Mundschutz mit der Aufschrift „blind“. Die Initiative „Querdenken 571“ hatte ebenfalls am Samstag in der Innenstadt gegen die Coronavirus-Maßnahmen protestiert. Ob es zwischen der Demonstrationen und der aufgehängten Puppe einen Zusammenhang gibt, ist bisher unklar.

Minden (NRW): Aufgeknüpfte Puppe sorgt für Aufsehen – Bielefelder Staatsschutz sucht nach möglichen Tätern

Erstmeldung: 26. Oktober. An einer Brücke haben unbekannte Personen eine lebensgroße Puppe aufgehängt. Sie baumelte an einer Art Galgenstrick. Um ihren Hals war ein Schild mit der Aufschrift „Covid-Presse“ befestigt. Benjamin Piel, Chefredakteur des „Mindener Tageblatts“ machte mit seinem Tweet auf den Vorfall im nordrhein-westfälischen Minden aufmerksam. Inzwischen beschäftigt sich auch der Staatsschutz aus Bielefeld mit der Tat, wie mehrere Medien berichteten.

Bielefeld: Puppe in Minden (NRW) aufgeknüpft – Redakteuer verabschneut Hinrichtungsphantasien 

In der Nacht von Freitag auf Samstag (23./24. Oktober) wurde ein Passant auf die Puppe mit dem Schild aufmerksam. Er informierte daraufhin die Beamten der Polizei in Minden. Die Ermittler entfernten umgehend den Gegenstand von der Brücke. Außerdem tauschten sie sich mit den Kollegen aus Bielefeld zu dem Ereignis aus. In den Abendstunden äußerte sich dann Chefredakteur Benjamin Piel zu der Tat, wie owl24.de* berichtet. In seinem Tweet fand er deutliche Wort.

Wenn aus Kritik an Journalisten Hinrichtungsphantasien werden, ist das verabscheuenswert. In Minden war es heute Nacht so weit - eine erhängte Schaufensterpuppe baumelte an einer Brücke über die Weser. Scheußlich.

Benjamin Piel, Chefredakteur des Mindener Tageblatts

In ganz Deutschland kommt Hetze und Hass gegen Journalisten immer häufiger vor. 2018 stieg der Zahl der Fälle auf 22, während es 2017 noch 16 waren. Reporter ohne Grenzen (ROG) spricht von einem „medienfeindlichen Klima“. Die Tat in Minden (NRW) erinnere an die Hinrichtungen sogenannter „Überläufer“ in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs durch die Nazis, berichtete das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Der Staatsschutz aus Bielefeld, wo die Coronazahlen momentan stark anteigen*, ermittelt nun in dem Fall.

Bielefeld/Minden (NRW) – „Covid-Presse“: Botschaft lässt auf pressefeindliches Motiv schließen

Das Schild mit der Aufschrift „Covid-Presse“, dass der am Galgen hängenden Puppe um den Hals geschnürt wurde, deutet auf ein pressefeindliches Motiv hin. Die Ermittler aus Bielefeld und Minden haben bisher keine Informationen zu möglichen Tatverdächtigen veröffentlicht. Am Montag (26. Oktober) könnten weitere Schritte bekannt werden. Wir berichten weiter. (*(*owl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Arno Burgi/dpa

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