Wahl zum Bundestagskandidaten

„Auch in der Pandemie“: Bündnis kündigt Protest gegen AfD-Treffen in Münster an

In der Stadthalle Hiltrup trifft sich am Samstag die AfD Münster. Dort wollen die Rechtspopulisten ihren Bundestagskandidaten benennen – jedoch nicht ohne Protest.

Münster – Die Coronavirus*-Pandemie konnte die Alternative für Deutschland (AfD) nicht für sich nutzen. Erzielte sie bei der Bundestagswahl 2017 noch 12,6 Prozent der Stimmen für sich, fiel sie im Laufe der Corona-Krise unter zehn Prozent. Auch der Kreisverband Münster hatte zuletzt mit Problemen zu kämpfen.

Bei der Kommunalwahl 2020 kam die AfD Münster nur auf 2,19 Prozent* – und landete nur knapp vor der Satirepartei „Die PARTEI“. Die Rechtspopulisten verloren dadurch ein Ratsmandat, der Kreisvorsitzende Martin Schiller, der sich nach einem Prügel-Eklat in Münster mit einer Strafanzeige konfrontiert sah,* musste sein Parteibüro an der Leostraße schließen. Zudem ist der Kreisverband mittlerweile auf 90 Mitglieder geschrumpft. Nun rüstet sich die in der Domstadt geschwächte Partei für die Bundestagswahl im kommenden September.

StadtMünster
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BundeslandNRW

AfD in Münster: Bündnis ruft zum Protest auf

Am Samstag (30. Januar) trifft sich die AfD Münster* in der Stadthalle Hiltrup, um ihren Kandidaten für die Bundestagswahl zu benennen. Dazu hat das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ zum Protest aufgerufen. Denn: „Die AfD Münster ist geschwächt. Dies macht sie aber leider nicht ungefährlich“, heißt es in einer Vorankündigung. Zwar würden im Rahmen der Corona-Pandemie die Menschen aus dem Stadtbild verschwinden, „nicht aber Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Sexismus, Sozialdarwinismus und andere Formen von Diskriminierung“.

Für 10.30 bis 11.30 Uhr ist vor der Stadthalle Hiltrup eine Kundgebung geplant, die auch per Live-Stream auf Instagram verfolgt werden kann. Das Bündnis betonte im Vorfeld, die derzeit herrschenden Corona-Regeln* ernst zu nehmen. Wer den Weg in den Süden von Münster auf sich nehmen will, wird aufgefordert, OP- oder FFP2-Masken* zu tragen, Abstand zueinander zu halten und möglichst auf eine Anreise mit Bus und Bahn zu verzichten.

Bündnis aus Münster kritisiert AfD scharf

In diesem Zusammenhang kritisiert das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ auch die Antworten der AfD auf die Corona-Krise scharf. Sie würde keine Lösungsansätze bieten, sondern vielmehr die reellen Gefahren von Covid-19 leugnen und gemeinsame Sache mit der extremen Rechten, Verschwörungstheoretikern und Neonazis im vermeintlichen Kampf gegen die „Eliten“ machen. (*msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa/picture alliance

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